Grünstadt
Leininger-Gymnasium: 96 junge Menschen erhalten ihr Zeugnis bei Abiturfeier
Was hat die Ruhmesmeile in Los Angeles mit dem Abitur am Leininger-Gymnasium (LG) in Grünstadt zu tun? Das hat sich Schulleiterin Kerstin Hanisch gefragt, als sie das diesjährige Abi-Motto hörte: „13 Jahre Walk of Fame – die Stars gehen, die Fans bleiben“. Eine Parallele: Beide starteten 1960 am jetzigen Standort. Aber die Oberstudiendirektorin fand noch viele Gemeinsamkeiten in ihrer Rede bei der Abiturfeier am Donnerstag in Hettenleidelheim. Denn wer im Kreuzerweg den höchsten deutschen Bildungsabschluss erwirbt, habe die drei Auswahlkriterien für die berühmten Sterne ebenfalls erfüllt: Leistung in verschiedenen Kategorien, mindestens fünf Jahre im Business und gemeinnützige Aktivitäten, etwa im Schulsanitätsdienst, in der Technik-AG, in der Schülervertretung oder anderswo. Allerdings: Am LG seien schon mehr Stars geboren worden als in LA, wo erst 2773 Sterne liegen.
Dreimal eine Traumnote
139 Jungdarsteller sind im August 2015 zu den Dreharbeiten angetreten, 121 erfahrene Schauspieler waren bei der Produktion der drei letzten Folgen der Serie „Abitur 2024“ noch an Bord. 99 von ihnen haben sich schließlich zu den Abschlussprüfungen angemeldet. Nach 297 Klausuren und zahlreichen mündlich dargebrachten Monologen haben 96 junge Männer und Frauen ihr Ziel schließlich erreicht – drei mit der Traumnote 1,0, wobei Katharina Krause mit 851 von 900 möglichen Punkten die Jahrgangsbeste ist. Die Grünstadterin hat auch gleich vier Preise erhalten. Die Durchschnittszensur liegt bei 625 Punkten (2,19). Wie der Oberstufenleiter Florian Bachmann erläuterte, wird einer der drei Durchgefallenen es noch einmal versuchen, die beiden anderen geben sich mit dem Fachabitur zufrieden.
Einen kritischen Blick auf die Schulzeit warfen die Abiturienten Joshua Verheyen und Henrik Wietzke. Während der erste als „Engelchen“ vor allem das Positive betonte, kam der zweite als „Teufelchen“ mit den unschönen Dingen um die Ecke. So hätten etliche Lehrkräfte ihren Job offensichtlich unmotiviert erledigt und Noten willkürlich vergeben. Die Gymnasiasten seien „von oben herab“ behandelt worden und „leider gab es viele Konflikte mit der Schulleitung“, berichtete Wietzke. Er sah Hanisch an und sagte: „Sie haben die Möglichkeit, etwas zu ändern. Wir hoffen, dass Sie künftig mehr Transparenz wahren und den Schülern mehr Vertrauen entgegenbringen.“ Das LG müsse wieder stärker seine Kernaufgabe wahrnehmen: die Jugendlichen zu mündigen Bürgern zu erziehen.
„Kultur der Diskussion zurückgegangen“
„Wir Lehrer sollten den Schülern zuhören“, sagte Daniel Richter und bedauerte: „Die Kultur der Diskussion ist zurückgegangen.“ Kollegin Ulrike Gortner, für die es die letzte Abiturfeier war, meinte: „Wir können Kritik üben, aber was der Betroffene daraus macht, liegt nicht in unserer Hand.“ Lehrkräfte seien schlecht darin, das Trägheitsprinzip einfach auszuhalten, seien es der nicht erledigte Tafeldienst, die nicht gemachten Hausaufgaben, das Fernbleiben vom Unterricht oder auch die Missachtung von Regeln, die es unter anderem für den Umgang mit dem Handy, mit Zigaretten oder Alkohol gebe. Doch der eine oder andere Tadel komme auch wieder zu einem zurück und man komme zu der Erkenntnis: „Jo, das hättest du besser machen können.“
Selbstverständlich gab es auch die anderen Schüler. Geschichts- und Religionslehrerin Sandra Sander lobte: „Etliche von Ihnen zeigten wirkliches Interesse am Stoff, viele haben sich ehrlich angestrengt, manche erbrachten herausragende Leistungen und einige setzten sich sehr für die Schulgemeinschaft ein.“
Großartig war das Rahmenprogramm, das die Absolventen auf die Beine gestellt haben. Ein Genuss war die Interpretation eines Udo-Jürgens-Liedes von Karlsson Schick (Fagott) und Theresa Jung (Klavier), sehr beeindruckend das Tanzmedley von Viktoria Sauer und Jehona Shala. Nachdenklich wurde es beim Poetry Slam „Fragen über Fragen“ von Sina Hassan. Zweimal am Piano war Laura Mayer zu erleben.
Preisträger
- Noah Ebert, Katharina Krause und Hannah Schirp (Fördervereinspreise für Jahrgangsbeste je Traumnote 1,0),
- Felix Decker (Buchpreis der Bildungsministerin für vorbildliches Verhalten und beispielhaften Einsatz in der Schule),
- Amir Tannouri (Preis des Kreises für Mitmenschlichkeit, Integration und Toleranz),
- Timm Sauer und Joshua Verheyen (Preis des Elternbeirats für Einsatz für die Schulgemeinschaft)
- Marleen Zoe Rittner (Preis der Fachschaft Biologie),
- Katharina Krause (Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker),
- Noah Ebert (Buch und ein Jahr Mitgliedschaft Deutsche physikalische Gesellschaft),
- Henrik Boll, Jonathan Hollingshausen, Simon Metzger, Amir Tannouri, Henri Sauer, Hannah Schirp, Hannah Schmidt und Joshua Verheyen (ein Jahr Mitgliedschaft Deutsche physikalische Gesellschaft),
- Henrik Boll (Buch der Stiftung Pfalzmetall),
- Timm Sauer und Amir Tannouri (Buch von Pfalzmetall für Engagement im IT-Bereich)
- Simon Metzger (Preis der Gesellschaft für Informatik),
- Hannah Schirp (Preis der Fachschaft Mathematik und der Deutschen Mathematiker-Vereinigung),
- Paula Lentz (Preis bestes Deutsch-Abitur),
- Katharina Krause (Scheffelpreis für herausragende Leistungen in Deutsch),
- Jasmin Preiss und Maya Tannouri (Preis der Fachschaft Deutsch),
- Nils Steinmetz und Samuel Weber (Preis der Fachschaft Geschichte, Philologenverband),
- Simon Metzger (Sozialkundepreis vom Landesverband der Deutschen Vereinigung für politische Bildung),
- Noah Ebert und Hannah Schmidt (Preis der Fachschaft Geographie),
- Sarah Hofmann (Bildende Kunst, Jacobi-Preis),
- Katharina Krause (Pierre-de-Coubertin-Medaille für Leistungen in Sport).