Grünstadt
Kirchheim: Eckbachkrischer für Premiere gerüstet
Was passiert, wenn der beste Freund vergessen hat, den Lottoschein auszufüllen und in Urlaub gefahren ist? Und was, wenn die Nachbarn sich darum kümmern? Klar, dass dies im Chaos endet. In der Komödie „Der doppelte Heiner“ von Andreas Heck, die die Theatergruppe Eckbachkrischer in diesem Jahr aufführt, geht es genau darum. Derzeit probt das Ensemble das Stück in drei Akten. Premiere ist am Freitag. Alle acht Aufführungen sind bereits seit Wochen ausverkauft.
Mit guter Laune, natürlich trotzdem voll konzentriert und vertieft in die Rollenbücher, sitzen die Akteure im Zuschauerraum und verfolgen, was ihre Mitspieler gerade auf der Bühne proben. Das Bühnenbild, ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer und auf einer Seite ein abgeteilter Bereich, der zwei Wohnungseingänge zeigt, ist bereits aufwendig dekoriert. Es klingelt an der Wohnungstür. „Ach, des werd doch net mei Fraa sei“, sagt Peter Eisenlohr, der in der Geschichte Günther Schmitt spielt, den Freund des Hausherrn Heiner Schmidt, auf dessen Wohnung er für ein paar Tage aufpassen soll. „Nein, es ist die Pizza“, entgegnet ihm Souffleuse Hannelore Nagel. Gelächter unter den Mitwirkenden, die sichtlich Spaß während der Probe haben. Der Text sitzt sicher, Nagel muss die Szenen kaum unterbrechen. Obwohl das Stück, das mit schnellen Szenenwechseln und vielen Akteuren gleichzeitig auf der Bühne, zu den eher anspruchsvollen Lustspielen gehört.
Sekt oder Schampus?
Die Handlung ist schnell erzählt: Gundula (Birgit Eckel) und ihr Mann Heiner (Henning Bölter) sind verreist und haben vergessen, den Lottoschein auszufüllen. Die Inhaberin der Lotto-Annahmestelle, Margarete, (Angelika Chelius-Kolb) und Günther (Peter Eisenlohr) übernehmen das kurzerhand für ihre Freunde. Allerdings kommt es zu Verwechslungen, als eine Finanzbeamtin (Kerstin Friese-Dietz) und der Glücksbote der Lottogesellschaft (Erkki Lander) aufkreuzen. Das Durcheinander perfekt machen die aufs Geld versessene Mandy (Alina Appelmann) sowie der Pizzabote Toni Pastarelli (Yannik Dietz). Zu guter Letzt ist da auch noch die eifersüchtige Walburga (Elfriede Lang), die ihrem Gatten Günther das Leben zur Hölle macht.
Jede Szene ist gespickt mit Wortwitz und lustigen Situationen. „Sekt oder Schampus?“, will Günther wissen und verwirrt die Finanzbeamtin damit. „So bin ich ja noch nie begrüßt worden“, entgegnet diese. Die Akteure müssen sich selbst das Lachen verkneifen. Henning Bölter, der seit zwei Jahren Regie führt, hat sichtlich gute Arbeit geleistet. Jeder weiß, wo er stehen muss und welcher Gesichtsausdruck dazu passend ist. „Gestik und Mimik sind sehr wichtig“, weiß der Hobbyregisseur und ermutigt die Mitwirkenden, manche Szenen noch mehr auszuspielen. Kein Problem für die Akteure, die größtenteils schon jahrelang miteinander auf der Bühne stehen.
Alina Appelmann feiert Debüt
Erstmals mit dabei ist Alina Appelmann. Dass sie noch gar keine Bühnenerfahrung hat, merkt man der jungen Frau gar nicht an. Routiniert verkörpert sie ihre Rolle und bereichert das talentierte Ensemble, das sich seit Frühling regelmäßig zum Proben in der Scheune des Weinguts Kolb trifft. Die Entscheidung, welches Stück gespielt werde, sei ein gemeinschaftlicher Prozess, erzählen die Hobbyschauspieler, die ihre Gruppe als harmonisch und gut aufeinander eingespielt bezeichnen. 2006 hat sich die Theatergruppe gegründet und kann sich seitdem vor Kartenanfragen kaum retten – und das ohne viel Werbung. Acht Vorstellungen geben die Eckbachkrischer. Die Vorsitzende Angelika Chelius-Kolb sagt: „Wir könnten theoretisch noch weitere Vorstellungen füllen. Die Karten sind immer ganz schnell ausverkauft.“
Karten
Für die Aufführungen der Eckbachkrischer im Weingut Kolb in Kirchheim gibt es keine Karten mehr, auch nicht an der Abendkasse.