Grünstadt „Jetzt probieren wir’s mal mit Panzerklebeband“

Mit einem Hütchen als Stachel (von links): Die fünf Asselheimer Igelschützer Amelie, Linnéa, Nelly, Allen und Samuel malen nicht
Mit einem Hütchen als Stachel (von links): Die fünf Asselheimer Igelschützer Amelie, Linnéa, Nelly, Allen und Samuel malen nicht nur Igel-Schilder, sondern gehen auch selbst mal in Igel-Krabbelposition.

„Ouaah, die haben uns so, so leid getan – das sind doch auch Lebewesen“, scheint die neunjährige Linnéa die Erwachsenenwelt auch im Nachhinein noch von der Richtigkeit ihres Tuns überzeugen zu wollen. Wie berichtet, hatten fünf Asselheimer Grundschüler ein „Achtung-Igel-Schild“ gemalt und auf ihrem Schulweg aufgehängt. Grund war der Tod zweier Igel.

Vorige Woche waren sie an zwei aufeinander folgenden Morgen an der selben Stelle von Autos überfahren worden. Das war der Moment, an dem die fünf Kinder zu „Igelschützern“ wurden. „In der Straße wird ganz oft viel zu schnell gefahren“, sagt Amelie. Die vier anderen Igelschützer nicken. Sie müssen’s ja wissen, laufen sie doch jeden Morgen und Mittag auf ihrem Schulweg durch die als Tempo-30-Zone ausgewiesene Kappelstraße. „Vor allem, wenn man auf die andere Straßenseite will, ob am Kreisel oder nicht: Man muss da immer aufpassen“, betont Samuel: „Manche Autofahrer halten, wenn sie uns sehen, aber die meisten nicht.“ Und weil Autofahrer zumindest zwei Mal nicht für die Igel langsamer gefahren sind und gebremst haben, haben die Kinder schon am frühen Morgen den Anblick der übel zugerichteten Igel-Kadaver über sich ergehen lassen müssen. „Da muss man doch was dagegen machen“, ist Amelie auch heute noch überzeugt. Und weil durch Regen und Wind bereits zwei selbst gemachte und aufgeklebte Schilder abgegangen sind, haben sie nun einen Plan. „Diesmal nehmen wir Panzerklebeband“, lässt Amelie fachmännisch wissen. „Und ich laminiere das Bild mit unserem Laminiergerät“, ergänzt Samuel. Eltern braucht man als echter Igelschützer offensichtlich nicht. Insbesondere, nachdem die RHEINPFALZ über ihre Igelrettungsaktion berichtet hatte. Und Klassenlehrerin Susanne Kurz den fünf Schülern der 3b offizielle Igelschützer-Anstecker überreicht hat. Der Plan, wer welches Material organisiert, wer malt, wer schreibt und wer laminiert, steht ruckzuck. „Jetzt muss das Schild nur was bringen“, sagt Linnéa. Autofahrer sollten also lieber langsam und aufmerksam durch die Kappelstraße fahren. Nicht nur wegen der Igel – allen Lebewesen zuliebe.

Wurde Opfer von Wind und Regen: das erste Schild der Igelschützer in der Kappelstraße.
Wurde Opfer von Wind und Regen: das erste Schild der Igelschützer in der Kappelstraße.
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