Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Grünstadter Bäckerei Spangenberger punktet mit besonders schönen Schaufenster-Dekorationen

Mainzelmännchen als Hingucker lassen den Betrachter verweilen.
Mainzelmännchen als Hingucker lassen den Betrachter verweilen.

Da hat sich die Bäckerei Spangenberger in der Obergasse, ein seit Jahrzehnten geführter Familienbetrieb, zur Faschingszeit wieder etwas Besonderes für das relativ kleine Schaufenster einfallen lassen: Der staunende Betrachter wertet die Dekoration als eine wohl liebevoll gemeinte Hommage an die altehrwürdige Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“, die erstmals am 17. Februar 1955 ausgestrahlt wurde.

Sie galt damals als Straßenfeger und Gesellschaftstreff gleichermaßen, denn die wenigsten Haushalte besaßen einen Fernseher. Klar, dass sich bei denjenigen, die sich bereits ein solches Gerät angeschafft hatten, Freunde und Bekannte trafen zum gemeinsamen Zuschauen, also Public Viewing in der meist viel zu kleinen Wohnstube. Die putzigen Mainzelmännchen flimmerten erst ab 1963 über die Mattscheibe.

Erinnerung an „Mainz bleibt Mainz“

Die Fernsehsitzung aus der Landeshauptstadt gilt seit Jahrzehnten als des Pfälzers (und darüber hinaus) allerliebster karnevalistischer Höhepunkt. Ein Hingucker ist das Schaufenster der Bäckerei Spangenberger allemal. Früher waren die Schaufenster der allermeisten Läden in der Stadt hübsch geschmückt – meist den Jahreszeiten angepasst. Das Betrachten lud zum Verweilen und Besuchen des Geschäftes ein. Um es mit Loriot zu sagen: „Früher war mehr Lametta“.

Nur noch selten werden die Waren mit cleveren oder pfiffigen Ideen in Schaufenstern präsentiert. Die Zeiten, als man „am Abend nochmal gemütlich einen Schaufensterbummel machen“ konnte, scheinen endgültig vorbei zu sein. Schade eigentlich – denkt der Betrachter der attraktiven Auslagen der Bäckerei Spangenberger, die schon einige Male vorgemacht hat, wie es viel schöner und einladender gehen kann.

Sogar einen Fernseher organisiert

Dafür ist seit vier Jahren Verkäuferin Anja Knierim zuständig. Sie kümmert sich um die Dekoration – und das mit viel Liebe zum Detail. Auch Dagmar Spangenberger ist von den Deko-Künsten ihrer Angestellten fasziniert und sagt: „Früher war das Schaufenster wenig dekoriert. Es diente vielmehr als Auslage für unsere Waren.“ Sie sei unheimlich froh, dass die Mitarbeiterin sich jedes Jahr etwas Neues einfallen lässt, um die Kunden zu begeistern. „Diese sprechen uns oft an und freuen sich darüber“, so Spangenberger, die weiß, wie viel Zeit die Verkäuferin für die Dekoration und das Organisieren der Utensilien aufbringt.

„Die Mainzelmännchen hat sie beispielsweise als Leihgabe von Bekannten erhalten. Das alte Fernsehgerät ist ebenfalls selbst von ihr besorgt worden. Ich finde wirklich toll, dass sie sich bei der Deko so viele Gedanken macht und lasse ihr da ganz freien Lauf.“ Und auch den Betrachter freut es – egal ob jung oder alt. Die Arbeit hat sich wirklich gelohnt.

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