Grünstadt „Manchmal wird man gefordert“
Battenberg. Für das Amt des Battenberger Ortsbürgermeisters gibt es einen ersten Kandidaten: Der 54-jährige Winzermeister Wolfgang Pahlke, seit 16 Jahren Ratsmitglied, davon sechs als Beigeordneter, hat seinen Hut in den Ring geworfen. Die RHEINPFALZ wollte von dem dreifachen Vater und bereits stolzem Großvater eines Mädchens wissen, wie leicht ihm die Entscheidung gefallen ist.
Für die Übernahme eines solchen verantwortungsvollen Amtes lasse ich mich nicht überreden. So eine Entscheidung muss wohlüberlegt sein. Diese habe ich von verschiedenen Faktoren abhängig gemacht. Zum einen mussten meine Familie und mein Betrieb zustimmen. Zum anderen wollte ich drei Ereignisse abwarten: die Seniorenfahrt, die erste Ratssitzung unter meiner Leitung und den Bauernmarkt. Seniorenfahrt und Bauernmarkt? Bei der Seniorenfahrt war im Vorfeld die Verantwortlichkeit unklar. Letztendlich wurde die Ortsgemeinde als Veranstalter aber von vielen Seiten unterstützt, was für mich ein Zeichen war, dass alle bereit sind, wieder zu einem Miteinander zu finden. Ebenso macht mir Hoffnung, dass die Zusammenarbeit zwischen neuem und altem Organisationsteam für den Bauernmarkt hervorragend funktioniert hat. Gut gelaufen ist ja auch die September-Ratssitzung. Offensichtlich werden Sie von beiden „Lagern“ akzeptiert. Haben Sie eine Erklärung dafür? Eine Grundeinstellung von mir ist: Jeder Battenberger ist gleich. Die Einteilung in Alt- und Neubürger beispielsweise ist in meinen Augen Quatsch. Als gebürtiger Eisenberger, der seit 1985 hier im Burgdorf lebt, bin ich ein „alter Neubürger“. Mir ist es wichtig, das Wir-Gefühl zu stärken. Personen und Sachen müssen dabei strikt getrennt werden. Natürlich gibt es zu verschiedenen Dingen unterschiedliche Ansichten. Ich sage auch grundsätzlich ehrlich meine Meinung. Aber Mehrheitsentscheidungen im Rat sind zu akzeptieren. Auch wenn die Zeichen positiv zu werten sind, Ihre Familie und Ihr Betrieb Sie unterstützen: Warum stellen Sie sich der Herausforderung, die nächsten dreieinhalb Jahre Bürgermeister zu sein? Manchmal wird man im Leben einfach gefordert, eine Aufgabe zu übernehmen. Battenberg liegt mir sehr am Herzen, und der Zustand in den letzten Monaten war schwierig. So kommen wir in unserem Dorf auch nicht vorwärts. Wenn man miteinander redet, anstatt übereinander, würden viele Probleme erst gar nicht entstehen. Angenommen, Sie werden am 29. November zum Ortsbürgermeister gewählt. Mit welchen Themen werden Sie sich vermutlich gleich zu Beginn Ihrer Amtszeit beschäftigen? Ein großes Thema ist nach wie vor die Zukunft des gemeindeeigenen Hauses in der Hauptstraße 26. Wichtig ist auch, den neuen Bürger- und Kulturverein zu integrieren. INFO Noch bis Montag, 18 Uhr, können sich Kandidaten für das Amt des Ortsbürgermeisters bewerben: bei der VG Grünstadt-Land. Gewählt wird am Sonntag, 29. November.