Grünstadt Neuer Startpunkt ab Weinlaube hat sich bewährt

91-83674963.jpg

Bei hochsommerlichem Kaiserwetter, einem guten Tropfen Wein, einer spritzigen Schorle und schönen Aussichten genossen viele Besucher aus nah und fern am Muttertag- Sonntag den zwölften „Wein per Pedes“, der durch zartgrüne Rebenhänge über Bockenheimer und Kindenheimer Gemarkung führte.

Fünf Weingüter aus beiden Gemeinden und die Kinneremer Kerweborsch boten auf neun Kilometern Wegstrecke nebst Weinen, Säften und Sprudel pfälzisches Deftiges und Süßes, vor allem aber auch manch schattige Plätzchen, die mitunter heiß begehrt waren. „Das Wetter ist natürlich das A und O bei solchen Freiluft-Veranstaltungen“, hieß es bei den Standbetreibern, die sich einen besseren „Neu-Start“ hätten kaum wünschen können. Elf Jahre war der Ausrichter von „Wein per Pedes“ der Bockenheimer Gesangverein, der wegen immer älter werdender Helfer nicht mehr antrat. Nun hat weitestgehend ein „jüngeres Team“, wie Juniorchef Stefan Benß vom Weingut Horst und Angela Benß sagte, die Weinwanderung übernommen. Mit dabei waren noch die Weingüter Jürgen Griebel, Lauermann & Weyer, Gernot Weber und Heiser. „Es lief alles noch besser als von uns gedacht“, lautete das erste Fazit von Benß. Der Weinpass inklusive Glas, Probieren, Abstempeln –auch Traubensaft sei wegen der Hitze verlangt worden – sei sehr gut angenommen worden. Bestens bewährt habe sich der neue Startpunkt ab der Weinlaube (Klosterschaffnerei) mit dem nahe gelegenen großen Festplatz, der am Sonntag seinem Namen als ausgelasteter Parkplatz mehr als gerecht wurde. Einstiege zur ausgeschilderten Tour waren überall möglich, wenngleich die herausgegebene Wanderkarte schon mal für kurzweilige Beratung sorgte. „Gehe mer jetzt erschd do nuff un dann riwwer oder do niwwwer un owwerum widder zurick“, überlegte eine Senioren-Gruppe. Ob junge Familien mit und ohne Kinder oder Bollerwagen, Einzel- oder Teamwanderer, Spaziergänger – alles schien auf den Beinen zu sein. Nicht wenige reisten mit dem Fahrrad an, etwa zur Klosterschaffnerei. „Wir kommen öfter her, hier ist es urgemütlich, man trifft immer nette Leute und man kommt schnell ins Gespräch“, meinte ein Ehepaar aus Obrigheim. Sie ließen ihre Räder stehen, präparierten Gesicht und Arme mit Sonnencreme und machten sich per pedes auf gen Kindenheim auf dem Weinlehrpfad, wo kleine Infotafeln zu den Rebsorten stehen. Der Wein per Pedes habe sich im Laufe der Jahre bewährt. Er habe sich inzwischen über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Der Zuspruch am Sonntag, etwa mit Besuchern aus Rheinhessen und dem Großraum Frankfurt, sei enorm gewesen, so Stefan Benß. Bei einem ersten „Nachtreffen“ in den nächsten Tagen würden auch Verbesserungsvorschläge besprochen, etwa zur Beschilderung. Große Gas-Luftballone, die von weitem Standorte der Standbetreiber sichtbar machen, seien eine teure Angelegenheit. Vorstellbar wären eventuell Hinweisflaggen. Auch im kommenden Jahr werde es den „Wein per Pedes“ geben. (gsp)

x