Grünstadt Mann muss in Haft

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Zu zweieinhalb Jahren Haft wegen versuchter Vergewaltigung, Nötigung, versuchter Nötigung und Unterschlagung hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Frankenthal einen 25-jährigen Afghanen verurteilt, der zuletzt in der Verbandsgemeinde Leiningerland gewohnt hat. Er hatte am 9. Januar in Grünstadt eine 24-jährige Iranerin sexuell belästigt.

Die 24-jährige Frau hatte am Vormittag des 9. Januar am Grünstadter Bahnhof auf einen Bus gewartet. Der Angeklagte habe sie gefragt, ob sie Farsi spreche und ihm den Weg zur Post zeigen könne. Sie habe ihm den Weg erklärt, berichtete die Frau vor Gericht. Der Mann habe dann gesagt, er kenne sich in Grünstadt nicht aus, sie solle mit ihm in Richtung Post gehen. Sie habe sich bereiterklärt, ein Stück mitzugehen. Als sie im Park waren, „hat er plötzlich gesagt, er habe seit einiger Zeit keinen Sex mehr gehabt“, erzählte die Frau. Ihr fiel die Aussage sichtlich schwer, sie brach zwischendurch in Tränen aus. Sie habe auf die Äußerung des Mannes nicht reagiert, sondern gesagt, dass sie zum Bahnhof zurück müsse: „Ich habe Angst bekommen. Er war dann plötzlich richtig böse, er schrie mich an, packte mich mit beiden Händen an meinen Oberarmen und sagte, ich müsse jetzt mit ihm Sex haben. Ich habe geschrien und gesagt, er soll mich loslassen.“ Der Mann habe sie nicht losgelassen und gesagt, dass sie niemand etwas erzählen solle, er werde sie sonst töten. Die 24-Jährige berichtete, dass sie sich aus dem Griff habe lösen können, zu zwei Männern gegangen sei, die im Park arbeiteten und diese um Hilfe gebeten habe. Der eine habe sie ausgelacht, der andere habe gesagt, sie solle zur Polizei gehen. Einer der Arbeiter sagte, dass er und sein Kollege in etwa 30 bis 40 Metern Entfernung einen Mann und eine Frau gesehen hätten. „Er hat sie angefasst, sie hat sich losgerissen und ist dann in Richtung zu uns gegangen“, sagte der Zeuge. Die Frau habe um Hilfe gebeten, der Mann, der dazu gekommen sei, habe gesagt: „Familie, Familie“. Die Frau habe gesagt, dass das nicht stimme. „Wir haben gedacht, dass das ein Familienstreit ist, da wollten wir uns nicht reinhängen, sonst landet man am Ende selbst noch vor Gericht.“ Sein Kollege sagte: „Wenn es um Familie geht, kann man nichts machen.“ Die Frau ist an den Bahnhof zurück und wollte nach Frankenthal zum Sprachkurs fahren. Ein Freund, mit dem sie unterwegs telefoniert habe, habe ihr geraten, in Grünstadt zur Polizei zu gehen. Deshalb sei sie zurückgefahren. Der Afghane sei am Bahnhof gewesen und habe sie auf dem Weg zur Polizei verfolgt. Deshalb habe sie ein Paar gebeten, sie zu begleiten. Er habe vor der Polizeiinspektion gewartet, als die Polzisten ihn hereinholten, habe er auf Farsi zu ihr gesagt, dass er sie schlage, wenn sie draußen seien. Der Angeklagte teilte über seinen Anwalt Jochen Hoos mit, dass die Anklage teilweise stimme, er habe jedoch nicht vorgehabt, die Frau zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung Bad Dürkheim berichteten, dass es mit dem Angeklagten, der fünf Vorstrafen hat, immer wieder Probleme gegeben habe. So habe der 25-Jährige sich bei Besuchen in der Kreisverwaltung an sein Geschlechtsteil gefasst, ein Mädchen im Schulhof angefasst und gezündelt. Der Angeklagte habe eine „dissoziale Persönlichkeitsstörung“, so ein psychiatrischer Sachverständiger. Es gebe Anzeichen, dass er schizophren sei. Das Verhalten seines Mandanten sei keine versuchte Vergewaltigung, denn die Frau habe sich ohne Mühe aus dem Griff des Mannes lösen können, so Anwalt Jochen Hoos. Deshalb könne der Mann nur wegen Nötigung und Unterschlagung verurteilt werden (weil er zwischen Ende Dezember und Anfang Januar das Maxx-Ticket eines Mädchens eingesteckt hatte). Hoos plädierte für eine Haftstrafe von sechs Monaten. Anders sahen dies Staatsanwalt Bernhard Meyer und das Gericht. Meyer forderte zwei Jahre und acht Monate Haft. Rechtsanwalt Hoos kündigte an, dass er wohl Berufung gegen das Urteil einlegen werde.

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