Leiningerland Kastrationspflicht: Grüne stellen Antrag im VG-Rat
Die Kommunen in Rheinland-Pfalz haben seit Anfang 2016 die Möglichkeit, eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen einzuführen. Damit soll die Anzahl der Streuner reduziert werden, die auch auf deutschen Straßen ohne ausreichende Nahrung und – oft krank oder verletzt – ohne medizinische Versorgung vor sich hin vegetieren. Da die Tiere meist im Verborgenen leben und nur nachts auf Tour sind, fallen sie den meisten Menschen nicht auf.
Tierheime überfüllt
Bündnis 90/Die Grünen haben bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Leiningerland den Antrag gestellt, so eine Katzenschutzverordnung zu erlassen. „Die Tierheime sind überfüllt und das bedeutet einen enormen Stress für die Pfleger und die Tiere selbst. Die Spenden reichen nicht aus, um Bedarfe zu decken“, erläuterte die Fraktionsvorsitzende Alexandra Maurer. Da nicht mehr alle Streuner aufgenommen werden könnten, vermehrten sich diese dann unkontrolliert und litten unter zahlreichen Krankheiten. Halter von Samtpfoten sollten verpflichtet werden, ihre Tiere kastrieren und chippen zu lassen, bevor ihnen Freigang gewährt wird. Als Katzenhalter zur Verantwortung gezogen werden könne übrigens auch, wer freilaufende Katzen regelmäßig füttert.
Rüttger entgegnete, dass mit einer solchen Verordnung weit in die Rechte der Katzenbesitzer eingegriffen werde. So etwas sollte das allerletzte Mittel sein, wenn beispielsweise Appelle nicht fruchteten. Als ersten Schritt vorstellen könne er sich eine Beteiligung am Aufwand wie Arztkosten, den ehrenamtliche Tierfreunde haben, die Streuner mit Lebendfallen fangen, sie kastrieren und medizinisch versorgen lassen, um sie dann wieder auszusetzen.
23 überfahrene Katzen
Damit eine Kastrationspflicht rechtskonform ist, sei das Ausmaß des Streunerproblems zwingend zu dokumentieren, so Rüttger. Maurer berichtete, dass allein im laufenden Jahr schon 23 überfahrene Katzen in der VG gefunden wurden, die nicht registriert waren. Theo Halama (FWG) hat Sorge, dass so eine Verordnung „die Bürokratie aufbauscht und Manpower bindet“, die die VG nicht habe. Maurer sagte, es gehe nicht darum, Katzenbesitzer oder die Tiere, die draußen unterwegs sind, zu kontrollieren. Vielmehr diene der von den Grünen geforderte Erlass der Schaffung von Rechtssicherheit. Jörg Jokisch (SPD) unterstrich: „Es gibt Menschen, die Streunern Futter geben. Durch die Verordnung werden sie zu Tierhaltern.“ Rüttger versprach, dass die VG die notwendigen Daten zusammentragen wird.