asselheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mara ist die neue Weingräfin

Von ihrer Vorgängerin Saskia (links) erhält die 71. Weingräfin des Leiningerlandes Mara ein „Überlebenspaket für Weinhoheiten“.
Von ihrer Vorgängerin Saskia (links) erhält die 71. Weingräfin des Leiningerlandes Mara ein »Überlebenspaket für Weinhoheiten«.

Bei einer Feier im elterlichen Weingut in Asselheim ist Mara Echter am Donnerstag zur 71. Weingräfin des Leiningerlandes ernannt worden. Eigentlich wäre sie bereits die 73. regionale Hoheit. Doch das Virus stellte die junge Frau auf eine harte Geduldsprobe.

Bereits Mitte Februar 2020 hat der Weinwettstreitausschuss der Stadt Grünstadt die Bewerbung der Asselheimerin Mara Echter positiv beschieden. Die damals 21-Jährige sollte am letzten Juli-Wochenende des ersten Corona-Jahres die Nachfolge von Saskia antreten. Doch daraus wurde nichts. Zwischen der Wahl von Mara zur 71. Weingräfin des Leiningerlandes und ihrer offiziellen Ernennung lagen 29 Monate und damit 24 mehr als üblich. Am Donnerstag war es aber nun so weit. „Endlich tut sich wieder etwas in Sachen Weingräfin“, meinte Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) bei der Begrüßung „der Fans des Brauchtums“.

Unter den 70 lokalen Weinhoheiten an der Unterhaardt, die seit 1950 gekrönt wurden, stammten bislang vier aus Asselheim: Hannelore Dietrich (11. Gräfin, 1960/61), Andrea Zaun (34., 1983/84), Sandra Eibel (43., 1992/93) und Julia Kroll (61., 2010/11). Mara wird die fünfte junge Frau aus dem Norden Grünstadts sein, der beim Weinwettstreit am 22. Juli das Zepter überreicht wird. Ab dann wird sie – voraussichtlich – ein Jahr lang das Leiningerland und den hier kreierten Wein repräsentieren.

Einst Abschaffung der Weinhoheiten erwogen

Die 23-Jährige ist auf dem 1935 gegründeten Winzerhof aufgewachsen, den ihre Eltern Meike und Matthias Echter in vierter Generation führen. Vermutlich wird Maras älterer Bruder Miro irgendwann die elf Hektar Rebfläche bewirtschaften. Die designierte Weingräfin, die gerade ihr Abitur macht, geht verschiedenen Jobs nach. Unter anderem arbeitet sie an einem Testzentrum und ehrenamtlich in einem Tierheim, stellte Wagner die junge Frau vor.

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) erinnerte bei der Feier, die vom neu zusammengesetzten Duo Flute, Strinxs & Voice (Dietrich Mayer und Alex Lützke) musikalisch umrahmt wurde, an Überlegungen, die Weinhoheiten abzuschaffen. Diesen Vorstoß habe er nicht verstehen können. Gerade in düsteren Zeiten wie den aktuellen hätten sie die wichtige Aufgabe, möglichst viel Optimismus und gute Stimmung zu verbreiten. Ihlenfeld dankte Saskia Herkelrath aus Mühlheim, die als „ewige Weingräfin“ in die Geschichte eingehen wird. Denn wegen der Pandemie trägt sie die Krone inzwischen seit drei Jahren.

Vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, Frank Rüttger (CDU), wurde Saskia bescheinigt, eine gute Arbeit über die drei Legislaturperioden geleistet zu haben. Auch sei sie gereift in dieser Zeit. Leider sei die Wanderkrone keine Trophäe, die man wie den Wanderpokal nach dem dritten Mal behalten dürfe, scherzte Rüttger, und wünschte Mara viel Spaß im Amt, das sie bald antreten wird. Asselheims Ortsvorsteher Norbert Schott (SPD) dankte der designierten Weinhoheit für ihre Geduld und überbrachte die Grüße der örtlichen Vereine. Die 61. Weingräfin Julia Kroll sagte zu Mara: „Genieße das Jahr in vollen Zügen. Und wenn du Fragen hast, geb ich dir gern meine Telefonnummer.“

„Ewige“ Weingräfin hatte mehr als 110 Termine

Saskia blickte auf eine „superspannende Zeit mit mehr als 110 Terminen“, die sie nicht missen möchte. „Mache das kommende Jahr zu deinem Jahr“, riet sie ihrer Nachfolgerin. Damit diese ihre Aufgabe voller Freude meistern könne und nicht zu sehr unter Blasen an den Füßen und dickem Kopf am Tag danach leide, überreichte sie ihr ein „Überlebenspaket für Weinhoheiten“. An alle Freunde des Pfälzer Genussmittels gerichtet, sagte Herkelrath: „Wer die Wahrheit im Wein finden will, sollte nicht gleich nach dem ersten Glas aufgeben.“ Mara Echter sagte, es sei ihr eine große Ehre, das Leiningerland vertreten zu dürfen und hoffe, dass sie eine würdige Repräsentantin ist. Mit der Region fühle sie sich eng verbunden, „und ich habe schon immer Weingräfin werden wollen“.

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