Battenberg
Handeln statt querdenken
„Ich bin sehr dankbar, dass meine Familie, unsere Freunde und der nähere Bekanntenkreis bislang von Corona-Infektionen verschont geblieben sind“, betont Bürgermeister Peter Schmidt (parteilos). Er freue sich über die große Solidarität und Hilfsbereitschaft in dem Burgdorf, so der 74-Jährige, der im ersten Lockdown im Frühling auch den Einkauf für Mitmenschen aus der Risikogruppe übernommen hat. „Für mich gilt, positiv nach vorn zu schauen und zu handeln statt querzudenken.“
Allerdings sind Schmidt, der jahrzehntelang Firmen für Medizintechnik geführt hat, unkonventionelle Gedanken nicht unbekannt. Weil sich Kinder in einer Umfrage der Ortsgemeinde mehrfach darüber beklagt haben, dass der Spielplatz an der Weed etwas abseits liege und zu Fuß schlecht erreichbar sei, regt der Bürgermeister einen Geländetausch an. „Man könnte dort den Kneipp-Verein ansiedeln und die Spielgeräte stattdessen an der jetzigen Kneipp-Anlage im Hipperling aufbauen.“ Das sei jedoch bislang nur eine Idee, die noch mit dem Vorstand zu besprechen sei.
Kneipp-Anlage ist sanierungsbedürftig
Die Areale seien von der Größe her vergleichbar. Vorteil für die Freunde der gesundheitsfördernden Wasseranwendungen sei, dass aus der Quelle an der Weed ständig frisches Nass zufließen könne. Das wäre mit Blick auf die Hygienevorschriften ein Pluspunkt zum bisherigen Standort, meint er. Gegenwärtig sei es so, dass Altbürgermeister Wolfgang Pahlke immer wieder Wasser aus seinem Brunnen in das Tret- und Armbecken pumpe. „Wir müssten eine Vereinbarung treffen, wonach das regelmäßig geschieht, vielleicht zweimal wöchentlich“, meint Schmidt, der findet, dass sich die Gemeinde an den Stromkosten beteiligen und eventuell eine energetisch günstigere Pumpe besorgen müsse.
Leider sei die Kneipp-Anlage, die den Battenbergern von Sigrid Gruber geschenkt worden ist, sanierungsbedürftig. Im Tretbecken bestehe Verletzungsgefahr, weil der Boden kaputt ist. „Ich würde das gern mit Folie auslegen, doch die Schwimmbadausstatter, die ich gefragt habe, lehnten das ab. Vielleicht, weil das Auftragsvolumen zu klein ist“, berichtet Schmidt. Doch inzwischen hätten ihm zwei Einheimische angeboten, einen Vorschlag für die Reparatur zu unterbreiten. Darüber hinaus sei das Armbecken instandzusetzen. Die Finanzierung sei gesichert, da Gruber der Gemeinde auch Geld hinterlassen hat, „und ich habe die schriftliche Genehmigung von ihr, dass wir von dem Betrag etwas nehmen dürfen statt uns auf die quasi nicht vorhandenen Zinsen beschränken zu müssen“. Vielleicht gebe es auch eine Förderung über das Dorferneuerungsprogramm.
Spielplatz soll endlich fertiggestellt werden
Rund 3000 Euro stehen zur Verfügung, um den Spielplatz attraktiver zu gestalten. Die seit Jahren diskutierte Anschaffung von weiteren Spielgeräten soll nun beendet werden: „Bei der nächsten Ratssitzung, die eventuell virtuell läuft, werde ich über den Kauf einer Doppelschaukel und eines Balancierbalkens abstimmen lassen“, kündigt Schmidt an. Videokonferenzen schweben ihm auch für die AGs aus der Dorfmoderation vor, die sich wegen Corona schon lange nicht mehr treffen konnten. Ein Projekt aus dieser Bürgerbeteiligung sei schon umgesetzt: eine Multimedia-Anlage im Dorfgemeinschaftshaus. Sie werde gut genutzt, unter anderem beim von Schmidt im Herbst 2019 initiierten Marktcafé im Sitzungssaal.
In dem zentral gelegenen Gebäude sei allerdings noch einiges mehr zu tun. Eine der beiden Toiletten sollte zum Behinderten-WC umgestaltet werden. Angedacht sei zudem, die mobile Rampe zur Überwindung der Stufen am Eingang durch eine fest angebaute zu ersetzen. „Ob das möglich ist, müssen aber Fachleute entscheiden“, so Schmidt. Im Obergeschoss müssten die Dachfenster ausgetauscht und die Raumakustik verbessert werden. Der Bürgermeister hofft, dass die Modernisierung über Dorferneuerungsmittel bezuschusst wird.
Infos und Fahrten zum Impfzentrum
Nicht hoffen, sondern handeln ist das Motto für Schmidt hinsichtlich der angelaufenden Immunisierungen gegen das Coronavirus. Er, Peter Dehio und Dieter Flatter haben alle 34 Battenberger, die älter als 80 Jahre sind, kontaktiert. „Wir bieten ihnen die Online-Anmeldung für die Impfung an, da telefonisch über die Hotline kaum ein Durchkommen ist. Auch weisen wir sie darauf hin, dass der Bürgerbus Leiningerland das Impfzentrum in der Salierhalle Bad Dürkheim ansteuert beziehungsweise offerieren ihnen eine Mitfahrgelegenheit“, erklärt der Ortschef.
Momente
Glücklich war er, nachdem er gegen Jahresende erfahren hat, dass die Therapie bei der Bekannten erfolgreich war. „Das war das größte Geschenk, denn Gesundheit ist das Wichtigste“, sagt Schmidt.