Hettenleidelheim
Luitpoldschule: Neue Sanitärräume mit Kunst aufgepeppt
Jürgen Heckmann, Rektor der Luitpoldschule in Hettenleidelheim, ist ein angenehmes Lern- und Arbeitsumfeld wichtig. Als das altehrwürdige Schulhaus für die Ganztagsbetreuung umgestaltet wurde, ist daher auch in Kunst am Bau investiert worden. Damals gewann die Altleininger Künstlerin Tanja Lebski die Ausschreibung. Unter dem Motto „Märchen & Mythen“ verschönerte sie 2010 Pausenhof, Fassade und auch das Innere des denkmalgeschützten Gebäudes. Überall sind seither in Mosaiktechnik hergestellte Fragmente aus regionalen Erzählungen – etwa „Eva von Neuleiningen“ und „Der weiße Peter von Wachenheim“ – zu entdecken.
Da ihr das 1908 errichtete Haus wie ein Labyrinth vorkommt, hat Lebski einen Roten Faden mit Nettigkeiten durch den gesamten Innenraum gezogen. Seither sitzt am Sockel an der Wand zum Lehrerzimmer beispielsweise eine Schnecke, auf einer Fensterbank liegt Kleingeld und irgendwo steht auch ein einsamer Damenschuh herum. Auf den Toiletten gab es unter anderem kleine bunte Zahnputzbecher – bis in den letzten Sommerferien die Grundsanierung der Sanitärräume begann.
Oft landet die Kunst bei Sanierungen auf dem Müll
„Da habe ich gleich gefragt, was denn mit der Kunst am Bau sei“, erzählt Heckmann. Er habe nicht gewusst, ob man die Mosaike einfach demontieren und wieder installieren kann, oder ob etwas Neues geschaffen werden muss, „aber ich hätte es sehr schade gefunden, wenn die Kunstwerke einfach verschwunden wären“, so der Rektor. Nach Lebskis Erfahrung hätte das durchaus passieren können: „Immer wieder landen bei Modernisierungen Statuen, Reliefs und andere Werke sang- und klanglos auf dem Müll.“
Nicht so in Hettenleidelheim. Die VG Leiningerland beauftragte die 54-Jährige damit, nach der Sanierung wieder etwas zur Wohlfühlatmosphäre beizutragen. Also fertigte sie zwei große Spiegel an. Diese hat Lebski in 30-stündiger Arbeit mit fantasievollen Mosaiken passend zu den jeweils verwendeten Kacheln gestaltet. Die Mädchen können sich nun in einem Spiegel betrachten, der überwiegend mit Steinchen in gelb-roten Farbtönen umrahmt ist. Das Kunstwerk für die Jungentoilette, auf dem unter anderem ein Mann und ein Vogel abgebildet sind, ist in Grün und Blau gehalten.
Dass die Altleiningerin und ihre Tochter Judith die nierenförmigen Objekte erst am gestrigen Donnerstag anbringen konnten, hat Lebski zufolge an Lieferschwierigkeiten beim Verbundglas gelegen. Dieses Spezialglas geht im Falle eines Falles wie eine Windschutzscheibe ohne scharfe Splitter kaputt.
Kunstvolle i-Tüpfelchen freuen den Rektor
Dass es sich bei den Spiegeln nicht um Kunst am Bau handelt, hebt VG-Pressesprecher Joerg Schifferstein hervor. Es habe keine Fördermittel dafür gegeben und es sei auch keine Ausschreibung erfolgt. Auch zu den 25.000 Euro, die für die Erneuerung der Lehrertoiletten ausgegeben werden mussten, habe es keine Zuschüsse gegeben. Insgesamt schlug die Sanierung des in die Jahre gekommenen Sanitärbereichs mit 435.000 Euro zu Buche. 250.000 Euro wurden in die WC-Räume für Jungen gesteckt und 160.000 Euro in die Mädchen-Toiletten. Für diese Arbeiten sind laut Schifferstein Zuschüsse von zusammen 296.890 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm 3.0 sowie aus dem Topf für Investitionen in die Ganztagsbetreuung geflossen.
Im Zuge der Sanierung wurden auch die Fenster im Schulgebäude ausgetauscht und Lüftungsanlagen installiert. Alle Räume wurden in frischen und freundlichen Farben gestaltet. Nachdem nun auch die kunstvollen i-Tüpfelchen montiert worden sind, stellt Heckmann zufrieden fest: „Die Spiegel werten das ganze Projekt zusätzlich auf.“