Grünstadt „Man wird dadurch nicht reich“

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Christian Majdecki aus Carlsberg ist Profi-Musiker und Schlagzeuger der Frank-Zappa-Tribute-Band Grandsheiks. Nächste Woche startet diese ihre Deutschland-Tournee. Timo Benß hat den Drummer interviewt.

Wie kommt man ausgerechnet auf Zappa?

Durch Entdeckungsgeist. Ich hatte als 14/15-jähriger den Namen mal gehört. Und als es Radio Fürst in Grünstadt noch gab, fiel mir dort eine Doppel-CD in die Hände. Die habe ich daheim in den CD-Player gelegt und war überwältigt. Das ist nicht unbedingt Musik, die mit Hook-Lines gespickt ist, sondern sie hat mehrere orchestrierte Parts, die in verschiedenen Stilistiken daherkommen. Von reggaehaften Nummern bis hin zu Strawinsky-Einflüssen bei „Inca Roads“. Dieser Sound hat mich so überwältigt, dass ich mir über die Jahre immer mehr gekauft hab. Dann hast du nach einer Zappa-Band gesucht? Ich hab nicht gesucht. Nach meinem Studium in Los Angeles, das ich 2002 bis 2003 gemacht habe, war es klar, dass ich so vielseitig wie möglich als Schlagzeuger arbeiten will. Das Witzige: In L.A. hatte ich einen Lehrer namens Ralph Humphrey, der seines Zeichen Drummer bei Frank Zappa war. Natürlich waren da noch andere Lehrer, die alle in ihrem Gebiet absolute Meister waren. Alles, was ich in dem Jahr dort gelernt habe, hat mir die Augen geöffnet, was es braucht, um als Musiker leben zu können. Dann hab ich jede Menge Erfahrung gesammelt. Beispielsweise mit Volker Riegler in einer Fifties-Rockband oder in der Psychedelic-Rock-Gruppe Tunes for the takin’. Und der Gitarrist von TFTT empfahl mich dem Gitarristen von Sheik Yerbouti, die auf der Suche nach einem neuen Drummer waren. Bei der Tour spielt ihr in eher kleineren, aber bekannten Clubs. Ist da das Ambiente besser als in größeren Hallen? Die kleinen Clubs sind meines Erachtens viel besser geeignet, weil es bei solcher Musik viel um Kommunikation in der Band geht. Auch um Spielwitz und Interaktion mit dem Publikum. Deshalb sind kleinere Bühnen irgendwie angenehmer, passender. Natürlich würden wir auch mal bei Rock am Ring spielen. Aber da passt die Musik nicht ganz (lacht). Bedauerst du es, dass solche Musik kein größeres Publikum hat? Ja klar. Gerade wegen dem Faktor der Aufmerksamkeit der Zuschauer und der Qualität der Musiker. Dass die Leute auch mal sehen, wie hoch der Aufwand ist, bei solchen Arrangements auch noch authentisch, frisch und leidenschaftlich rüberzukommen. Es dauert auch eine ganze Zeit, sich die Spieltechniken anzueignen, um die Songs zu interpretieren. Ich mach’ das schon seit fünf Jahren, aber lerne bei jedem Konzert noch dazu. Wie finanziert sich so eine Tour in kleinen Clubs? Es gibt Veranstalter, die zahlen eine Festgage, manche zahlen eine Mindestgage und manche einen Anteil am Gewinn. Es ist auf jeden Fall vorher vereinbart – so, dass sich die Tour für uns rechnet. Man wird nicht reich davon, aber es rechnet sich. Klar ist der Aufwand dafür höher als bei einem Kerwe-Gig in der Pfalz. Aber ich mache es ja auch nicht nur wegen des Geldes. Es bringt mich vor allem in meinem musikalischen Können und meiner Ausdrucksweise weiter. Und davon kann man leben? Nein. Wenn ich nur in dieser Band spielen würde, könnte ich natürlich nicht davon leben. Man verdient ein bisschen nebenbei, aber mein Standbein ist der Unterricht. Ich gebe bei mir zu Hause Privatunterricht und arbeite in einer Musikschule. Egal ob Schüler, Rentner oder Kinder im Vorschulalter, Hauptsache ich kann den Spaß an der Musik weitergeben.

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