Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Künstlerisches Ferienprogramm in der Dekan-Ernst-Schule

Zwei Kurse des Talentcampus „Die Natur und wir“ finden in der Dekan-Ernst-Schule statt. Hier leitet Marion Schacht die Brüder El
Zwei Kurse des Talentcampus »Die Natur und wir« finden in der Dekan-Ernst-Schule statt. Hier leitet Marion Schacht die Brüder Elias und Joel beim Malen an.

Aus langweiligen Zigarrenkisten mit einst ungesundem Inhalt farbenfrohe Komplimentkästchen machen – damit haben sich Sechs- bis Zehnjährige beim Talentcampus „Die Natur und wir“ beschäftigt. Dabei ist mancher über seinen Schatten gesprungen.

In der Dekan-Ernst-Schule wird Jungen und Mädchen 14 Tage lang eine bunte Mischung aus künstlerischem Schaffen, Sprachförderung und Bewegung geboten. Diese Woche stand unter anderem das Basteln von Windspielen aus kleinen Blumenuntertöpfen und weiteren nachhaltigen Materialien wie Holzperlen auf dem Programm. „In Zigarrenkisten, die wir mit Acrylfarbe verschönert haben, liegen jetzt Zettel mit Bemerkungen wie ,Du bist nett‘ oder ,Du hast mir geholfen‘“, erklärt Marion Schacht. Die Neuleininger Künstlerin und Dozentin an der Kreisvolkshochschule Bad Dürkheim leitet den Ferienbildungskurs in Grünstadt.

Ein anderes Projekt, an das sich die kleinen Künstler unter ihrer Anleitung herangewagt haben: Turnbeutelgroße Leinensäckchen sind mithilfe von Moosgummistempeln mit Tieren, Strandszenen, bunten Blumen und Sonnen verziert worden. „Die Stempel haben wir Erwachsenen geschnitten“, erzählt Schacht. Der Talentcampus, der momentan an verschiedenen Orten in ganz Deutschland läuft, gehört zum Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“, das vom Dachverband der deutschen Volkshochschulen entwickelt wurde und vom Bildungsministerium des Bundes finanziert wird.

Es wird getanzt und getobt

Im Landkreis Bad Dürkheim laufen diesen Sommer vier Talentcampusse. Die Stadt Grünstadt hat für zwei davon Räume in der Dekan-Ernst-Schule bereitgestellt. Um die 14 Kinder bei „Die Natur und wir“ kümmern sich neben Schacht Nicole Dinger-Gutierrez, eine Absolventin eines Freiwilligen Sozialen Jahrs, und zwei Studierende. Die angehende Gymnasiallehrerin Stella Franz erteilt den Teilnehmern, die es brauchen, vormittags Deutschunterricht. Lehramtsstudent Georg Steinig ist für den sportlichen Part zuständig – und für die Entspannung. Vor der kostenlosen vegetarischen Mittagsmahlzeit legt er mitunter eine Yoga-Runde für die Grundschüler ein, „damit sie runterkommen“, wie er sagt.

Nach dem Essen darf getobt werden. „Dabei hat ein Kind zum ersten Mal in seinem Leben in einen Basketballkorb getroffen“, erzählt Steinig. Die zehnjährige Anita berichtet, dass sie erstmals einen Kopfstand hinbekommen hat, „und dann noch einen Handstand“. Stolz kann das Mädchen laut Schacht auch sein, dass es sich getraut hat, zu tanzen. Gerade werden Sonnenmasken für einen weiteren Tanz angefertigt, der später einstudiert und am Freitagnachmittag den Eltern vorgeführt werden soll. „Die anderen hier entstandenen Werke, die die Kinder mitnehmen können, werden als Bühnendekoration verwendet“, kündigt Schacht an.

Gruppe wächst immer mehr zusammen

Auf Nachfrage sagt Anita sogar, dass ihr das Tanzen besonders gut gefällt. Für den gleichaltrigen Elias sind die bedruckten Leinenbeutel der Favorit. Der achtjährige Khoshwagt hingegen grinst und sagt: „Am meisten Spaß macht der Tischkicker.“ Steinig erklärt, dass die Kinder ihre Erfahrungen und Meinungen täglich in ein Projekttagebuch schreiben können, wenn sie wollen. Jetzt werden Din-A3-Blätter in der Mitte gefaltet. Auf die eine Hälfte wird mit reichlich Farbe ein halber Schmetterling gemalt, dann wird das Papier zusammengeklappt und vorsichtig wieder geöffnet. Die Ergebnisse begeistern.

Das gilt auch für das Ferienprogramm insgesamt. Die Betreuenden jedenfalls ziehen ein positives Fazit. „Die Gruppe wächst von Tag zu Tag mehr zusammen“, findet Dinger-Gutierrez. „Alle spielen miteinander und helfen sich gegenseitig“, sagt Franz. Und Schacht betont, dass auch die Betreuer ein gutes Team sind.

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