Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Laserforce-Betreiber denken über zweiten Escape-Room nach

Sebastian Helf (links) und Etienne Mappes am Schaltpult ihres Escape-Rooms. Foto: Benndorf
Sebastian Helf (links) und Etienne Mappes am Schaltpult ihres Escape-Rooms.

Wirtschaft Regional: Sebastian Helf und Etienne Mappes, die Betreiber der im Frühjahr 2015 eröffneten Freizeitstätte Laserforce in der Benzstraße, deren Herzstück eine der größten Lasertag-Hallen in Europa ist, ziehen im fünften Jahr des Bestehens ihrer Firma eine positive Bilanz.

In den früher von einem Sanitätsfachhandel und dann von einem Spielzeuggeschäft genutzten Räumen werden in einer 1200 Quadratmeter großen Arena über zwei Ebenen Funsportwettkämpfe mit Phasern (ungefährlichen Strahlenwaffen) in verschiedenen Modi ausgetragen. „Wir haben sie inzwischen 12.500 registrierte Mitglieder“, berichtet Mappes. Nach vielen Umgestaltungen und Erweiterungen ihrer Halle, in die er und sein Kompagnon mehrere Hunderttausend Euro investiert haben, wird derzeit über die Einrichtung eines zweiten Escape-Rooms nachgedacht.

Überall gibt es versteckte Hinweise

Die Teilnehmer sind in diesem 40 Quadratmeter großen, düsteren Bereich mit Gittertür und begehbarem Tresor eingesperrt und müssen innerhalb von einer knappen Stunde versuchen, aus dem Gefängnis auszubrechen. „Vor jedem Hindernis gibt es versteckte Hinweise und Gegenstände, die einen weiterbringen“, erläutert Helf. Um den jeweils nächsten Schritt erfolgreich bewältigen zu können, werden unter anderem eine ruhige Hand, logisches Denken und Kombinationsgabe benötigt. Verzweifeln müsse im Escape-Room aber niemand, versichert Mappes. Alle zehn Minuten kann man nützliche Tipps anfordern. „Und es gibt selbstverständlich Panik-Knöpfe für diejenigen, die Angst bekommen“, so der 30-Jährige.

Sein drei Jahre älterer Kompagnon erzählt, dass diese im Oktober 2018 eingerichtete Spielmöglichkeit auf gute Resonanz stößt. Auch bei Unternehmen zur Teambildung, denn in einer Gruppe, in der jedes Mitglied andere Ideen und Fertigkeiten hat, kommt man am besten vorwärts. „Da der Raum mit Vor- und Nachbereitungen nur im 90-Minuten-Rhythmus genutzt werden, werden wir voraussichtlich noch einen zweiten Escape-Room bauen“, kündigt Helf an. Damit wäre man allerdings am Ende der Erweiterungsmöglichkeiten in der Halle angelangt. Im Außenbereich stünden noch rund 2500 Quadratmeter für die Umsetzung weiterer Ideen zur Verfügung, erzählen die beiden bei einem kühlen Getränk an der Bar im Foyer, wo seit wenigen Tagen eine 28-Kilowatt-Klimaanlage die Luft auf angenehme 25 Grad herunterkühlt.

Mitbewerber aus Hessen will auch einen VR-Cube

In dem dort installierten VR-Cube, ein von Helf selbst entwickelter Prototyp, lässt sich durch das Aufsetzen einer Brille in virtuelle Realitäten eintauchen. Die computergenerierten Grafiken und dazu passenden Geräusche versetzen den Spieler, dessen Bewegungen in Echtzeit in hoher HD-Auflösung in die Bilder integriert werden, in eine äußerst echt wirkende Umgebung. So kann man beispielsweise in einem Aufzug zig Stockwerke nach oben fahren. Nach der Öffnung der Tür hat man keinen Boden vor sich, sondern lediglich eine schmale Holzlatte, die über den Dächern von Wolkenkratzern ins Nichts ragt. Unwillkürlich will man sich am Türrahmen des Fahrstuhls festhalten (und greift natürlich ins Leere). Es kostet enorme Überwindung, einen Schritt auf die vermeintlich in der Luft schwebende Planke zu machen. „Wird dazu noch ein echtes Brett auf den Boden gelegt, traut sich mancher nicht, dieses zu betreten“, weiß Mappes. Der VR-Cube hat einen Mitbewerber aus Darmstadt so fasziniert, dass er auch einen haben möchte. „Wir bauen gerade dran“, berichtet Helf. Die Steuerung programmieren die Laserforce-Geschäftsführer ebenfalls selbst, nur die Spiele-Software wird gekauft.

Ein alter Projektor des Europakinos ist in die Funsportwettkämpfe der Lasertag-Arena in Grünstadt aktiv eingebunden. Foto: Bennd
Ein alter Projektor des Europakinos ist in die Funsportwettkämpfe der Lasertag-Arena in Grünstadt aktiv eingebunden.
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