Grünstadt Leise rieselt der Sand

Einsturzgefährdet oder längst durch eine Betonwand gesichert? Gefahr für die Bevölkerung oder Falscheinschätzung? Das waren die Fragen, denen der Gemeinderat Mertesheim am Montagabend im Zusammenhang mit der Sandsteinmauer an der Kirche nachging. Während sich in der Ratsitzung noch alles um Pläne und Abrechnungen längst vergangener Baumaßnahmen drehte, brachte ein anschließender Ortstermin mit der RHEINPFALZ Aufschluss.
Markus Bender konnte bereits in der Sitzung an Hand von Schlussabrechnungen nachweisen, dass die Mauer an der Kirche zwar durch vorgebaute Stützen gesichert worden ist, dass aber etwa ab der Hälfte der Kirche keine Betonwand hinter den Sandsteinen steht. „Die Frage, der wir nachgehen müssen, ist in erster Linie, ob diese Mauer noch standsicher ist“, machte Bender seinen Standpunkt deutlich. Kritik äußerte er an Aussagen der VG-Verwaltung, die sich nicht in der Lage sah, den Zustand der Mauer zu beurteilen. Der Rest des Rats war zunächst der Meinung, dass auch zwischen Rathaus und Kirche die Sandsteinmauer durch sogenannte L-Steine gesichert worden sei. Dies ist aber nur ab etwa der Hälfte der Kirche in Richtung Friedhof/Dorfgemeinschaftshaus der Fall. Wer in der St. Valentin-Straße in die Fugen zwischen den Steinen greift, der hat losen Sand in den Händen. Deutlich zu sehen ist, dass ein kleiner Kirschbaum auf dem Kirchengelände, der direkt neben der Mauer steht, bereits die Mauerabdeckung anzuheben beginnt. „Problem sind hier die Eigentumsverhältnisse. Früher gehörte die Mauer der Kirche, später taucht sie aber in den Unterlagen als Eigentum der Gemeinde auf“, erklärt Ortsbürgermeisterin Doris Nitzsche. Auch der Kirschbaum stehe auf Kirchengelände, greife aber mit seinem Wurzeln die Mauer an, die der Gemeinde gehört. „Da kann man nicht ohne Rücksprache aktiv werden, aber wir müssen die Kontakte zur Kirche suchen und die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde müssen noch mal vor Ort“, so die Ortsbürgermeisterin. Unsicher ist nach wie vor die Frage, ob die Standsicherheit der Mauer gefährdet sein könnte. Darüber könne letztendlich nur ein Statiker Aufschluss geben, der die Mauer untersuchen müsste. Was dies an Kosten verursachen würde will Nitzsche ermitteln lassen. Dass gehandelt werden muss, darüber waren sich die Ratsmitglieder, die im Nachgang zur Sitzung die Mauer in Augenschein nahmen, ebenfalls einig. Im Umfeld des Rathauses wird auch eine hässliche Mauer entfernt, die vor einigen Jahren mit Ring-Wall-Steinen aufgemauert worden war. Damit dort keine Fahrzeuge über die Ecke der St. Valentin-Straße und der Hauptstraße fahren und auch keine Autos abgestellt werden, sollen Sandsteine eine neue Abgrenzung zwischen Fahrbahn und dem freien Bereich am Rathauskeller bilden. Zwischen den Steinen wird eine Begrünung vorgenommen. Markus Bender, der in Mertesheim ein Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen betreibt wird dies alles auf eigene Kosten durch seine Mitarbeiter umgestalten lassen, informierte Doris Nitzsche den Gemeinde. Die von Bender für die Umgestaltung vorgelegten Pläne fanden im Rat allgemeinen Anklang und wurden einstimmig gebilligt.