Grünstadt In die Herzen der Zuschauer gesungen

Bis auf die letzte Bank besetzt: die Ramser Kirche Mariä Himmelfahrt, in der der Chor Gospel goes Pop auftrat.
Bis auf die letzte Bank besetzt: die Ramser Kirche Mariä Himmelfahrt, in der der Chor Gospel goes Pop auftrat.

Ein stimmgewaltiges Gospelkonzert zum Mitsingen und Mitklatschen haben die Besucher des Winterkonzerts erlebt, das der Chor Gospel goes Pop aus Kirchheim am Samstagabend in der katholischen Kirche in Ramsen gab. Mit einem vielfältigen Repertoire überzeugten die rund 35 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Frank Aiglstorfer.

Kerzen sind auf der Kirchenmauer aufgestellt und säumen den Eingang. Fast bis auf den letzten Platz sind alle Bänke in der imposanten Kirche Mariä Himmelfahrt belegt – sogar die Plätze auf der Empore sind besetzt. Mit Teelichtern in der Hand schreiten die Sänger durch das abgedunkelte Kirchenschiff und positionieren sich vor dem Altar. Dirigent Frank Aiglstorfer begleitet den Einzug instrumental auf dem Klavier. Bereits das erste Lied „Evening Rise“ geht unter die Haut. Nachdem der Alt den ersten Teil des Stücks überzeugend vorträgt, stimmen Sopran, Tenor und Bass mit ein. Schon jetzt ist klar, das Konzert wird ein musikalisches Vergnügen für alle Gospelliebhaber, die zudem Jazz und Blues lieben. Die Akustik des Gotteshauses, das 1911 erbaut wurde, ist prädestiniert für ein Gospelkonzert dieser Größenordnung. Die meist schwungvollen Lieder und Rhythmen laden zum Mitklatschen ein. Frank Aiglstorfer ermutigt das Publikum, bei dem Stück „Come let us sing“ von Tore W. Aas einfach mitzumachen. Dazu liegen Liedtexte für jeden Besucher bereit. „Wir probieren das einmal. Das ist gar nicht schwer“, fordert er das Publikum auf, das gemeinsam mit dem Chor lautstark „Come let us sing. Sing the Lord …“ singt. Aber auch emotionale Stücke hat der Chor im Gepäck. Der erste und stimmgewaltige Akkord des Liedes „For the longest time“ von Billy Joel ist bereits beeindruckend. Schön ausgeprägt zu hören ist der Sopran. Natürlich darf bei einem Gospelkonzert das Stück „The Rose“ von A. Mc. Broom nicht fehlen. Mit dem Querflötensolo von Natalie Eckel zum Stück „You raise me up“ (Rolf Lovland und Brendan Graham), das der Chor ebenfalls zum Besten gibt, gelingt der perfekte Einstieg nach der Pause. Aber auch für Liebhaber des Blues ist etwas dabei. Das Intro des Liedes „Let my light shine bright“ steigt sofort mit Blues-Elementen ein. Den Sängern gelingt es, die Vielfältigkeit des Gospels zu präsentieren. Ohne Liedtexte in der Hand, dafür mit kleinen einstudierten Choreographien, singt sich der Chor in die Herzen der Zuhörer. Das Publikum bedankt sich mit immer länger werdendem Zwischenapplaus nach den Stücken. So auch bei dem Stück „Angels“, das den Popmusiker Robbie Williams weltbekannt gemacht hat. Leise singen viele Kirchenbesucher mit, manche sind sogar recht laut zu hören. Die sauber gesungenen Soloeinsätze von Pia Kern (Alt), Christopher Kleemann (Tenor) und Roland Wendel (Bass) bei dem bekannten Stück „Halleluja“ von Leonard Cohen faszinieren nicht minder. Alle vier Tonlagen stimmen nacheinander immer wieder mit ein. Nun gibt es beim Publikum kein Halten mehr – alle erheben sich. Klar, dass sich der Chor für das Finale ein Schmankerl aufgehoben hat. Denn was könnte besser in eine Kirche passen, als das Stück „Bless the Lord“ von Tore W. Aas. Schwungvoll und sichtlich mit viel Freude, ermuntern die Sänger alle zum Mitklatschen. Und weil es so gut ankommt, wird es als Zugabe nochmals gesungen.

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