Grünstadt Langsam moderner und attraktiver werden
Das Museum für Weinkultur im historischen Rathaus Deidesheim hat nach längerer Pause wieder geöffnet. Der Vorstand des Trägervereins will dafür sorgen, dass regelmäßige Öffnungszeiten eingehalten werden, und darüber hinaus „langsam aber sicher das Museum modernisieren“. Das sagt Vorsitzender Gerald Niederberger.
Der Verein Museum für Weinkultur hat im vergangenen Jahr einen deutlich verjüngten Vorstand gewählt, der wieder Leben in das Museum bringen will. So ist neben Niederberger, dem Geschäftsführer des Winzervereins Deidesheim, Susanne Winterling-Eichberger als Stellvertreterin gewählt worden. „Im erweiterten Vorstand haben wir aber Wert darauf gelegt, dass Menschen, die das Museum von Grund auf kennen, beratend tätig sind“, sagt Niederberger und nennt konkret den Deidesheimer Bürgermeister Manfred Dörr (CDU) als Hausherrn des Museums und den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Fritz Schumann, einen Fachmann für alle Fragen rund um den Weinbau. Geöffnet ist das Museum dreimal pro Woche nachmittags. Auch das angegliederte Portal zum Biosphärenreservat Pfälzerwald ist zu besichtigen. Der neue Vorstand hat sich auch schon Gedanken gemacht, was im Museum, das doch etwas in die Jahre gekommen ist, verändert werden könnte. Dabei will man keine größeren Eingriffe in den Bestand der Sammlungen vornehmen, aber alles attraktiver präsentieren. Themen wie die Weingefäße in den verschiedenen Jahrtausenden könnten als Zeitreise dargestellt werden. Niederberger glaubt, dass das durchaus für Besucher jeden Alters interessant sein kann. Der Wandel vom Transportgefäß für Wein bis zum edlen Glas für Genießer sei durchaus ein interessantes Thema. Auch die Sammlung der traditionellen bis künstlerisch extravaganten Etiketten können mit aktuellen Aspekten versehen werden. Interaktive Elemente, bei denen der Besucher entscheidet, was er sehen will, sieht er als weitere Möglichkeit, an Themen des Museums heranzuführen. Dringend aktualisiert werden müsse der Internet-Auftritt. Im Eingangsbereich des Museums soll es auch weiter einen Verkauf von Artikeln mit Bezug zur Weinkultur geben, aber mit gestrafftem Sortiment, sagt Niederberger. Ein Eintrittspreis wird nicht verlangt, aber Spenden sind erwünscht. Finanziert wird die Einrichtung darüber hinaus über Mitgliedsbeiträge – der Verein zählt 85 Mitglieder, darunter auch Firmen – sowie über Spenden, Rebstockpachten und mit Unterstützung der Stadt Deidesheim. Die jährliche Prominentenweinlese im Deidesheimer Paradiesgarten soll beibehalten werden, ebenso bekommen die Rebstockpächter jährlich ihre Flasche Wein mit einem Begleitschreiben zum jeweiligen Jahrgang. Und schließlich wollen Niederberger und Winterling-Eichberger auch die Weinbaubetriebe der Region einladen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit besprechen. Diese könnten das Museum mehr nutzen und natürlich auch Mitglied werden. Der große Raum im Erdgeschoss, so stellen sich die neuen Vorstandsmitglieder vor, könnte auch mit kleinen Konzerten, Lesungen und Kleinkunst-Auftritten belebt werden. Eine kleine Bühne ist vorhanden. ÖFFNUNGSZEITEn Mittwochs und freitags 15 bis 18 Uhr, samstags 13 bis 16 Uhr. Nicht geöffnet wird am morgigen Karfreitag.