Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Wollten Sie Nackt-Model fürs Cabalela werden?

Hat sich mit diesem Bild fürs Fotoshooting im Cabalela beworben: Franziska Jäger, Journalistin aus Luxemburg.
Hat sich mit diesem Bild fürs Fotoshooting im Cabalela beworben: Franziska Jäger, Journalistin aus Luxemburg.

Foto-Shooting mit Laien-Models in der Schwimmbad-Sauna des Grünstadter Cabalela: Darüber hat sogar eine Luxemburger Zeitung berichtet, denn mitgemacht hat eine ihrer Reporterinnen. Franziska Jägers Schlagzeile hat Christoph Hämmelmann bei ihr nachfragen lassen, ob sie einen Nackt-Auftritt erwartet hatte.

Frau Jäger, warum berichten Sie in Luxemburg übers Grünstadter Sauna-Shooting?
Weil ich eines der Models war und als Reporterin in Luxemburg arbeite. Wir haben eine Rubrik im „Luxemburger Wort“, in der die Redakteure täglich persönliche Geschichten aus ihrem Alltag erzählen. Und da habe ich eben über mein erstes Nackt-Shooting geschrieben.

Was hat Sie als Deutsche überhaupt zu einer Luxemburger Zeitung verschlagen?
Das gute Gehalt (lacht), naja, jedenfalls ein bisschen. Aber eigentlich liebe ich Fremdsprachen, ich habe französisch und italienisch studiert (vor 20 Jahren), einen Teil meines Studiums sogar in Luxemburg verbracht und lange im französischen Strasbourg gelebt. Irgendwie bin ich immer eine Grenzgängerin gewesen. Vor fünf Jahren hat es mich wieder ins einzige Großherzogtum der Welt verschlagen, ich fühle mich wohl hier zwischen den Menschen aus so vielen unterschiedlichen Nationen.

Sie lassen in Ihrem Text erkennen, dass Sie eine Menge Sauna-Erfahrung haben. Wie kommt’s?
Ja, ich war zum ersten Mal mit 16 Jahren in der Sauna, seitdem bin ich angefixt. In den letzten Jahren habe ich Tausende Euro in Saunen zwischen Hamburg und Stuttgart gelassen und durfte sogar einmal eine Woche lang als Aufgießerin in einer großen Therme arbeiten.

Wieso ist Ihre Stammsauna ausgerechnet in Grünstadt?
Weil ich seit einem Jahr einen Freund habe, der aus der Gegend kommt. Und ich kann mich glücklich schätzen: Dieses Fleckchen Erde ist wunderschön, ich liebe die Weinberge. Und mein Freund liebt inzwischen Sauna.

Warum wollten Sie beim Shooting dort mitmachen?
Öfter mal was Neues, dachte ich mir. Ich find’s cool, in der Sauna zu sitzen und mich gleichzeitig an den Wänden hängen zu sehen, haha. Naja, aber zumindest auf der Internetseite. Ich bin ein bisschen stolz auf mich, ausgewählt worden zu sein.

Wie sah Ihre Bewerbung aus? Haben Sie viel Mühe in ein schickes Foto investiert?
Nein, gar nicht. Umso überraschter war ich ja, dass ich genommen wurde. Also nein, ich habe kein Nacktfoto von mir geschickt, sondern eines, auf dem ich vor der Cabalela-Sauna stehe und mich an diese Schwimmer-Statue lehne.

Wie lief’s dann ab? War’s spaßig oder doch eher anstrengend?
Super anstrengend. Das Shooting dauerte fast sechs Stunden, weil wir nacheinander aufgerufen wurden und somit auch Wartezeiten hatten. Aber am härtesten war der Aquasport. Ich dachte, wir machen nur ein paar Minuten den Hampelmann im Wasser, bis die Fotos im Kasten sind, aber der Coach zog sein Programm knallhart durch. Nach einer Stunde waren wir dann richtig fertig – und haben zum ersten Mal geschwitzt. Aber natürlich hat der Tag auch einen Riesenspaß gemacht.

In Ihrem Beitrag greifen Sie die RHEINPFALZ-Schlagzeile auf: „Wie nackt wird das Foto-Shooting in der Sauna?“ Und dann schreiben Sie ihren Lesern: Sie müssen sie enttäuschen, weil’s doch ziemlich angezogen war. Hätte es für Sie gerne textilloser sein dürfen?
Nee, das passt schon so. Aber ich provoziere manchmal gerne, wenn ich schreibe.

Haben Sie die Bilder schon gesehen? Finden Sie sich gut getroffen?
Die Fotos sind noch nicht auf der Homepage, ich selbst habe sie auch noch nicht gesehen.

Zur Person

Franziska Jäger ist in der Nähe von Stralsund aufgewachsen. Nach ihrem Studium war sie acht Jahre lang Redakteurin beim europäischen Fernsehsender Arte in Straßburg. Seit 2019 lebt und arbeitet sie in Luxemburg, derzeit ist die 40-Jährige Reporterin beim „Luxemburger Wort“.

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