Rückschau und Ausblick RHEINPFALZ Plus Artikel Im neuen Jahr einige Großprojekte vor der Brust

Für Ortsbürgermeister Gunther Bechtel hat der Kita-Anbau hohe Priorität.
Für Ortsbürgermeister Gunther Bechtel hat der Kita-Anbau hohe Priorität.

Die anhaltende Pandemie habe 2021 vieles eingeschränkt. „Aber wir konnten doch einiges auf den Weg bringen “, resümiert der Bockenheimer Ortsbürgermeister Gunther Bechtel . „Ganz schlimm“ sei der missglückte Breitbandausbau.

Die Verlegung von Glasfaserkabeln, die in Bockenheim bereits vor zwei Jahren begann, hat bis heute für jedermann sichtbare Spuren im Dorf hinterlassen. Vollkommen zu recht seien die Bürger wegen der teils miserablen Arbeitsergebnisse verärgert, meint Ortsbürgermeister Gunther Bechtel (SPD). Der Gemeinderat hat unterdessen beschlossen, gegen die ausführenden Firmen vorzugehen – zusammen mit einem Rechtsanwalt und in Absprache mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, Frank Rüttger (CDU).

In Bockenheim waren zwei Firmen, die Mitte 2020 eine Unternehmensgruppe bildeten, am Ausbau beteiligt. Die Deutsche Glasfaser war im westlichen Ortsbereich tätig. Ihre Bauarbeiten sind laut Bechtel vor wenigen Wochen abgenommen worden. Inexio indessen habe die Tätigkeiten vor Ort wohl eingestellt, „da es einfach nicht weitergeht“, vermutet Bechtel. Die Schäden seien bislang nicht beseitigt. Das betreffe vor allem den östlichen Teil Bockenheims.

Hohe Priorität hat die Erweiterung der Kita

Neben einem zufriedenstellenden Abschluss des Breitbandausbaus ist das Projekt mit der höchsten Priorität laut Bechtel ein Anbau an die Kita. „Da unsere Gemeinde wächst, muss über weitere Kitaplätze vorausschauend und rechtzeitig nachgedacht werden“, sagt der Ortschef. Vor allem junge Eltern hätten mehrfach öffentlich auf die Dringlichkeit einer Erweiterung des vorhandenen Gebäudes hingewiesen. Kritisiert wird aber nicht nur der mangelnde Platz. Auch der sinkende Personalstand sorgt für Unmut. Der Elternausschuss sprach kürzlich von 3,6 fehlenden Stellen. Die Kirche bemühe sich darum, diese zu besetzen, so Bechtel.

Derzeit können nur 107 Jungen und Mädchen die evangelische Einrichtung, die eigentlich eine Betriebserlaubnis für 125 Kinder hat, besuchen. Mehr als ein Dutzend bereits zugesagter Betreuungen zur Eingewöhnung wurden ausgesetzt, Neuaufnahmen gestoppt. Dazu kommt, dass die Container-Übergangslösung zur Entspannung der Platzverhältnisse auf sich warten lässt. Es fehlt noch die Baugenehmigung dafür.

Baubeginn in diesem Jahr unwahrscheinlich

Für den schon länger geplanten Anbau mit Küche, Mensa, Lager und Sozialräumen habe der Architekt einen Vorentwurf vorgelegt. „Der endgültige Plan soll Anfang Februar fertig sein“, so Bechtel. Da diverse Ämter, Ausschüsse, der Gemeinderat sowie Gremien in Kita und Kirche eingebunden werden müssten, sei ein Baubeginn dieses Jahr aber unwahrscheinlich. Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich auf 1 Million Euro.

Auch die Errichtung des Mehrgenerationenplatzes, mit der sich der Rat seit langem beschäftigt, müsse unbedingt in den kommenden Monaten in Angriff genommen werden. Für das 298.000 Euro teure Projekt sind Zuschüsse in Höhe von 65 Prozent zugesagt. „Die bewilligte Förderung lässt sich nicht mehr verlängern, die Maßnahme muss also dieses Jahr umgesetzt werden“, erklärt Bechtel die Vorgaben der Kommunalaufsicht.

Finanzierung und Gestaltung sind noch offen

Für den schon länger geplanten Anbau mit Küche, Mensa, Lager und Sozialräumen habe der Architekt einen Vorentwurf vorgelegt. „Der endgültige Plan soll Anfang Februar fertig sein“, so Bechtel. Da diverse Ämter, Ausschüsse, der Gemeinderat sowie Gremien in Kita und Kirche eingebunden werden müssten, sei ein Baubeginn dieses Jahr aber unwahrscheinlich. Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich auf 1 Million Euro.

Auch die Errichtung des Mehrgenerationenplatzes, mit der sich der Rat seit langem beschäftigt, müsse unbedingt in den kommenden Monaten in Angriff genommen werden. Für das 298.000 Euro teure Projekt sind Zuschüsse in Höhe von 65 Prozent zugesagt. „Die bewilligte Förderung lässt sich nicht mehr verlängern, die Maßnahme muss also dieses Jahr umgesetzt werden“, erklärt Bechtel die Vorgaben der Kommunalaufsicht.

Dorferneuerung soll weitergehen

Außerdem wünscht der Rat eine Erweiterung des Neubaugebiets Im Brübel III um 1,3 Hektar und eine Vergrößerung des Gewerbegebiets im Osten des Ortes, für das schon zwei Anfragen von Unternehmen vorlägen. Erste Gespräche mit Vertretern der Metropolregion Rhein-Neckar und weiteren Behörden wegen der Änderungen stünden demnächst an, so Bechtel. Erfreulich sei, dass es eine große Nachfrage nach Baulücken im Ort gebe und leerstehende Häuser begehrt seien – vor allem bei jungen Familien.

Darüber hinaus soll es mit der Dorferneuerung in Bockenheim weitergehen. Die Fortschreibung des Konzepts war jüngst durch das Büro Stadtgespräch im Gemeinderat vorgestellt worden. Am 2. Februar treffe sich der Bauausschuss mit den Planern aus Kaiserslautern, kündigt Bechtel an: „Danach möchte ich ein Bürgergespräch initiieren, wenn es denn die Pandemie zulässt.“

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