Grünstadt Kreis will für Schweinepest vorbereitet sein
Sollte die Afrikanische Schweinepest in der Region ausbrechen, will der Landkreis Bad Dürkheim gerüstet sein. Der Kreisausschuss hat einstimmig 50.000 Euro für vorbeugende Maßnahmen bewilligt.
Der Kreis Bad Dürkheim habe als erster in der Vorderpfalz eine Expertengruppe gebildet, verkündete Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) am Montag. In Deutschland sei die Seuche noch nicht aufgetreten, man müsse jedoch damit rechnen, dass sie aus Polen und Tschechien eingeschleppt werde. Nach Angaben von Winfried Zaremba, Leiter unter anderem der Veterinärabteilung im Kreishaus, und deren Tierärztin Regina Kerth werden ausschließlich Wild- und Hausschweine von der Seuche befallen und sterben daran. Innerhalb des Zuständigkeitsgebiets, so Zaremba auf Nachfrage von Ruth Geis (SPD), gebe es zwei große Landwirtschaftsbetriebe mit jeweils 100 bis 150 Schweinen sowie 15 bis 20 Ställe mit bis zu vier Tieren. Es bestehe die Gefahr, dass die Schweinepest durch Schweinefleisch oder Schweinewurst eingeschleppt wird, die unter anderem Fernfahrer oder Erntehelfer aus osteuropäischen Ländern mitbrächten. Deshalb sollen an den Autobahn-Raststätten Hinweisschilder aufgestellt werden, dass Essensreste nicht in die Landschaft zu werfen. Betriebe, die Erntehelfer aus Osteuropa beschäftigen, sollen direkt angesprochen werden. Wie Zaremba erläuterte, sollen einige Container angeschafft werden, um zum einen aufgefundene Kadaver verendeter Wildschweine zu entsorgen. In andere Container müssen Jäger bejagtes Schwarzwild anliefern, das vom Veterinär auf einen möglichen Seuchenbefall untersucht werden muss – nicht kontaminiertes Wildbret darf dann verkauft werden. Die Bildung von „Trupps“, um verendete Wildschweine zu suchen und zu bergen, nannte Zaremba als weitere Maßnahmen, um bei einem Ausbruch der Seuche vorbereitet zu sein. „Es besteht kein Anlass zur Hysterie“, sagte Landrat Ihlenfeld. Zur Sache Die Afrikanische Schweinepest gelangte 2007 aus Afrika durch Abfälle nach Georgien. Im Januar 2014 wurde sie erstmals in der EU – bei Wildschweinen in Litauen – festgestellt. Seither breitet sie sich in Osteuropa aus. Die deutsche Fleischindustrie befürchtet Milliardenschäden, sollte die Afrikanische Schweinepest, die für den Menschen ungefährlich ist, die Bundesrepublik erreichen.