Leiningerland
Mit Riesling Böhmische gründet sich neue Egerländer-Formation
Die Idee kam von Michael Gärtner, Pauker und Schlagzeuger bei der Deutschen Radio Philharmonie (DRP). Allerdings will Gärtner in dieser Formation lieber Tenorhorn spielen. „Michael kommt aus München, die Blasmusik ist seine Leidenschaft – schon immer“, erzählt Zaiser, der selbst von der neuen Musik-Variante sofort begeistert war. „Ich bin zwangsweise im Urlaub“, sagt der Trompeter, der derzeit nicht spielen kann, da für alle Orchester noch das Probe- und Auftrittsverbot gilt, auch für die DRP.
Vor Corona im Februar konnten die Musiker der Riesling Böhmische erstmals gemeinsam üben, im Proben-Domizil von Gärtner in Alsenborn. Neben Zaiser spielen Marc Kienle, der neue Solotrompeter des Pfalztheaters Kaiserslautern, und Joachim Braun, Musiklehrer und früher Trompeter bei zum Beispiel Brass Machine, die Trompeten und Flügelhörner. Zu Gärtner hat sich bei den Tenorhörnern Margreth Nußdorfer, Hornistin bei der DRP, gesellt. Tubist ist Matthias Fitting, Musiklehrer und ständige Aushilfe in vielen Symphonieorchestern. Der Schlagzeug-Part liegt bei Geza Huba, Schlagzeuger am Pfalztheater, in sicheren Händen. Alle sieben sind mit Herz und Seele der Blasmusik verbunden, kennen diesen Stil aus der jeweiligen Heimat, beherrschen ihn aus dem Effeff.
„Zeit für ein Glas Wein“
„Marc Kienle hat sich gleich den Trompetenpart gesichert, da kann er brillieren“, zeigt Zaiser Freude am neuen Ensemble. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich das zweite Flügelhorn besetzen will. Mein DRP-Trompeter-Kollege Robert Neumeir, der aus Südtirol kommt, hat mir gesagt: Schnapp dir in der Besetzung das zweite Flügelhorn, dann bleibt dir auch Zeit für ein Glas Wein“, sagt Zaiser. „Als Frontmann hab’ ich beim Rennquintett 30 Jahre lang die erste Trompete gespielt, das reicht mir.“
Zaiser wirkt im musikalischen Bereich als Ideengeber, kauft derzeit auf eigene Rechnung die originalen Kompositionen für die Siebener-Besetzung. „Wir spielen nur mit Originalnoten, auch um die Komponisten und Arrangeure zu unterstützen“, betont der Trompeter. „Neben dem Böhmischen Stil wollen wir vor allem die Pfalz musikalisch repräsentieren. Deshalb suchen wir aktuell noch einen Arrangeur, der uns bekannte Titel mit Bezug zur Pfalz neu für unsere Besetzung arrangiert.“
Nach dem Konzert geht der Hut rum
Geld verdienen ist erst einmal nachrangig. Jetzt in der Corona-Krise gelte es, die Gastronomie zu unterstützen. „Wir wollen uns ausprobieren mit Publikum, raus in die freie Wildbahn“, sagt Zaiser. Deshalb soll erst einmal bei Gastronomen gespielt werden, wo das Ensemble anschließend den Hut rumgehen lassen kann. „Dabei hoffen wir, dass die Leute die Zeichen der Zeit erkennen, entsprechend unser Engagement würdigen.“
Wenn Restaurants oder Hotels einen großen Außenbereich haben, die Inhaber Lust, ihren Gästen mal besondere Blasmusik in einer bislang in der Region kaum vertretenen Besetzung zu bieten, dürfen sie sich bei Zaiser melden. „Wichtig ist für die Betreiber, dass wir alles, was wir derzeit sammeln können, auch für die Betriebe spenden“, hebt er hervor. Drei Termine sind bereits in Vorbereitung, wegen Corona aber noch nicht festgezurrt. „Der Startschuss erfolgt vom Ordnungsamt, wenn die Restriktionen weniger werden.“