Kreis Bad Dürkheim Kreisverwaltung: Gummibänder auf Acker sind illegal entsorgter Abfall

Hier liegt er richtig: Plastikmüll im Lager eines Entsorgungsunternehmens.
Hier liegt er richtig: Plastikmüll im Lager eines Entsorgungsunternehmens.

Massenweise Gummibänder und anderer Müll auf Feldern sind illegal entsorgter Abfall und eine Gefahr für Tiere. Darauf weist die Verwaltung des Landkreises Bad Dürkheim hin. Die bei der Kreisverwaltung angesiedelte Untere Abfallbehörde müsse sich seit Jahren immer wieder mit dem Thema beschäftigen. Den Verursachern können Bußgelder von bis zu 100.000 Euro drohen.

Statt Insekten und Würmern verfüttern Vögel die Gummiringe oder Plastikabfälle an ihre Jungen, erläutert die Kreisverwaltung. Viele Vögel, gerade auch junge Störche, würden an den unverdaulichen Kunststoffen sterben, die keinen Platz mehr für Nahrung lassen. Das bedeutet, ein junger Vogel verhungert mit vollem Magen. Solche Meldungen häuften sich in den Medien, aber auch bei der Kreisverwaltung immer wieder, vor allem wenn auf den Feldern in der Vorderpfalz Frühlingszwiebeln oder Radieschen geerntet würden, so die Verwaltung weiter. Diese Ernte wird mit Gummibändern gebündelt, und viele Hunderte dieser Ringe landeten oftmals auf dem Acker. Die Kreisverwaltung macht darauf aufmerksam, dass das nicht erlaubt ist: Die Ringe müssten zwingend vom Verursacher eingesammelt werden.

Verschlimmert werde die Lage dadurch, dass Landwirte unverkaufte Ware von Supermarktketten zurücknehmen müssten. Denn Rücklaufware würde oft mitsamt den Gummibändern als Dünger auf dem Feld landen.

Eine andere Folge von Plastikabfall, der sich auch immer wieder in den Nestern der Störche findet, ist, dass sich die Jungtiere in Schnüren, Netzteilen oder Bändern verheddern und teils tödliche Verletzungen erleiden. Folienstücke könnten zudem zu Staunässe oder einem stark veränderten Mikroklima im Nest führen, was ebenfalls eine Gefahr für die Jungen sei.

Auch andere, nicht abbaubare Kunststoffe, die in Form von Folien, Handschuhen, Bändern oder Bindeschläuchen auf den Feldern und Weinbergen liegen blieben, gelangten in den Boden, in Wasserkreisläufe und schließlich als Mikroplastik in Lebensmittel und damit in die Körper der Menschen.

Die Untere Abfallbehörde werde weiterhin rigoros gegen solche illegalen Abfallablagerungen vorgehen, schreibt die Kreisverwaltung. Sie habe im vergangenen Jahr Verfügungen erlassen und dafür gesorgt, dass die Verursacher Felder von Gummiringen und Abfällen aufsammeln müssen.

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