GRÜNSTADT
Hans-Zulliger-Schule: Abschlussschüler werden verabschiedet
So hat das Lehrerorchester der Einrichtung mit Förderschwerpunkt Ganzheitliche Entwicklung das Lied „Heute ist Abschied“, das bei keiner Entlassfeier fehlen darf, im Pausenhof gespielt. Ebenso trat die Trommel-AG Bum Chaka Bum Gang draußen auf, wo auch der Schülersprecher ein paar Worte sagte, ein Corona-Tanz aufgeführt und die Zeugnisse überreicht wurden. Der mittlere Programmpunkt, bei dem Fotos und Filme an der Leinwand gezeigt wurden, fand in der Turnhalle statt. Da dieser Raum relativ klein ist, konnten nur wenige Personen daran teilnehmen. Die Kinder und Jugendlichen der anderen Stufen waren aber in ihren Klassenzimmern per Livestream dabei.
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt
Trotz dieser besonderen Umstände zeigte sich Rektorin Sabine Welsch-Staub froh darüber, dass die Feier nicht wie im vergangenen Jahr im Weinstraßencenter über die Bühne gehen musste. „Ihr habt Vieles erlebt, was Herausforderungen mit sich brachte, aber auch Spaß gemacht hat“, blickte sie auf die Zeit zurück, die die Entlassschüler in der Fördereinrichtung im Westring verbracht haben. „Sehr schwierig war die Corona-Krise für euch und eure Familien, aber nun warten neue Aufgaben auf euch“, so Welsch-Staub. Eines sei sicher, betonte sie, „ihr werdet uns fehlen, mit all euren Besonderheiten“.
Pädagoge Werner-Scheid geht in Ruhestand
Eine Lücke wird nach Jahrzehnten an der Schule auch Lehrer Michael Werner-Scheid hinterlassen, der in wenigen Wochen in Pension geht. Am Freitag hat er aber zunächst Bastian Deißler verabschiedet. Der Pädagoge betitelte den Eisenberger als „Fußballgott“, denn er sei in der Schulmannschaft ein wichtiger Abwehrspieler gewesen. „Bei der Sportwoche im Rudolf-Harbig-Stadion hast du das Sportabzeichen immer in Gold abgelegt“, erinnerte Werner-Scheid. Auch eine musische Seite hat der junge Mann, der sich unter anderem an einer Kooperation mit dem Leininger-Gymnasium beteiligte, wo Trommler und Chor gemeinsam musizierten.
Bastian, der 2012 von der Käthe-Kollwitz-Schule (Schwerpunkt Lernen) auf die Hans-Zulliger-Schule für geistig behinderte Menschen wechselte, hat Praktika in einer Schreinerei und in Gärtnereien absolviert, bevor er vor zwei Jahren begann, regelmäßig in der Autowerkstatt von Roberto Parisi in Sausenheim zu arbeiten. Der 19-Jährige wird in den Berufsbildungsbereich der Lebenshilfe Bad Dürkheim eintreten und möchte dabei die Qualifizierung im Kfz-Service fortsetzen, wie Werner-Scheid berichtete. Für besonderen Einsatz und vorbildliche Haltung in der Schule erhielt Bastian den Preis der Bildungsministerin.
Eine kleine Abkühlung brachte der Eismann
Ebenfalls in die Behindertenwerkstätten wechseln Dilara Gürdamur und Pedro Teixeira. „Dilara hat die Mittelstufe übersprungen und war seit 2016 in der Abschlussstufe“, sagte Welsch-Staub. Die 19-jährige Grünstadterin hatte insofern sehr viel Zeit, um Praktika zu absolvieren, unter anderem im hauswirtschaftlichen Bereich. Pedro (18), der aus Bissersheim stammt, und schon die Tätigkeiten eines Gärtners näher kennengelernt hat, strebt eine Beschäftigung im Weinbau an. Der 21-jährige Obrigheimer Daniel Frikel war seit 2007 an der Hans-Zulliger-Schule und wird nun die Tagesförderstätte der Dürkheimer Lebenshilfe besuchen. Seine Familie sorgte für eine kleine Überraschung bei der Feier: Sie bestellte den Eismann.