Grünstadt Kirchheim: Erweiterung der Kita "Löwenzahn"
KIRCHHEIM: Das Gebäude der Kindertagesstätte „Löwenzahn“ wird um rund 180 Quadratmeter erweitert. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund eine Dreiviertelmillion Euro. Die Kita wird derzeit von 110 Zwei- bis Sechsjährigen aus Kirchheim und Bissersheim besucht.
Für die Zwei- bis Sechsjährigen aus Kirchheim und dem benachbarten Bissersheim ist der Besuch der Kirchheimer Kindertagesstätte „Löwenzahn“ derzeit besonders aufregend – denn seit 22. Januar wird dort gebaut. Wie die Leiterin der Einrichtung, Nicole Eisenbeis, erzählt, stehen die Kinder gern am Bauzaun und schauen den Handwerkern zu. Vorgesehen war die Erweiterung der Kita schon 2016. „Es kam zu einigen Verzögerungen, weil sich die Genehmigung von Fördermitteln in die Länge zog und der Architekt aus gesundheitlichen Gründen das Projekt abgab, sodass wir neu ausschreiben mussten“, berichtet Bürgermeister Robert Brunner (CDU). Seit Mitte vergangenen Jahres liegt die Planung in den Händen des Neuleininger Diplom-Ingenieurs Christian Krämer. Allein wegen der Verschiebung des Vorhabens sind die Kosten durch Baupreissteigerungen sowie neue Vorschriften der Energieeinspar- und Brandschutzverordnungen deutlich gestiegen: für den Anbau von 409.800 auf 528.200 Euro und für die Modernisierung der Küche von 120.000 auf 134.500 Euro. Letztere hätte eigentlich noch erheblich teurer werden sollen, weil zunächst eine Gewerbeküchen-Ausstattung als notwendig erachtet worden war. „Zusammen mit der Verwaltung haben wir neu definiert, was wir wirklich brauchen“, erzählt Brunner. Hinzu kamen jedoch ursprünglich nicht vorgesehene Änderungen im Bestand in den Bereichen Telekommunikation und Internet, Alarm- und Brandmeldeanlagen sowie Beleuchtung für zusammen etwa 88.500 Euro. Für das Projekt fließen Fördermittel aus verschiedenen Töpfen. Laut Verwaltung gibt das Land 101.675 Euro, und vom Kreis sind 122.800 Euro genehmigt. Für die Küchenmodernisierung werden 71.000 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung (EULLE) erwartet. Das Programm speist sich aus Geldern der Europäischen Union, von Bund und Land. Die Erweiterung der Kita „Löwenzahn“ erfolgt durch einen Anbau gen Osten und Süden, der sich wie ein seitenverkehrtes L an das bestehende Haus schmiegt. Dabei wird der Turnraum von 48,5 auf 78,5 Quadratmeter erweitert. Daneben entsteht ein neuer, gut 32 Quadratmeter großer Personalraum und – getrennt durch einen Flur – ein Stillbeschäftigungsraum von 16 Quadratmetern. Dort können auch Elterngespräche stattfinden. Ein ebenso großer Ruheraum schließt sich an. Er bildet eine Einheit mit dem fünften Gruppenraum, der 52 Quadratmeter misst und damit sieben mehr als vorgeschrieben. „Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch der Sanitärbereich vergrößert“, sagt der Ortsbürgermeister. Mehr Platz gibt es nach dem Umbau auch in der Küche: 36 statt 28 Quadratmeter. „Wir werden eine Zwischenwand herausnehmen und im bisherigen Materialraum eine Spülstraße installieren“, so Brunner. Die Küche werde U-förmig. Statt 60 Ganztagskindern könnten dann bis zu 100 versorgt werden. „Der Bedarf an Ganztagsplätzen wächst“, berichtet die Kita-Leiterin. Seit 1. Februar läuft die Essensverwaltung in der Kita über die App „MensaMax“ – ein System mit tagesaktueller Abrechnung, wie man es bereits aus einigen Schulen kennt, bei dem die Eltern ihre Kinder online an- und abmelden können. Erst 2010 war die Kita vergrößert worden und hatte eine Betriebserlaubnis für 100 Plätze erhalten. Unter anderem aufgrund von Zuzügen in die Neubaugebiete und durch die Ansiedlung des Metro-Logistikzentrums ist die Kinderzahl jedoch weiter gestiegen, und es musste ein erneuter Anbau in Angriff genommen werden. „Dabei handeln wir zukunftsorientiert, sodass wir nach Fertigstellung für 125 Jungen und Mädchen ausgelegt sind“, sagt Brunner. Gegenwärtig dürfen 110 Kinder betreut werden. „Diese Anzahl wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren überschritten“, ergänzt Eisenbeis, Chefin eines Teams aus 19 Erziehern, zwei Praktikanten, einem Freiwilligendienstleistenden, zwei Hauswirtschafts- und zwei Reinigungskräften. Mit dem Beginn der Bauarbeiten wurde es eng in der Kita. Eine Schiebetür teilt den Bereich des Gebäudes ab, der momentan nur noch eingeschränkt genutzt werden kann. „Die Ortsgemeinde hat aber einen Geräteschuppen im Außengelände hergerichtet, den Fußboden isoliert und Infrarotstrahler montiert“, erzählt Eisenbeis. Dadurch haben die Vorschüler ein 15 Quadratmeter großes Ausweichquartier. Ende Juli sollen die Provisorien überflüssig werden. Brunner: „Der Um- und Anbau soll zum neuen Kindergartenjahr fertig sein.“ TERMIN Die Erweiterung der Kita ist auch Thema bei der Sitzung des Kirchheimer Ortsgemeinderates am heutigen Dienstag , 19.30 Uhr, im Friederich-Diffiné-Haus. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem auch der Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, die Verkehrssituation und der Kreuzungsbahnhof.