Grünstadt Organisatoren bleiben unter sich
Nur wenige Sekunden benötigt Max dank seiner feinen Nase, um einen Tropfen Benzin auf einem großen abgesteckten Areal des Wattenheimer Fußballplatzes zu finden. Er ist einer der vierbeinigen Brandmittelexperten der Hundestaffel des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, die am Samstag ihr Können demonstrierten. An der Festhalle fand eine Benefizveranstaltung zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt. Sie stieß kaum auf Resonanz.
Selbst die Radprofis Udo Bölts und Miriam Welte, die morgens eine Mountainbike-Tour durch den Wald begleiten, ziehen nicht das große Publikum an. Schade um die monatelange Vorbereitung des Organisationsteams aus Mitgliedern der DRK-Ortsgruppen Wattenheim und Waldfischbach-Burgalben unter Leitung des Südwestpfälzers Marco Hartl. Unter anderem waren vier Dixi-Klos entlang der 26 Kilometer langen Rad-Strecke aufzustellen. „Die gehen so sauber wieder zurück wie sie geholt worden sind“, sagt Hartl achselzuckend. Schade auch um das große ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten, die einen ganzen Tag ihrer Freizeit für die gute Sache opfern. Neben 35 Rotkreuzlern und sieben Polizeibeamten sind das zahlreiche Vertreter verschiedener Institutionen wie Technisches Hilfswerk (THW) und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sowie Mitarbeiter einiger Firmen und Krankenkassen. Sie bleiben weitestgehend unter sich. Trotz optimalen Wetters sind die Bierzeltgarnituren am Nachmittag verwaist, niemand interessiert sich für die Fahrzeugausstellungen und Infostände. Wenn Andreas Grammel, Vorsitzender der DLRG Grünstadt, Kinder und ihre Eltern zusammenrechnet, haben sich in den ersten sieben Stunden vielleicht 20 Leute das von seinem Verein mitgebrachte Rettungsboot angeschaut. Nicht viel mehr verfolgen gerade die Vorführung der Diensthundestaffel. Rauschgiftexpertin Kyra erschnüffelt fünf Gramm Amphetamin im Kühlergrill eines Autos, ihr Kollege Tony, der sich mit Sprengstoffen auskennt, hat in einer Reisetasche Natriumchlorat gefunden. Besonders beeindruckend sind die Darbietungen im Bereich Schutzdienst, also wenn die Vierbeiner helfen, verdächtige Personen festzunehmen. Die Chance, dabei auch die vierfache Radsport-Weltmeisterin und -Olympiasiegerin 2012 Welte in Aktion zu erleben – sie ist Polizeikommissarin – hat man aber kein weiteres Mal. Aufgrund des mauen Zuspruchs der Benefizveranstaltung, entscheidet sich der Leiter der Hundestaffel, Volker Claus, es bei zwei der fünf ursprünglich geplanten Vorführungen zu belassen. Schon der Beginn um 9 Uhr ist wenig vielversprechend. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU), der die offizielle Eröffnung übernehmen sollte, sagt am Morgen kurzfristig ab. Auch das laut Hartl zugesicherte RHEINPFALZ-Maskottchen Nils Nager konnte nicht kommen. Auf die Mountainbike-Tour begeben sich 50 Personen. Das Startgeld der Radler sollte an die DKMS gespendet werden. Ebenso wie die Einnahmen aus dem Kartenverkauf für die Blaulichtparty am Abend. Zwei Stunden, bevor die Musik aufgedreht werden soll, ist noch nicht ein Ticket verkauft, wie Inge Bold an der Kasse verrät. Es wird befürchtet, dass der Benefiztag mit einem Minus abschließt. Immerhin hat das Ganze rund 2500 Euro gekostet. „Zum Glück habe ich die für 1000 Gäste berechneten Speisen und Getränke auf Kommission gekauft“, sagt Marco Hartl, der den Kampf gegen den Blutkrebs aber nicht aufgeben will. Er kündigt an: „Im nächsten Jahr möchte ich eine Skaternight organisieren.“