Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Wohnmobil-Platz: Was die Nacht dort kostet

Cabriobad-Leiter Klaus Wasmuth (links) und Bürgermeister Klaus Wagner (rechts) mit den ersten Gästen: Ursula und Ulrich Daub mit
Cabriobad-Leiter Klaus Wasmuth (links) und Bürgermeister Klaus Wagner (rechts) mit den ersten Gästen: Ursula und Ulrich Daub mit Enkeltochter Marlene.

Wenn Ursula und Ulrich Daub aus Pforzheim ihren Sohn in Grünstadt besuchten, wussten sie bisher nicht, wohin mit ihrem Wohnmobil. Jetzt endlich gibt es einen Parkplatz mit Versorgungseinrichtungen: ein Areal mit zehn Stellplätzen auf dem Gelände des Cabriobades. „Für uns geht damit ein Traum in Erfüllung“, sagte Ulrich Daub. Für die Stadt auch.

Seit Anfang des Jahrtausends habe man über einen Wohnmobilstellplatz an der Weinstraße nachgedacht, blickte Jürgen Böhnlein, Prokurist bei den Stadtwerken Grünstadt, zurück. Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) erinnerte daran, dass lange Zeit in Asselheim Auf der Setz und später auf dem Gerberplatz so eine Fläche für Camper angelegt werden sollte. Doch nach vielem Hin und Her musste das Vorhaben ad acta gelegt werden. Dann sei das Rudolf-Harbig-Stadion als Standort für so ein touristisches Angebot im Gespräch gewesen.

2013 gab der Planungsausschuss schließlich die Empfehlung für einen Wohnmobilstellplatz auf der Bückelhaube oberhalb des Allwetterbades ab, aus dem das 2017 eröffnete Cabriobad Leiningerland (CabaLela) wurde. „Wir werden diese Lage nicht bereuen“, zeigte sich Wagner überzeugt und sprach von einem „Highlight für die Stadt“. Der Platz habe genug Abstand zu Wohnbebauungen, gebe den Gästen einen tollen Weitblick, die Nähe zum Bad und der angeschlossenen Gastronomie. Zwischen Aufstellungs- und Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan hätten nur acht Monate gelegen, „da es keine Widerstände“ gab, so Wagner.

Doch es kam zu Verzögerungen in der Umsetzung, die im Juni 2022 begann, und zu Kostensteigerungen. Denn Archäologen, die auf der Fläche merowingische Gräber vermuteten, nahmen Untersuchungen vor, Corona, Krieg und Inflation hatten Auswirkungen. Statt der kalkulierten 100.000 Euro, für die 75.000 Euro Förderung über das Leader-Programm gewährt wurden, schlug das Projekt am Ende mit knapp 195.000 Euro zu Buche, „sodass aus dem 75-prozentigen Zuschuss ein 39-prozentiger wurde“, rechnete Wagner vor.

Auf dem eingezäunten Areal mit wassergebundener Decke sind zehn Stellflächen mit Stromanschlüssen für Wohnmobile angelegt. Es gibt einen Frischwasserzugang und eine Entsorgungsstation für die Chemietoilette. Im Eingangsbereich steht ein Ticketautomat. 18 Euro sind pro Fahrzeug und Nacht zu bezahlen. „Das hier ist ein idealer Platz, der alles bietet, was man so braucht. Wir werden definitiv öfter nach Grünstadt kommen“, sagte Ursula Daub, die mit ihrem Mann und ihrer sechsjährigen Enkelin Marlene mit Blumen und Saunagutscheinen begrüßt wurde.

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