Kirchheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Leiterinnen: So wollen sie die Kita voranbringen

Das neue Führungsduo in der Kirchheimer Kita Löwenzahn: Nicole Diemer (links) und ihre Stellvertreterin Carolin Schwalb.
Das neue Führungsduo in der Kirchheimer Kita Löwenzahn: Nicole Diemer (links) und ihre Stellvertreterin Carolin Schwalb.

Nicole Diemer kennt die Kirchheimer Kita Löwenzahn schon als Mama eines Mädchens, das die Einrichtung besucht hat. Jetzt ist sie dort die Leiterin. Ihre Stellvertreterin ist Carolin Schwalb aus Hettenleidelheim. Wie die beiden die Einrichtung voranbringen wollen.

Der Ausdruck „Kindergärtnerin“ ist längst überholt. Schade eigentlich. Nicole Diemer, die neue Leiterin der Kita Löwenzahn in Kirchheim, findet den Begriff nämlich passend: „Wir pflegen die Kinder doch wie Blumen.“ Die 48-Jährige, die 1996 ihre Ausbildung abschloss und lange in Ebertsheim tätig war, arbeitet seit 2010 in Kirchheim, wo sie ab Juni 2021 die erkrankte Leiterin Nicole Eisenbeis vertreten hat. Diemer ist gern Erzieherin. Allerdings: Ohne das Kita-Zukunftsgesetz wäre sie es noch lieber. „Das fängt schon damit an, dass einem Zweijährigen lediglich das gleiche Betreuungsmaß zugestanden wird wie einem Sechsjährigen“, kritisiert sie.

Denn es liege auf der Hand: Um einen Winzling, der vermutlich auch noch gewickelt wird, muss man sich viel intensiver kümmern als um einen Vorschüler. Ein nächster Punkt sei der Rechtsanspruch auf einen durchgängig siebenstündigen Aufenthalt in der Einrichtung. „Teilweise sind die Kleinen noch gar nicht reif für eine so lange Unterbringung“, sagt Diemer, die selbst zwei Kinder hat. Auch nicht gut findet sie, dass das Programm Sprachförderung ausgelaufen ist und nun keine speziellen Fachleute mehr für diesen Themenbereich an die Kitas kommen.

Stellvertreterin ist auch neu im Amt

„Wir sollen uns qualifizieren, die Sprachförderung in den Alltag integrieren und selbst leisten. Aber wir sind keine Logopäden“, erklärt sie. Ein sehr mühsamer Weg sei es zudem geworden, eine Integrationskraft zu erhalten. Dabei ist der Löwenzahn groß: 121 Plätze stehen dort zur Verfügung. Weil gerade viele Vorschüler in die erste Klasse gewechselt sind, werden aktuell 85 Zwei- bis Sechsjährige betreut, darunter sechs kleine Grünstadter. Im 25-köpfigen Team sind neben drei Mitarbeiterinnen in der Küche und einer Praktikantin ein Erzieher und 20 Erzieherinnen.

Seit 2013 ist Carolin Schwalb in der Einrichtung. Kürzlich stieg sie zur stellvertretenden Leiterin auf. Schon als sie selbst in der Kita war, habe sie davon geträumt, Kindergärtnerin zu werden, erzählt die 39-jährige Mutter zweier Kinder. 2005 habe sie ihr Anerkennungsjahr abgeschlossen, war zunächst in Kirchheimbolanden und dann in Hettenleidelheim beschäftigt. Schwalb, die die Bärengruppe leitet, und Diemer, die für ihre Führungsrolle und die damit verbundene Verwaltungstätigkeit freigestellt ist, wollen die Kita gemeinsam voranbringen. Dafür haben sie beispielsweise im September eine sechste Gruppe, die „Wackelzähne“, eröffnet.

Kooperation mit anderen Einrichtungen

„Von einer speziell weitergebildeten Kollegin werden momentan 26 Jungen und Mädchen gezielt auf den Schulbeginn vorbereitet“, erläutert Diemer. Dabei gebe es auch Aktivitäten in Kooperation mit der katholischen Kita Neuleiningen und der Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach. Die „Wackelzähne“ habe man nur gründen können, weil während der Corona-Zeit eine Außengruppe entstanden sei. Die 25 Mitglieder halten sich vorwiegend auf dem Gelände hinter dem Kita-Gebäude auf, wo ihnen auch ein Holzhäuschen zur Verfügung steht.

„Nur zum Mittagessen oder zum Ruhen kommen sie rein“, berichtet die Einrichtungsleiterin und kündigt an, dass demnächst ein Klettergerüst aufgestellt wird, das über den Förderverein finanziert wurde. Wichtig seien ihr und ihrer Stellvertreterin auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation untereinander. Über die Webseite, die gerade lebendiger gestaltet wird, könne man sich bald umfangreicher informieren. Und über die während der Pandemie eingeführte KiKom-App klappten Absprachen mit den Eltern, Krankmeldungen und Essenswünsche in „Whatsapp-Geschwindigkeit“.

Sozialarbeiterin ist montags im Einsatz

Das herzliche Miteinander, stets ein offenes Ohr haben, die gegenseitige Wertschätzung gelten laut Diemer im Umgang mit den Familien ebenso wie innerhalb des Teams. „Alle sollen sich wohlfühlen“, betont sie. Seit August 2022 ist im „Löwenzahn“ auch eine Sozialarbeiterin zur Unterstützung da. „Anfangs kam sie nur zwei Stunden pro Woche, inzwischen ist es immer der Montag.“ Damit sich neue Kollegen schnell zurechtfinden oder auch einfach mal etwas nachgelesen werden kann, existiert eine dicke Mappe mit Handlungsleitfäden.

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