Leiningerland
Grundschulen: Was künftig nur noch digital möglich sein soll
Die Grundschulen in der Verbandsgemeinde Leiningerland sollen künftig ein neues Bestell- und Abrechnungssystem erhalten. Dieses sieht vor, dass Eltern nur noch über eine App ihre Kinder für ein Mittagessen anmelden, Geld auf ein Konto überweisen und die Kinder in der Kantine mit einer Chipkarte bezahlen. Das System soll nach den Winterferien 2026 erstmals in einer der neun Grundschulen in der Verbandsgemeinde eingeführt werden. „Wir werden eine Schule herauspicken, um zu sehen, ob es funktioniert“, so Kay Kronemayer (FWG), Erster Beigeordneter der VG.
Hinter der Methode steht der Wuppertaler Caterer Vitesca, der seit Januar die Grundschulen im Leiningerland mit Essen versorgt. Zuvor hatte der VG-Rat im Januar 2024 beschlossen, ein eigenes Bestell- und Abrechnungssystem einzuführen. Zu einer Umsetzung kam es allerdings nicht, da die Finanzsoftware der VG-Verwaltung nach deren Angaben nicht mit dem System kompatibel ist.
Für die VG-Verwaltung bedeute die Umstellung eine deutliche Entlastung, betonte Kronemayer. Beispielsweise seien die Mitarbeiter dann nicht mehr für die Verbuchungen im Kassenwesen zuständig. Bisher wird das Mittagessen den Eltern mit einer Pauschale monatlich in Rechnung gestellt. Das bedeutet auch: Nimmt ein Grundschüler eine Mahlzeit nicht in Anspruch, gibt es keine finanzielle Rückerstattung. Das würde sich mit dem neuen System ändern: Eltern bezahlen nur noch für tatsächlich bestelltes Essen.
Schulleiter zeigt sich skeptisch
Was dem Anbieter zufolge bequeme Bestellungen ermöglichen soll, sorgte im Schulträgerausschuss allerdings auch für Skepsis. „Aus Sicht des Schulträgers ist das System natürlich ein Traum“, sagte Jürgen Heckmann, Rektor der Luitpoldschule in Hettenleidelheim, in der vergangenen Sitzung und ergänzte: „Ich sehe schon, dass Kinder ohne Essen dastehen, weil die Eltern vergessen haben, zu bestellen.“ Auch Nastassja Oberfrank (SPD) befürchtete, dass nicht bei allen Eltern die digitale Kompetenz vorhanden sei, um mit der Umstellung zurechtzukommen.
„Wir können im Notfall auch Hilfeleistung stellen“, stellte Kronemayer in Aussicht und verwies dabei auf die VG-Verwaltung. Zudem könne der Anbieter für jedes Halbjahr eine Schulung für das neue System anbieten. Auf die Frage, in welcher Schule das Projektprojekt getestet werden soll, antwortete Kronemayer: voraussichtlich Bockenheim.