Grünstadt und Leiningerland
Idee für günstige Erneuerung der Brücke bei Neuleingen-Tal
Für die Sanierung der seit Ende Oktober 2015 gesperrten Brücke über den Eckbach hinter dem westlichen Ortseingang von Neuleiningen-Tal zeichnet sich endlich eine Lösung ab. „Wir können sie deutlich preiswerter instandsetzen als bislang gedacht“, informierte Bürgermeister Franz Adam (CDU) am Montagabend den Bauausschuss bei seiner Sitzung im Rathaus.
Übergang für Förster und Feuerwehr
Der Übergang über das Flüsschen in den Bischofswald wurde von Jägern, Förstern und Waldarbeitern sowie von Rettungsdienst und Feuerwehr genutzt. Die nächste Möglichkeit für Fahrzeuge, in den Wald zu gelangen, ist erst etliche Kilometer weiter in Altleiningen gegeben. Gegenwärtig können nur Fußgänger und Radler den Eckbach in Neuleiningen-Tal gegenüber der Pumpstation queren.
Nach dem ersten Gutachten, das 2015 für knapp 14.300 Euro erstellt wurde, hätte die Erneuerung des Bauwerks netto 231.000 Euro gekostet. Ein Jahr später wurde überlegt, stattdessen ein Stahlrohr zu verlegen, durch das der Eckbach fließen sollte, und das Ganze so zu verfüllen, dass wieder schwere Wagen die Brücke passieren können. Das wäre für rund 195.000 Euro zu haben gewesen.
Mehr als 8000 Euro für Bodengutachten
Im Mai 2018 lag eine dritte Variante für 168.000 Euro auf dem Tapet. Allerdings hätte der Fluss während der Bauarbeiten umgeleitet werden müssen. Dafür forderte die Struktur- und Genehmigungsdirektion ein Bodengutachten. Die Untersuchung der Erde für mehr als 8000 Euro ergab dann aber, dass das Material verseucht ist. Somit hätte es nach dem Ausbaggern nicht mehr an Ort und Stelle verwendet werden dürfen. Vielmehr hätte man es aufwendig entsorgen müssen. Dadurch wäre das Projekt, wofür allein 6000 Euro Planungskosten in den Haushalt eingestellt waren, wieder teurer geworden.
Schließlich wurde die Erneuerung der Brücke zurückgestellt, nachdem 240.000 Euro dafür im Raum standen. Beim Neujahrsempfang 2019 hatte Bürgermeister Adam angekündigt, nach günstigeren Lösungen zu suchen. Im Bauausschuss am Montag präsentierte er eine Sanierung, bei der die alten Fundamente weitergenutzt werden könnten. „Das wird uns 103.000 Euro kosten“, berichtete er. Der 2,50 Meter breite Übergang sei dann allerdings nicht mehr für Lastwagen geeignet. „Es kann maximal ein Rettungswagen darüberfahren“, so Adam. Um zu verhindern, dass schwerere Fahrzeuge die Brücke nutzen, müsste davor eine Schranke installiert werden. Der Rettungsdienst bekomme einen Schlüssel.
Vorschläge für weitere Kostenreduzierungen
Frank Knöll (CDU) regte an, die Querung nur zwei Meter breit zu machen, um Kosten zu sparen. Martin Kranz (FWG) verwies auf Renaturierungen wie beispielsweise in Altleiningen in Höhe des Bahnhofsplatzes, für die es 90 Prozent Landeszuschuss aus der „Aktion blau“ gebe. „Könnten wir nicht auch eine Förderung bekommen, wenn wir im Zuge der Instandsetzung der Brücke das Umfeld attraktiv herrichten?“, fragte er. Von Bernd Merseburg (CDU) kam der Hinweis, dass man doch den Verursacher der Bodenverunreinigungen zur Kasse bitten sollte. Schließlich liege die Brücke dort, wo früher die Bahntrasse war. Adam meinte, es sei nicht nachzuweisen, wer für die Schadstoffe verantwortlich sei. Mit dem Sanierungsprojekt wird sich der Ortsgemeinderat auf seiner nächsten Sitzung befassen.