Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Grünstadt soll mehr Sirenen bekommen

Im Kalten Krieg setzten die Verwaltungen auf Sirenen. Danach wurden sie als Relikte aus der Vergangenheit abgetan. Nun wurde erk
Im Kalten Krieg setzten die Verwaltungen auf Sirenen. Danach wurden sie als Relikte aus der Vergangenheit abgetan. Nun wurde erkannt, dass sie doch wichtig sind.

Bis zur Wiedervereinigung gab es in Westdeutschland 80.000 Sirenen auf öffentlichen Gebäuden. Betrieben wurden sie vom Bund. Nach Ende des Kalten Kriegs wurde das Sirenennetz aufgegeben und die Sirenen wurden den Kommunen zur Übernahme angeboten. Bislang konnten die Kommunen die Sirenen zwar auf Stand halten und warten – sie mussten es aber nicht. Wie ist die Situation im Leiningerland?

In Grünstadt gibt es derzeit noch zwei Sirenenstandorte – und zwar auf dem Gelände des Bauhofs in der Schlachthofstraße und im Asselheimer Auweg, wo ein Mast steht. Die Sirene auf dem Rathaus funktioniert nicht mehr – das hat sich beim ersten bundesweiten Probewarntag seit der Wiedervereinigung im September 2020 gezeigt. Auf eine Instandsetzung wurde verzichtet – weil sowieso ein Neukauf geplant ist. Eine vierte Anlage auf dem Alten Rathaus in Sausenheim wurde abgebaut, als das Haus vor einigen Jahren verkauft worden ist.

Wie Ordnungsamtsleiter Jürgen Bracht mitteilt, sind in Grünstadt eigentlich fünf Sirenen-Standorte nötig, damit die Warnungen überall gehört werden können. „Aktuell wird eine Entscheidung für den Stadtrat vorbereitet, wonach fünf neue Sirenenanlagen angeschafft werden sollen. Die noch vorhandenen Anlagen sind nicht mehr zeitgemäß und die Neuanschaffung oder der Austausch kann mit Bundesmitteln, nämlich dem Sirenenförderprogramm des Bundes bezuschusst werden“, so Bracht.

Die Planungen sehen drei Anlagen in Grünstadt (Kreuzerweg 7, Gewerbegebiet, Nordring 36) vor, eine Anlage in Sausenheim (Grundschule, Krummlandweg) und eine – wie bisher – im Asselheimer Auweg. Für die Neuanschaffungen seien 95.000 Euro im Haushalt für 2022 eingeplant.

In der Verbandsgemeinde Leiningerland gibt es in jeder Ortsgemeinde eine Sirene, in Bockenheim, Carlsberg, Hettenleidelheim, Obrigheim und Wattenheim gibt es jeweils zwei Anlagen. Derzeit bestehe keine Notwendigkeit, neue Anlagen zu errichten, heißt es von der Verwaltung. Die Sirenen würden gewartet und instandgesetzt, und im Bedarfsfall auch dem Stand der Technik angepasst. Die Anzahl der Anlagen – 26 insgesamt – wird als ausreichend erachtet: „Die bisherigen Standorte sind dem Landkreis Bad Dürkheim bekannt. Sollte die beauftragte Evaluierung der Standorte durch den Landkreis zu anderen Ergebnissen kommen, werden wir weitere oder andere Standorte mit dem Landkreis erörtern“, teilt die Verwaltung mit.

Die Anlagen würden zur Alarmierung der Feuerwehr betrieben und könnten zentral von der Leitstelle der Berufsfeuerwehr in Ludwigshafen sowie der Feuerwehreinsatzzentrale der VG in Obersülzen ausgelöst werden.

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