Kleinkarlbach RHEINPFALZ Plus Artikel In Kleinkarlbach wird viel zu schnell gefahren

In Kleinkarlbach wird vielfach gerast. Hinter dem gelben Hinweisschild (vor der Schreinerei Weber) könnten zwei Parkplätze marki
In Kleinkarlbach wird vielfach gerast. Hinter dem gelben Hinweisschild (vor der Schreinerei Weber) könnten zwei Parkplätze markiert werden.

In der Ortsgemeinde Kleinkarlbach wird viel zu schnell gefahren. Außerdem gibt es zahlreiche Probleme mit Parkplätzen und Halteverboten. Deshalb wird es einige Nachbesserungen und Veränderungen geben. Ein Zebrastreifen wird sich nicht umsetzen lassen.

Die Tempomessung in Kleinkarlbach vom 3. bis zum 21. März hat Erschreckendes zutage gefördert. Mehr als 83 Prozent aller Fahrzeuge sind zu schnell unterwegs. Bei den Autos, die den Ort verlassen, überschreiten sogar neun von zehn die zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h (Kilometer pro Stunde). Die Ergebnisse der mehrwöchigen Kontrolle und der am 25. Februar erfolgten Verkehrsschau stellte Andreas Müller vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Leiningerland dem Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung vor.

Ortsbürgermeister Daniel Krauß (SPD) zeigte sich verblüfft: „Knapp 90 Prozent der Autofahrer halten sich nicht an die Regeln, allein 85 Prozent haben ein Durchschnittstempo von 72 km/h. Das hätte ich nie gedacht.“ Als maximale Geschwindigkeit wurden satte 133 km/h registriert. Der Spitzenreiter, der Müller bislang innerorts unterkommen ist, raste mit Tempo 180 durch Mertesheim. In Kleinkarlbach rauschten im Beobachtungszeitraum insgesamt vier Kraftfahrzeuge mit mehr als 110 km/h über die Landstraße 520 und ganze 36 mit einem Tempo zwischen 100 und 110.

Fast 44 000 Autos gezählt

Auch die Verkehrsdichte verwundert. Trotz der Vollsperrung der L520 im benachbarten Neuleiningen-Tal wurden 43.812 Autos gezählt, darunter 8381 Lkw. „Das ist auch eine enorme Lärmbelastung“, merkte Krauß an und betonte: „Ich bin für Tempo 30 in unserem Durchfahrtsdorf.“ Müller sieht dafür gerade in Kleinkarlbach gute Chancen. Er berichtete, dass er schon am 21. Dezember 2020 beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer entsprechende Lärmschutzgutachten für alle 21 Ortsgemeinden der VG angefordert habe. Denn nur auf diesem Wege ließe sich eine 30er-Regelung durchsetzen. Eine Antwort der Behörde stehe allerdings immer noch aus.

Wegen der gefährlichen Ausfahrt an der östlichen Ortseinfahrt aus dem Wirtschaftsweg Am Sportplatz das Ortsschild zu versetzen oder einen Geschwindigkeitstrichter (eine geregelte Abfolge von Tempobeschränkungen zum schrittweisen Abbremsen des Verkehrs bis auf die innerörtliche Höchstgeschwindigkeit) zu installieren, sei nicht möglich, erläuterte Müller. Der Grund: Die geschlossene Bebauung fange erst weiter hinten im Dorf an und das Ortsschild sei über eine Entfernung von mehr als 200 Metern gut zu erkennen.

Wohl kein Zebrastreifen

Die Idee, östlich der Flurystraße auf der Hauptstraße einen Zebrastreifen anzulegen, wird sich auch kaum umsetzen lassen. „Wir müssten dem LBM nachweisen, dass dort pro Stunde im Durchschnitt 50 Personen zu Fuß unterwegs sind“, sagte Müller.

Er informierte noch über einige Vorschläge der Verwaltung zur Parkregelung. So soll beispielsweise in der Ortsdurchfahrt der erste Parkplatz nach der Einmündung der L517 entfernt werden, um die Einsicht zu verbessern. Zwischen Neuer Weg und der Schreinerei Weber soll ein eingeschränktes Halteverbot eingerichtet werden, „da es hier immer wieder Probleme durch parkende Autos beim Herausfahren aus den Straßen Neuer Weg (Schulbus) und Am Kelleracker gibt“, so Müller. Der Behindertenparkplatz am Dorfgemeinschaftshaus soll am Anwesen 51 eingezeichnet und mit einem Piktogramm versehen werden. Des Weiteren werden Veränderungen der Regeln oder Erneuerungen der Verkehrsschilder vorgenommen.

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