Grünstadt Keil am „Zitterbalken“ mit Gold veredelt
«CONTWIG.» Der Pfälzer Turnerbund ist Fachverband für Freizeit-, Gesundheits- und Spitzensport. Was Letzteres angeht, kann man sich ein Bild vom Können der Sportler bei Einzel- und Mannschaftswettkämpfen machen – oder bei einer Showveranstaltung. „Faszination Spitzensport“ am Samstag in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule Contwig war eine solche Gelegenheit. Etwas über zwei Stunden lang erlebte ein Publikum von mehreren Hundert Zuschauern die ganze Bandbreite des turnerischen Leistungssports: klassisches Turnen, Rope-Skipping (Seilspringen), Trampolinspringen und Rhythmische Sportgymnastik – auch mit Athleten aus der Region Grünstadt.
In absehbarer Zeit wird Lorena Keil für eine Weile nicht an ein fünf Meter langes und zehn Zentimeter breites Turngerät namens „Schwebebalken“ denken. Die 18-jährige Kunstturnerin der TSG Eisenberg macht gerade Abitur. Das Thema wird im März gegessen sein. „Danach geht es für ein halbes Jahr nach Australien“, verriet sie am Samstag nach der Siegerehrung. Südwestpfalz-Landrätin Susanne Ganster hatte ihr gerade eine Goldmedaille ausgehändigt. Mit ihrer Übung auf dem „Zitterbalken“ hatte Keil den ersten Platz erreicht. Besonders angespannt wirkte die Kunstturnerin schon vor ihrer Übung am Gerät nicht, auch wenn die Show-Gala Wettkampfcharakter hatte. „Ich war ja im vergangenen Jahr schon dabei“, erklärte Keil. Damals erlebte die Veranstaltung in Grünstadt ihre Erstauflage. Keil, die wöchentlich dreimal je zwei Stunden lang trainiert, fühlt sich wohl in ihrem „eher kleinen“ Verein. „Es ist eine Turnerfamilie“, sagte sie, wissend, dass sich im laufenden Jahr ihre Prioritäten verschieben werden. „Im März sind noch Einzelwettbewerbe“, schaute sie einige Wochen in die Zukunft. Letztlich werfe das Studium – Fachrichtung noch unklar – aber seine Schatten voraus. In einem „echten“ Wettkampf hätten Tim Brand (24), Justus Fröhlich (18) und David Jäger (23) auch Strecksalti vorwärts mit ganzer, beziehungsweise anderthalbfacher Schraube gezeigt, allerdings nicht auf einer Air-Track-Bahn. Die ist da nämlich nicht zulässig. Das Trio, das für die TSG Grünstadt in der Zweiten Bundesliga turnt – David Jägers Heimatverein ist der TV Bad Bergzabern – war mit dem Untergrund am Samstag aber sehr einverstanden. „Die Bahn ist gelenkschonender“, sagte Tim Brand, man könne sie prima als Vorbereitung auf den Boden nutzen. Die drei Spitzenturner gingen die Show locker an. „Es ist noch früh im Jahr, da ist man eh noch nicht auf dem höchsten Leistungsniveau“, meinte Jäger.