Grünstadt Leiningerland: Bürgermeister gesucht

Drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt gibt es im kleinen Mertesheim.
Drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt gibt es im kleinen Mertesheim.

Während sich im kleinen Mertesheim drei Menschen für den Bürgermeisterjob interessieren, herrscht in Altleiningen und Kleinkarlbach Flaute. Dort gibt es bislang keine Kandidaten für die Wahl.

Der Altleininger Ortsbürgermeister Frank Dennhardt (WG Dennhardt) und sein Kleinkarlbacher Amtskollege Rainer Gierth (FWG) treten bei der Wahl Ende Mai nicht mehr an. Nachfolger sind bislang nicht in Sicht. Weder der CDU-Ortsverband noch die FWG in Altleiningen stellen einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt, die SPD wird nicht einmal eine Liste für die Gemeinderatswahl am 26. Mai aufstellen. Gerade zwei Mitglieder kamen zur Versammlung, zu der Peter Boßmann eingeladen hatte, sagt er auf Anfrage. Die WG Dennhardt wird in der kommenden Woche ihre Kandidaten aufstellen. „Nach derzeitigem Stand werden wir Bewerber für die Ratssitze haben, nicht aber für das Ortsbürgermeisteramt“, informiert Amtsinhaber Frank Dennhardt. Elfriede Köhler berichtet, die nach ihr benannte Wählergruppe treffe sich erst Ende des Monats. Ob sie selbst oder überhaupt jemand für das Bürgermeisteramt kandidiert, konnte sie gestern noch nicht sagen. In Kleinkarlbach sieht es ähnlich aus: Weder die SPD noch die WG Rogenwieser benennen einen Kandidaten für den Bürgermeisterjob. Die FWG sei ebenfalls noch ohne Kandidaten, sagt der amtierende Ortsbürgermeister Rainer Gierth. Eine Versammlung der Gruppe stehe aus. Seitens der CDU ist unklar, ob überhaupt unter dem Namen der Partei eine Liste aufgestellt werden kann: „Wir planen eine Zusammenkunft, müssen aber noch entscheiden, ob wir als CDU-Ortsverband agieren oder als freie Wählervereinigung“, sagt CDU-Ortsverbandsvorsitzender Hans Joachim Hartmetz. Das Treffen sei für den 18. März vorgesehen, sicher ist, dass er und seine Mitstreiter eine vierte Liste mit Bewerbern für die Gemeinderatswahl in Kleinkarlbach einreichen. Die Parteien und Wählergruppen haben noch einen Monat Zeit, um Bewerber für das Bürgermeisteramt zu finden: Bis 8. April müssen die Wahlvorschläge bei der Verbandsgemeindeverwaltung Leiningerland eingereicht werden. Auch unabhängige Bewerber, die nicht von Parteien oder Wählergruppen unterstützt werden, müssen sich bis zu diesem Stichtag bei der Verwaltung gemeldet haben. In Gemeinden unter 500 Einwohnern, wie Mertesheim, reicht eine „einfache“ Bewerbung, in Gemeinden mit einer Einwohnerzahl über 500 müssen die unabhängigen Kandidaten Unterstützungsunterschriften sammeln – die Anzahl hängt von der Größe des Ortes ab. In Orten zwischen 500 und 1000 Einwohnern braucht man 25 Freunde, die die Kandidatur unterstützen. In Orten mit bis zu 2500 Einwohnern sind 30 Unterschriften notwendig, bis 5000 Einwohner sind es 40 und bis 7500 Einwohner braucht man 50. Interessant wird die Wahl im 400 Einwohner zählenden Mertesheim, dort haben die Bürger die Qual der Wahl. Neben Amtsinhaberin Doris Nitzsche (58), deren Kandidatur von der FWG bereits beschlossen worden ist, treten die beiden freien Bewerber Michael Lässig und Kurt Waßner an. Lässig ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Der Maschinenführer bei einem Papierhersteller ist seit 2014 Beigeordneter in Mertesheim und war bis vor einigen Monaten Mitglied der FWG, hat sich allerdings von der Wählergruppe getrennt. Kurt Waßner war bis Ende Februar Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Leiningerland, wo er 42 Jahre seines Arbeitslebens verbrachte. Der 64-Jährige Vater von drei erwachsenen Kindern ist ehrenamtlicher Leiter dreier Volkshochschulen in der Verbandsgemeinde. Gleich drei Kandidaten gibt es auch für die Nachfolge von Kurt Janson (parteilos) in Bockenheim: der parteilose Uli Keidel wird von der Freien Wählergruppe unterstützt, der parteilose Kandidat Dieter Rösener wird von den Christdemokraten unterstützt. Der SPD-Ortsverein geht mit Gunther Bechtel ins Rennen. In Carlsberg haben sich ebenfalls drei Männer zur Kandidatur bereiterklärt: Amtsinhaber Werner Majunke (CDU) will es noch einmal wissen. Er sieht sich mit zwei Herausfordern konfrontiert: Jens Mächler heißt der Bürgermeisterkandidat des SPD-Ortsvereins, Micha Sommer bewirbt sich als Unabhängiger für das Amt. In Kirchheim tritt Amtsinhaber Robert Brunner (CDU) noch einmal an, er wird zwei Gegenkandidaten haben: Für die FWG geht Kay Kronemayer ins Rennen, ein vormaliger CDU-Mann. Der SPD-Ortsverein wird in der kommenden Woche einen Bürgermeisterkandidaten nominieren. Wer das ist, dazu wollte die SPD gestern offiziell keine Angaben machen. In Quirnheim steht mit Rainer Merz für die FWG seit Donnerstagabend der erste Bewerber für das Amt des Ortsbürgermeisters fest. Dort tritt Amtsinhaber Hubert Deubert (SPD) nicht mehr an. WG Würtz und CDU-Ortsverband hatten bislang noch keine Versammlungen, der SPD-Ortsverein wird keinen Ortsbürgerkandidaten benennen. In Wattenheim treten Amtsinhaber Andreas Werle (SPD) und Carsten Brauer (CDU) an. Die WG Nagel benennt keinen Bürgermeisterkandidaten, die FWG hat bislang nicht zur Versammlung eingeladen. In Hettenleidelheim steht Amtsinhaber Steffen Blaga (CDU) bislang ohne Gegenkandidaten da, allerdings hat die SPD bei ihrem Treffen am kommenden Mittwoch die Wahl eines Bürgermeisterkandidaten auf der Tagesordnung stehen. Bei der FWG, die sich am Montag trifft, fehlt dieser Tagesordnungspunkt. In Tiefenthal wird sich Amtsinhaber Edwin Gaub (CDU) für eine weitere Amtszeit bewerben. Bei der WG Tiefenthal gibt es keinen Bewerber. Der SPD-Ortsverein geht nach Angaben von Thomas Mann ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl. In Ebertsheim hat die FWG bereits Amtsinhaber Bernd Findt für eine weitere Amtszeit nominiert. Die SPD wird laut Fraktionschef Michael Gander keinen Kandidaten für den Posten des Ortsbürgermeisters benennen. Andreas Lehmann wird für die SPD in Obersülzen erneut ins Rennen gehen, in Neuleiningen tritt Amtsinhaber Franz Adam (CDU) wieder an. In Obrigheim kandidiert Amtsinhaber und SPD-Mann Stefan Muth erneut. Herausgefordert wir er von Joachim Stefan Müsel von der FWG. Albrecht Wiegner (FWG) strebt in Kindenheim eine weitere Amtszeit an – er ist dort bislang der einzige Kandidat. In Bissersheim und in Battenberg werden die Bürgermeister für gewöhnlich von den Ratsmitgliedern gewählt, in beiden Orten hat bislang niemand den Finger für eine Direktkandidatur gehoben.

Doris Nitzsche
Doris Nitzsche
Michael Lässig
Michael Lässig
Kurt Waßner
Kurt Waßner
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