Grünstadt Neuleininger Nebel-Niederlage

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Es war eines jener Spiele, über das die Neuleininger Heimmannschaft und die Ebertsheimer Gäste in 30 oder 40 Jahren mal sagen werden: „Wääsche noch, domols“ Allerdings nicht, weil beim 3:4 auf dem Kult-Hartplatz fußballerische Leckerbissen gezeigt worden wären. Nein, gerade, dass von beiden Teams kaum was zu sehen war – das war’s. Ein Spielbericht über die Neuleininger Nebel-Niederlage in der C-Klasse ist deshalb nicht möglich.

Auch die Platzkassierer aus Neuleiningen haben am Donnerstabend die einzig logische Konsequenz gezogen und keinen Eintritt von den gut 20 Zuschauern verlangt: Denn Zuschauen war ja nicht. Fußball fand zwar statt, wie die Spieler immer wieder auf Nachfrage der am Spielfeldrand stehenden „Beobachter“ versicherten. Aber wirklich nachzuvollziehen waren Pass-Spiel, Zweikämpfe und Torschüsse nur, wenn der Betrachter nahe genug am Geschehen war: also je nach aktueller Einnebelung des Leininger Sonnenbergs höchstens 30 Meter weit weg. Das Trainerduo des TSV Ebertsheim, Sören Jotter und Patrick Hoffmann, hatte die übliche Neuleiningen-Taktik ausgegeben: klare Bälle schlagen und die vielen Zweikämpfe annehmen. Als zu Spielbeginn die Nebelschwaden immer dichter wurden, haben sie dann ihr Coaching sozusagen auf „Vernebelungs-Taktik“ umgestellt: Sören Jotter gab Anweisungen von der einen Seitenlinie aus, Patrick Hoffmann von der gegenüberliegenden. So hatten sie doppelt so viel Spielgeschehen im Blick wie Neuleiningens Trainer Michael Schröpel. Ob’s viel gebracht hat? Zu sehen war jedenfalls nichts Ein angesäuerter Schröpel verzichtete nach der Nebel-Niederlage denn auch auf eine Spielanalyse: „Wie soll ich denn diese Spiel kommentieren. Es war ja nichts zu sehen.“ Jotter wagte etwas mehr: „Es war wie erwartet ein Match mit vielen Zweikämpfen. Wir haben sie angenommen und gut dagegen gehalten.“ Zu genaueren Nachfragen wie „War die Rote Karte für David Luprian berechtigt“ zuckte aber auch Jotter mit den Schultern: „Für eine Gesamtbewertung oder Analyse einzelner Spielszenen muss ich erst mit Hoffmann sprechen“ – vielleicht hatte der auf der anderen Seite stehende Coach ja was gesehen. Kein Wunder also, dass in dem Nebel-Spiel alle Tore wie aus dem Nichts gefallen sind. Bis zum 3:3 waren immer die Gäste aus Ebertsheim in Führung gegangen, die die nie aufsteckenden Gastgeber jeweils ausgeglichen haben. Torschützen waren – nach Angaben von in der Nähe postierten Spielern – auf Neuleininger Seite: Huber, Weber und Kraus; für Ebertsheim waren Jehrhof, Strachwitz und Battistutta (2) erfolgreich. Battistutta hat den Siegtreffer erst zwei Minuten vor Spielschluss markiert: praktisch im Gegenzug nach einem Pfostenschuss der Gastgeber. Wie zu hören war. Klar zu sehen ist nun, dass die Ebertsheimer Reserve mit 37 Punkten nach 17 Spielen in der C-Klasse Nord auf dem dritten Platz überwintert: einen Punkt hinter Beindersheim und fünf hinter VfR Grünstadt III. Das Spitzenduo hat allerdings erst 15 Spiele absolviert. Der TSV Neuleiningen belegt mit 23 Punkten nach 16 Begegnungen den achten Rang.

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