Grünstadt / Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Krankenhäuser warten auf Impfstoff

Hoffen auf den Piks.
Hoffen auf den Piks.

Zurückhaltend reagiert der Direktor des Grünstadter Kreiskrankenhauses, Udo Langenbacher, auf einen Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder. Weil die Impfbereitschaft beim Pflegepersonal seiner Meinung nach zu niedrig ist, hat der gefordert, dass der Deutsche Ethikrat eine Impfpflicht für diesen Personenkreis prüft. Momentan ist aber noch nicht mal klar, wann es damit losgehen könnte.

„Ich halte den Gedanken, dass der Ethikrat eine Impfpflicht für Pflegepersonal prüfen soll, zumindest für legitim“, sagte Langenbacher auf Anfrage. Im Kreiskrankenhaus mit 184 Betten seien 560 Mitarbeiter beschäftigt, zu deren Impfbereitschaft er jedoch keine Angaben machen könne. Auch die Anzahl der Mitarbeiter, die im direkten Umfeld von Covid-19-Patienten tätig sind, konnte Langenbacher nicht nennen.

„Diese Zahlen zu ermitteln, ist derzeit schlicht unmöglich, da wir noch nicht wissen, wann uns der Impfstoff überhaupt zur Verfügung stehen wird“, erklärte er. „Hinzu kommt, dass jeder medizinische Mitarbeiter unseres Hauses theoretisch mit Covid-19-Patienten in Berührung kommen kann. Das Auftreten des Virus kann schließlich auf keiner Station unseres Hauses ausgeschlossen werden.“

Moderna Impfstoff für das Kreiskrankenhaus

Was Langenbacher bereits sicher weiß, ist, dass der Impfstoff von Moderna an das Kreiskrankenhaus in Grünstadt geliefert wird. „Das ist aus unserer Sicht grundsätzlich zu begrüßen, denn der gesamte Umgang mit dem Moderna-Impfstoff ist einfacher“, hob er hervor. Der Wirkstoff lasse sich bei Temperaturen von zwei bis acht Grad 30 Tage lang aufbewahren und könne ungekühlt noch zwölf Stunden nach dem Auftauen verwendet werden, sagt Langenbacher.

Auch das Evangelische Krankenhaus in Bad Dürkheim wartet noch darauf, sein medizinisches Personal impfen zu können. „Genaue Angaben sind derzeit nicht möglich, da wir noch nicht wissen, wann der Impfstoff kommt“, erklärte Christoph Patzelt, der Kaufmännische Direktor des Evangelischen Krankenhauses. Das Haus mit etwa 200 Betten unter dem Dach der Speyerer Diakonissen warte auf Informationen zur Belieferung.

Die Klinik beschäftige 460 Mitarbeiter, etwa 150 haben nach eigenen Angaben „engen Kontakt zu Covid-Patienten“. Bei der Reihenfolge der Impfungen orientiere sich das Krankenhaus an den aktuellen Vorgaben. „Mitarbeiter mit einem sehr hohem Expositionsrisiko, etwa die Kollegen der Intensivstation, werden zuerst geimpft“, erläutert Patzelt.

Ärzte beantworten Fragen des Pflegepersonals

Die Impfwilligen seien namentlich erfasst und mit der Zuordnung zur Priorität gemeldet worden. Nun warte die Klinik auf die Zuteilung des Impfstoffs. Die Impfbereitschaft liege zur Zeit bei über 65 Prozent. „Wir erwarten aber noch Nachmeldungen“, so der Geschäftsführer. Im Vorfeld habe das Haus Aufklärungsarbeit geleistet. Mit dem Aufruf zur Impfanmeldung sei der vom Land entworfene Aufklärungsbogen mitgeschickt. Zusätzlich hätten die Beschäftigten auch spezielle Fragen stellen können.

Es seien drei ärztliche Ansprechpartner benannt worden. Zudem habe die Verwaltung einen Link zu Erklärvideos der Universitätsmedizin des Saarlands verschickt. Laut Patzelt informierten sich die Mitarbeiter über Allergien und individuelle Vorerkrankungen. Auch das Ansteckungsrisiko durch die Impfung sei ein Thema. „Es gibt keins, da es ein Totimpfstoff ist“, betont Patzelt. Zudem schwinge die Sorge vor noch unbekannten schweren Nebenwirkungen mit. „Alle Fragen konnten in persönlichen Gesprächen geklärt werden und soweit ich weiß, haben sich alle Interessenten zur Impfung angemeldet“, sagt Patzelt.

Sina Müller, die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, bestätigt, dass es noch keine Termine gibt. Die Impfungen des Krankenhauspersonals führten die Betriebsärzte aus.

x