Tourismus
Leiningerland soll erster Treffer werden
Das wechselhafte Aprilwetter, das den Mai bestimmt hat, ist vorüber, die Sonne lacht nun konstanter. Dazu kommen die niedrigen Corona-Fallzahlen dieser Tage und die allmählich steigende Impfquote. All das sorgt dafür, dass das Leben im Leiningerland wieder erwacht. Für Sandra Schnober geht es jetzt so richtig los. Die Touristikerin der Verbandsgemeinde Leiningerland hat am 1. Januar 2020 ihre Stelle angetreten – dann kam die Pandemie.
Bei einem kleinen Spaziergang am Bockenheimer See, wo die Tourist-Info ihren Standort hat, erzählt sie von ihrer Arbeit. Die bestand in den vergangenen Monaten vor allem aus Datenbanken. Was trocken klingt, dient dazu, das Leiningerland im Internet auffindbarer zu machen. Im Netzwerk „Deskline“ sind Organisationen wie Tourismusbehörden und Gebietskörperschaften zusammengeschlossen. Durch die Anbindung an dieses System kann die Verbandsgemeinde eigene touristische Inhalte auch auf regionalen Webseiten wie pfalz.de ausspielen. Die Corona-Pandemie hat zwar auch der Touristikerin viel Umgewöhnung abverlangt, sie hat ihr aber auch Zeit verschafft. Ohne die erzwungene Pause wäre es kaum möglich gewesen, die Datenbanken so gründlich zu aktualisieren.
Ja, die Digitalisierung werde immer wichtiger, bestätigt Schnober. Es sei unerlässlich, in den Suchmaschinen im Internet auffindbar zu sein. Wohnmobilfahrer – diese kommen immer öfter – suchten ihre nächsten Ziele oft von unterwegs aus per Google. Routen würden heutzutage flexibel geplant. Aber auch die analoge Arbeit vor Ort in der Tourist-Info sei noch sehr wichtig, sagt Schnober. Die Art der Fragen ändere sich. Viele Touristen hätten bereits eine grobe Idee im Kopf und fragten nur noch die Details ab. Eines ändere sich aber nicht, so Schnober: „Ein Geheimtipp war schon immer gefragt.“
Vermehrt junge Touristen
Auf die Frage, ob die Pfalz auch für jüngere Menschen etwas sei, sagt Schnober, es sei in der Tat so, dass momentan auch mehr junge Menschen ihren Urlaub in der Region verbringen. Durch die Corona-Pandemie suchen viele verstärkt Ziele innerhalb Deutschlands. Wer wandern will und Genuss liebt, stößt bei der Suche irgendwann auf die Weinstraße. Das gelte auch für jüngere Menschen. Schnober: „Ich sehe das als Chance, dass nach Corona etwas übrig bleibt.“
Dass das Leiningerland als Tourismus-Marke taugt, daran will Schnober nun arbeiten. Momentan kämen viele Gäste vor allem über die Schlagworte Pfalz und Weinstraße. „Doch die beginnt nicht erst in Kirchheim“, betont Schnober, deren Anliegen es ist, auch den nördlichen Teil besser zu bewerben. Um sich gegenüber der Südlichen Weinstraße und der Region um die Kurstadt Bad Dürkheim zu profilieren, brauche es stärkere Identifikationsmerkmale. Schnober hebt hier den Tourismusverein „Leiningerland. Das Tor zur Pfalz“ hervor, dessen Ziel es ist, die Marke Leiningerland zu etablieren.
Die Fragen, die man sich für eine größere Reichweite nun stellen müsse, sind laut Schnober: „Was ist die Zielgruppe? Wen haben wir? Und: Was suchen die?“ Vor allem sei das Leiningerland beliebt bei der Zielgruppe, die man mit „aktive Genussreisende“ beschreiben kann. Im Schnitt kommen pro Jahr rund 72.000 Gäste, die Anzahl der Übernachtungen liegt bei etwa 152.000.
Viele Wanderwege
Die vielen Winzer und Gastronomen will Schnober stärker einbeziehen. Außerdem gibt es viele Wanderwege, etwa den Pfälzer Weinsteig, den Pfälzer Mandelpfad oder den Leininger Burgenweg, die man gut vermarkten könne. Auch Radtouristen kommen auf ihre Kosten, etwa beim Kraut-und-Rüben-Radwanderweg oder beim Radweg Deutsche Weinstraße. Nach der Corona-Pandemie schwebt Schnober vor, noch mehr Angebote zu schnüren, die sich bewerben lassen, etwa Weinwanderungen oder andere Veranstaltungen. Auch in zahlreichen Ortsrundgängen, etwa in Hettenleidelheim, stecke noch viel Potenzial, das man nutzen könne.
Wenn wieder Veranstaltungen stattfinden, sollen auch die stärker touristisch vermarktet werden. Und natürlich freut Schnober sich auch selbst auf ihre erste Kerwe im Leiningerland. Das hat sie wegen der Corona-Pandemie noch nicht erleben können. „Ich bin schon gespannt“, sagt sie erwartungsvoll.