Grünstadt Mit Drachen auf dem Arm

Anziehungspunkt für große und kleine Kinder: die Tattoo-Station – hier erhält die vierjährige Anna von Natalie Schott (beide aus
Anziehungspunkt für große und kleine Kinder: die Tattoo-Station – hier erhält die vierjährige Anna von Natalie Schott (beide aus Wattenheim) ein Glitzer-Kleeblatt.

Verschiedene Vereine und Gruppierungen haben am Samstag auf Einladung der Ortsgemeinde und der Guggux-Hexen rund um die Wattenheimer Gemeindefesthalle das erste Kinderfest veranstaltet. Trotz des wechselhaften Wetters war es gut besucht – nicht nur von Jungen und Mädchen aus dem Ort.

Die Idee kam von den Guggux-Hexen. „Als wir die Spenden, die wir an Altweiberfasching den Autofahrern abgeluchst hatten, addierten, wurde die Idee des Kinderfestes geboren“, erzählt Natalie Schott, eine der Hexen. Mit den rund 1000 Euro wurden dann der Ballonkünstler bezahlt, das Tattoogerät, die Mohrenkopfwurf- und die Zuckerwatte-Maschine sowie sämtliche Preise gekauft. „Die Stempelkarten haben wir selbst gemacht - da sind wir sehr kreativ“, meint sie lachend. Zu ihrer großen Freude hatten sich gleich alle Vereine des Ortes bereit erklärt, sich an dem Fest zu beteiligen. „Auch der Bürgermeister war sofort begeistert und hat uns von Anfang an unterstützt“, freut sich Schott. Das Angebot an Mitmach-Aktivitäten ist enorm. Der achtjährige Marlon ist mit seiner Schwester Lotta (fünf Jahre) aus Tiefenthal gekommen. „Bogenschießen macht uns viel Spaß“, meint er und erhält danach gleich seinen Stempel auf der Karte. Der fünfjährigen Leyla aus Wattenheim hat es die Feuerwehr angetan – sie versucht mit einer Wasserfontäne aus dem Schlauch auf Kegeln befestigte Karten wegzuspritzen – gar nicht so einfach, wie sie feststellt. Da muss Feuerwehrmann Florian Schmidt ein wenig nachhelfen. Ein Anziehungspunkt ist auch die Drehleiter. „Wir haben heute Vormittag bestimmt schon 50 Kinder bis auf 23 Meter hoch gefahren, da waren alle begeistert“, erzählt Feuerwehrmann Andreas Michel von der Feuerwehr Hettenleidelheim-Wattenheim. Bei Zauberer Toni Balloni sind nicht nur die Kinder sprachlos, wenn er aus Seilen mit Knoten scheinbar mühelos die Knoten heraus zaubert oder als Ballonkünstler die witzigsten Figuren im Handumdrehen anfertigt. Beliebt ist auch die Tattoo-Station, an der Natalie Schott mit ihrer Mutter in Sekundenschnelle bunte Motive auf Ober- und Unterarme zaubert – „völlig schmerzfrei, garantiert allergiefrei und nach drei bis fünf Tagen auch wieder verschwunden“, wird versichert. Viele Kinder stehen an für Kleeblätter, Blüten, Drachen, Einhörner und anderes – mit und ohne Glitzer. Beim Musikverein können Instrumente ausprobiert werden, am Stand der SPD gibt es eine Fühlstation, bei der die Kinder beispielsweise Stroh, Popcorn, Tannenzapfen, Muscheln oder eine Riesenspinne aus Gummi ertasten können. Bei Genius alias Thomas Karle, der in römischem Gewand samt Gattin und diversen Replika aus der Römerzeit posiert, erfahren die Kinder Wissenswertes von damals. Der Unterhaltungsverein Wattenheim gibt lustige Gedichte zum Besten, der Förderverein der Grundschule hat einen Parcours aufgebaut und beim ATSV kann man unter anderem Tae-Kwon- Do und Aerobic ausprobieren. Alexandro (elf) sowie die beiden zehnjährigen Niclas und Philipp haben ihre Stempelkarten ganz voll und wollen sich jetzt ein Geschenk am Stand der Guggux-Hexe aussuchen. „Die Auswahl reicht von Straßenkreide über Brotdosen, Spielbälle, Playmobil-Tütchen bis zu Fidget-Spinnern, die erwartungsgemäß heute der Renner sind“, weiß Natalie Schott. Der Erlös des Festes, das rund 120 Jungen und Mädchen anlockte, kommt laut Schott wieder Wattenheimer Kindern zugute.

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