Grünstadt Kein Wasserstand unter dieser Nummer

Alle Jahre wieder steht nicht nur Weihnachten vor der Tür: Auch die Zähler für Gas, Wasser und Strom werden immer zum Jahresende hin abgelesen. Beim Wasser wollten es die Verbandsgemeindewerke Leiningerland ihren Kunden besonders bequem machen: Diese erhielten Schreiben, in denen genau aufgelistet ist, wie die Zählerstände übermittelt werden können, Kunden- und Zählernummer inklusive. Vier Möglichkeiten gibt es: per Post mit angehängter Antwortkarte (und dem freundlichen Vermerk: Bitte freimachen, falls Marke zur Hand), online, telefonisch oder per Fax. Eigentlich dürfte da nichts mehr schiefgehen. Eigentlich. Denn der Teufel liegt wie so oft im Detail. Aber der Reihe nach. Online macht den wenigsten Aufwand: falls es funktioniert. Das war aber offenbar nicht immer und überall der Fall, wie wir von einem Bockenheimer Kunden hörten, der es dann telefonisch versuchte: Auch das war lange nicht von Erfolg gekrönt, weil er statt der freundlichen Stimme des zuständigen Mitarbeiters dauernd das Besetzt-Zeichen hörte. Dauernd geklingelt hat es dagegen bei einem Mann, der nicht mal Kunde der Verbandsgemeindewerke ist, sondern als Asselheimer sein Wasser von den Grünstadter Stadtwerken bezieht. Denn seine Telefonnummer ist identisch mit den letzten Ziffern der Durchwahl für die Übermittlung der Wasserzählerstände. Mehr als 50 Mal wollten Bürger aus der Verbandsgemeinde dem geplagten Asselheimer ihre Wasserstandsmeldungen durchgeben: Sie hatten offenbar nicht bemerkt, dass vor den vier letzten Ziffern vier weitere, nämlich 8001, stehen (wobei die Kunden aus dem Bereich der ehemaligen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim auch noch die Vorwahl von Grünstadt eintippen müssen). „Die Leute haben die Zahlen nicht richtig gelesen“, nimmt’s der Asselheimer gelassen. Die Anrufer hätten sich immer entschuldigt – und nach dem Hinweis, dass sie doch bitte die achtstellige Telefonnummer wählen sollen, hoffentlich ihre Zählerstände dann wirklich an die zuständige Stelle weitergeleitet. Vielleicht ist letztendlich die vermeintlich langsamste und darüber hinaus altmodische Methode, bei der man ja schließlich noch den nächstgelegenen Briefkasten aufsuchen muss (der ziemlich weit weg sein kann), schließlich doch die einfachste und schnellste: die mit der guten alten Post.