Grünstadt Möpse, blaue Geier und Hasenbraten

Harry Kern lenkte ein dreirädriges Gefährt mit sieben fröhlichen Drittklässlerinnen.
Harry Kern lenkte ein dreirädriges Gefährt mit sieben fröhlichen Drittklässlerinnen.

Der Wettergott hat es gut gemeint mit den Kirchheimern, ließ er doch den kleinen, aber feinen Kerweumzug mit 15 teilnehmenden Gruppen am Sonntag trockenen Fußes und mit trockenen Rädern durch die Straßen des Weinbauortes ziehen, an denen viele Zuschauer die einzelnen Zugnummern begrüßten.

Direkt nach der Feuerwehr tummelten sich die Fußball-Kinder der F-Jugend des örtlichen Sportvereins und der neu gegründeten Spielergemeinschaft (SG) Kirchheim-Großkarlbach, gefolgt von den Sausrummer Kerweborsch, die ihre Kollegen mit Musik und Pfälzer Wein unterstützten. Der erste Hingucker war ohne Zweifel das dreirädrige Gefährt mit Harry Kern als Fahrer, der sieben strahlende Grundschulmädels aus der dritten Klasse sichtlich mit Freude durch die Straßen chauffierte. Die traditionelle Umzugsmusik kam von acht Mitgliedern des Spielmanns- und Fanfarenzugs aus Frankenthal-Eppstein. Die Eckbach-Krischer waren auch wieder mit einem eigenen Wagen mit von der Partie, auf dem sie ihr neuestes Stück „Kaviar unn Hasebrode“ vorstellten – für alle Nicht-Pfälzer: „Brode“ kommt in diesem Fall nicht von „Brot“, sondern von „Braten“. Die Blauen Geier, eine Oldtimer-Gang mit offizieller Kutte, waren mit drei Oldtimer-Motorrädern, zwei Kreidler Florett aus den Baujahren 1973 und 1976 sowie einer Herkules MK 50, Baujahr 1966 genauso mit dabei, wie Tobias Pfeifer mit dem selbst gebauten Go-Kart seines Opas und Herbert Glang mit seinem Borgward Isabella aus dem Baujahr 1959. Der nächste Hingucker: Sigrid Auhorn ritt mit ihrem Quarterhorse Nico durch die Straßen – Nico verhielt sich erstaunlich ruhig in Anbetracht der geräuschvollen Umgebung. Ross und Reiter folgte der Hundeverein, der mit acht Vierbeinern, darunter unter anderem zwei Möpse, ein Golden Retriever, ein Labrador und ein Cocker Spaniel, vertreten war. Am Ende kam zunächst der Wagen der Kerweborsch, die sich als Motto drei spezielle Machthaber dieser Welt vorgenommen hatten: Sie rechneten mit Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan und Kim Jong Un ab. Ihr Spruch: „Mit nem Idioten an der Macht, hat’s noch kein Land zu was gebracht“ – ihr Rat war vielmehr: „Make the world great again.“ Den Abschluss bildeten die sieben Kerweborsch selbst in der traditionellen Kutsche, von der aus sie die Zaungäste begrüßten, die umstehenden Kinder kräftig mit Süßigkeiten versorgten und nicht mit dem Ausschenken von Pfälzer Wein sparten.

x