Leiningerland
Kläranlagen Eistal-Ost und Eistal-West bleiben erhalten
Die Expertenmeinung zur Kläranlage Eistal-West hatte sich der Werkausschuss der Verbandsgemeinde Leiningerland bereits Ende April angehört. Damals präsentierte das Saarbrücker Ingenieurbüro Eepi ein Gutachten, in dem acht verschiedene Varianten für die Zukunft des 1989 gebauten Werks durchgerechnet wurden. Das Ergebnis: Mit rund 4,3 Millionen Euro wäre ein Umbau mit Modernisierung die günstigste Lösung. Die Empfehlung lautete daher, eine zweistraßige Biocos-Kompaktanlage mit neuem Belebtschlammbecken und überdachtem Schlammlagerplatz zu errichten sowie Teile der veralteten Maschinentechnik zu erneuern.
Dem Gutachten zufolge wäre das günstiger als die Stilllegung der Anlage und das Weiterleiten des Abwassers zum Entsorgungs- und Servicebetrieb Grünstadt (EBG). Mit dem sollten trotzdem weitere Gespräche geführt werden, um alle erdenklichen Optionen zu klären. Das ist mittlerweile geschehen und das Ergebnis dasselbe geblieben: Es soll keinen Vertrag mit dem EBG, sondern einen Um- und Ausbau des Werks in Mertesheim geben.
Knapp 5 Millionen Euro für Eistal-West
Auch wenn die Kosten durch die Preissteigerungen für Baustoffe in den vergangenen acht Monaten von 4,3 auf 4,8 Millionen Euro gestiegen sind, halten Experten und Werkverwaltung dies für die beste Lösung. Der Werkausschuss schloss sich der Meinung an und erteilte den Auftrag, die Pläne für die Ertüchtigung der Anlage bei der Regionalstelle Wasserwirtschaft der Struktur und Genehmigungsdirektion Süd einzureichen. Parallel soll ein Förderantrag gestellt werden.
Auch die Zukunft der Kläranlage Eistal-Ost bei Obrigheim war bislang ungewiss. Wie beim Nachbarwerk in Mertesheim stand die Frage im Raum, ob sie vom Netz genommen und das Abwasser stattdessen nach Grünstadt geleitet werden sollte. Die Antwort darauf geben die Fachbüros Trauth und Jacobs aus Kallstadt und Arcadis aus Karlsruhe. Sie lautet: Nein. Eine Stilllegung des Werks wäre wiederum nicht die kostengünstigste Variante.
Knapp 3 Millionen Euro für Eistal-Ost
Die Ingenieure haben die 25 Jahre alte Anlage genau unter die Lupe genommen, sich den Zustand des Gebäudes, der Maschinen- sowie Elektro- und Steuerungstechnik angesehen und sind zu dem Schluss gelangt, dass alles noch überwiegend gut in Schuss ist. Die Sanierungskosten seien daher vergleichsweise gering, heißt es im Gutachten. Anhand des aktuellen Zustands der Kläranlage wurde sodann errechnet, wie viel eine Modernisierung kosten würde und in welcher Reihenfolge einzelne Bereiche saniert oder umgebaut werden müssten.
Demnach fallen in den kommenden 20 Jahren Investitionen in Höhe von knapp 3 Millionen Euro an. Für 2022 bis 2026 wird mit 650.000 Euro – insbesondere für die Erneuerung der beiden in die Jahre gekommenen Zulaufschnecken und den Umbau des Elektroraums im Rechengebäude – kalkuliert. Letzterer genügt laut Gutachten nicht den aktuellen Anforderungen, die für eine solche Technik gelten.
In 15 Jahren soll neu geprüft werden
Mit Blick auf die Expertenmeinung lautete die Empfehlung der Werkverwaltung an den Ausschuss, die Kläranlage Eistal-Ost – und mit ihr das Pumpwerk Obersülzen, das noch mal mit rund 350.000 Euro zu Buche schlägt – zu sanieren, statt sie stillzulegen. In 15 Jahren sollen der bauliche Zustand sowie die Belastung des Werks erneut überprüft und die Wirtschaftlichkeit beurteilt werden. Dann wird es wieder darum gehen, ob sich eine Sanierung – oder bis dahin vielleicht sogar eine Erweiterung – lohnt, oder ob die Variante Stilllegung und Überleitung der Abwässer zu anderen Kläranlagen die bessere Lösung wäre.
Der Werkausschuss stimmte dem zu, womit auch die Zukunft der Obrigheimer Anlage vorerst gesichert sein dürfte.