Grünstadt Leininger Nachlese:

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... ist es gut, dass Hotel und Restaurant Jakobslust saniert und ausgebaut werden, liebe Leserinnen und Leser. Aber es war nicht einfach für Eigentümer Adamo Zannino, die Zustimmung der Generaldirektion Kulturelles Erbe zu bekommen. Über Wochen sperrten sich die Denkmalschützer in der Mainzer Behörde gegen den geplanten Pavillon auf der Rückseite des Anwesens, verzögerten den Baubeginn. Sie hatten Einwände gegen den modernen Glasbau auf dem Areal, das ebenso wie das Haus aus dem 19. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht. Erst als Zannino deutlich machte, dass er sein Projekt aufgibt, wenn er den Pavillon nicht bauen darf, lenkte der Denkmalschutz glücklicherweise ein. Es wäre sehr schade gewesen, wenn das historische Haus, lange Zeit die gute Stube der Stadt, nicht renoviert würde. Eigentlich müssten die Hüter des kulturellen Erbes doch froh sein, wenn jemand solch eine Aufgabe anpackt und einem altem Gebäude zu neuem Glanz verhilft, seinen Bestand sichert. Und wer den öde und verwahrlosten Bereich zwischen dem leerstehenden Kino und der Jakobslust kennt, dem drängt sich zudem die Frage auf, was da schützenswert sein soll ... ... in Berlin: An zwei Tagen haben drei Staatssekretäre im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) 336 Vertretern von Kommunen und Kreisen feierlich die Bescheide überreicht, mit denen das Ministerium die Planung für den flächendeckenden Ausbau eines schnellen Internets fördert. Insgesamt sind es bisher 1172. Damit können die lokalen Verwaltungen alles vorbereiten, um ein noch größeres Geldpaket abzugreifen: bis 15 Millionen Euro, wenn es an den Ausbau geht. Wir fragen uns, welch’ feierlichen Rahmen sich Berlin für die Übergabe dieser „fetten“ Bescheide einfallen lässt? Und was das die Begünstigten kostet? Für die Anstoßfinanzierung – bis zu 50.000 Euro je Projekt – durften alle bedachten Kommunen und Kreise in Berlin antanzen. 630 Euro kostete den Kreis Bad Dürkheim die eintägige Dienstreise. Was kostete wohl das Abholen aller 1172 Bescheide? Die Begünstigten? Den Steuerzahler? ... hat das Sausenheimer Kerwekomitee mit seinem Umzugswagen zum Winzerfest in Bockenheim. Mit großem Engagement hatten die jungen Leute um Sophie Conrad einen Esel auf die Rolle gebaut, der wie das berühmte trojanische Pferd begehbar ist. Mit großen Hoffnungen, auch auf ein Preisgeld, fuhren sie zum sonntäglichen Umzug. Und wurden durch einen platten Reifen unsanft ausgebremst. Nix war’s mit dem Umzug, und die Rolle samt Esel musste zudem in Bockenheim bleiben, weil sich kein Ersatzreifen für das gute alte Stück fand. Nach einem Hinweis an dieser Stelle bekam das Komitee mehrere Reifen angeboten. Die Krux: Die sitzen auf Sechs-Loch-Felgen, die des Prunkwagens auf Acht-Loch-Felgen. Deshalb wartet der Esel schon mehr als einen Monat darauf, dass er heim nach Sausenheim darf. Wer kann helfen? … ein Leben ohne Internet vorstellen? Die Antwort heißt nein. Trotz aller gebotenen Vorsicht und trotz aller hässlichen Auswüchse des Netzes, vor allem des Darknets, in dem sich Verbrecher immer noch meist unerkannt tummeln können. Die Möglichkeit des schnellen Transfers von Daten, ja ganzen Datenpaketen, spielt eine immer größere Rolle, wenn sich junge Menschen und vor allem Unternehmen, wie Planer oder Architekten, irgendwo niederlassen. Wollen ländliche Gebiete da nicht nur neidisch auf die Ballungsräume schielen, in denen dank dichter Bebauung Kabel kostengünstig verlegt werden können, müssen sie nachrüsten; eventuell auch Steuergeld in die Hand nehmen und den Netzbetreibern einen Breitbandausbau wirtschaftlich ermöglichen. Die Verbandsgemeinde Grünstadt geht einen Schritt weiter. Sie beteiligt sich richtigerweise an der Initiative des Kreises Bad Dürkheim und ist ein Teil der Solidargemeinschaft, Kreis-Cluster genannt. Sie weiß aber auch, dass solch ein großes Gebilde nicht so flexibel reagieren kann, wie eine kleine Einheit. Deshalb treibt sie parallel einen eigenen Ausbau-Plan voran, ist bereit, in Vorleistung zu treten. Sie ist in der komfortablen Lage, dass sie sich diesen Weg leisten kann. Egal, welches Ergebnis die Initiative des Kreises wann bringt: Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst. Das gilt auch beim Breitbandausbau. Den treibt die Bundesregierung bundesweit voran. Das bedeutet aber, dass Engpässe bei der Herstellung und Lieferung der Rohre ebenso absehbar sind wie volle Auftragsbücher und damit Wartezeiten bei den Spezialbaufirmen. Die VG versucht, vorn dabei zu sein. Ein kluger Schachzug.

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