Kindenheim
Kita-Anbau: Planungen werden beschleunigt
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Die Ortsgemeinde Kindenheim ist ihrem derzeit größten Projekt ein einen kleinen Schritt näher gekommen. Um den dringend erforderlichen Anbau der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt in die Tat umzusetzen, haben die Ratsmitglieder in ihrer Februarsitzung das ortsansässige Architektenbüro Bessai beauftragt, dass es die weiteren Planungen bis zur Bauüberwachung und Objektbetreuung ausführen soll. Ortsbürgermeister Albrecht Wiegner (FWG) rechnet auf Nachfrage der RHEINPFALZ voraussichtlich mit einem Baustart Mitte 2025.
Dringender Bedarf an Betreuungsplätzen
Aktuell haben laut Ortsbürgermeister nur 34 von 55 Kindern die Möglichkeit auf eine Betreuung von mindestens sieben Stunden am Stück. Für 21 Jungen und Mädchen erfüllt sich damit der Rechtsanspruch auf einen durchgehenden Aufenthalt in der Kita nicht. „Diese Kinder können nur bis zum Mittag bleiben und werden dann von den Eltern abgeholt“, so Wiegner.
Das soll sich mit dem rund 175 Quadratmeter großen Anbau ändern. Geplant ist dort unter anderem ein Personalraum und eine moderne Küche. Außerdem soll es einen Mehrzweckraum mit Lager und einem Essbereich sowie zwei barrierefreie Toiletten erhalten. Im Gegenzug soll im Bestandsgebäude dann der Platz für die Ganztagsbetreuung aller Kinder vorhanden sein. Entstehen soll der neue Massivholzbau von der Kita aus in Richtung Westen entlang der Neugasse.
Ortsgemeinde hofft auf Förderung
Bei dem aktuellen Beschluss im Ortsgemeinderat zeigt sich Wiegner allerdings auch etwas frustriert über die Bürokratie. „Eigentlich hätten wir die weiteren Aufträge an das Architektenbüro bereits im vergangenen Jahr beauftragen können“, sagt er. Zuvor habe die Ortsgemeinde die Füße stillgehalten, um Fördermittel nicht zu gefährden – bis das Land als Zuschussgeber mitgeteilt habe, dass dies doch kein Problem darstelle. Eine Information, die die Ortsgemeinde erst kurzfristig erhalten habe – und Wiegner ärgert. Eine endgültige Entscheidung über alle Förderanträge, die beim Landkreis Bad Dürkheim und beim Mainzer Bildungsministerium eingereicht wurden, stehe noch aus. Bei den Gesamtkosten für das Projekt rechnet der Bürgermeister mit 1,5 Millionen Euro.
Kita ist größter Posten im Haushalt
Im ebenfalls verabschiedeten Doppelhaushalt stellt die Erweiterung der Kita mit Abstand die größte Investition dar. Zum Vergleich: Für den Neubau sind 2025 und 2026 insgesamt 1,4 Millionen Euro eingeplant, während für den Hochwasserschutz als zweitgrößte Investition nur 10.000 Euro veranschlagt sind. Kredite muss die Ortsgemeinde allerdings nicht aufnehmen. So verbleiben zum Jahresende 2026 voraussichtlich rund 735.700 Euro auf dem Konto, die zur sofortigen Nutzung bereitstehen. Zum Vergleich: Zum Jahresende 2024 hin waren es rund 1,5 Millionen Euro.
Stefanie Becker von der Finanzabteilung der VG-Verwaltung teilte dem Gemeinderat deshalb mit, dass Kindenheim finanziell „gar nicht so schlecht“ dastehe. Für die Haushaltsjahre 2025 und 2026 rechne sie damit, dass die Ortsgemeinde im Ergebnishaushalt in beiden Jahren mit einem Überschuss von ungefähr 55.000 Euro abschließt.