Grünstadt
Grünstadt: Kinderbuchautor Harald Kiesel am Freitag in der Bücherei
Am Freitag ist wieder bundesweiter Vorlesetag. Die Stiftung Lesen, die Wochenzeitung DIE ZEIT und die Deutsche Bahn Stiftung, die diesen Tag 2004 ins Leben gerufen haben, wollen damit zum Vorlesen anregen und Freude am Lesen wecken. Die Stadtbücherei lädt deshalb mit Unterstützung des Freundeskreises um 15 Uhr zur „Großen Buch-Show – Vorsicht Bücher“ ein, einer Lesung in Wort und Bild von und mit dem Kinderbuchautor Harald Kiesel. Bettina Bostan hat mit Kiesel gesprochen.
Herr Kiesel, die „Große Buch-Show“ ist keine herkömmliche Lesung - was ist das Besondere daran?
Kiesel: Abwechslungsreich, unterhaltsam, launig-lustig. Ich präsentiere Bilder und Geschichten und erzähle aus meinem Leben und der Arbeit an und mit Büchern, Autoren, Illustratoren und Übersetzern. Ich versuche, die Kinder da abzuholen, wo sie sind, in ihrer Welt. Ich erzähle Geschichten und meine Geschichte, wie ich zu Büchern gekommen bin, wie ich Journalist wurde und auch über Bücher und Autoren geschrieben habe, wie ich in einen Verlag kam und schließlich selbst viele hundert Bücher betreut habe, wie ich meine ersten Bücher geschrieben habe, wie ich Bücher übersetzt habe, wie Autoren arbeiten, wie Bücher überhaupt gemacht werden - und all dies ist gemixt in dem Programm mit Texten, die ich vorlese, und zwar so, dass die Kinder hoffentlich „an meinen Lippen hängen“. Ich möchte, dass Kinder Lust aufs Lesen bekommen und Spaß an Büchern haben. Lesen ist individuell. Jedes Kind ist anders, hat andere Interessen. Bücher lesen aber kann Spaß machen – übrigens auch gemeinsam.
An Kinder welchen Alters richtet sich die Buch-Show?
Kiesel: Es gibt verschiedene Programme für unterschiedliche Altersstufen, am liebsten sind mir die für Grundschüler und alle bis Klasse 6. Ich war aber mit Jugendthemen auch schon oft in Gymnasien.
Sie haben bei vielen Büchern mitgewirkt – haben Sie ein Lieblingsbuch und warum?
Kiesel: Ein Lieblingsbuch? Viele. Da würde der Platz hier nicht ausreichen – aber einige: Ich liebe die Peanuts, Die wilden Fußballkerle, vor allem aber auch so Lese-Spaßbücher wie „Gemeinsam Lesen macht Spaß“ oder „Psst! Ich lese“ für die Kleinsten. Und immer mit mir umgezogen sind „Die Schatzinsel“, „Das fliegende Klassenzimmer“, ach Erich Kästner, genial, und Bücher von Herrmann Hesse.
Wie „lernt“ man eigentlich Bücher zu schreiben? Bekamen Sie das in die Wiege gelegt oder haben Sie es erlernt?
Kiesel: Ich weiß nicht, ob es zu „lernen“ ist. Ich bin in einem Haus voller Bücher aufgewachsen und hatte einen wirklich tollen Deutschlehrer – das sind, denke ich, schon mal gute Voraussetzungen. Zwischen Jura und Journalismus entschied ich mich dann später für Letzteres. Na ja, und vom Schreiben für Zeitungen, Zeitschriften und das Radios war es dann nicht mehr weit zum Schreiben von längeren Geschichten und Büchern.
Digitale Medien erobern Kinderherzen im Sturm - wie bringt man Kinder dennoch zum Lesen? Welche Tipps hat der Profi?
Kiesel: Bücher erzählen Geschichten. Und von Geschichten ist es nicht weit zu Gefühlen. Kinder spüren Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit besonders, sie sind oft viel spontaner und emphatischer als manche Erwachsenen. Sprich die Herzen der Kinder an und vermittele durch das eigene Beispiel und eigene Lebensgeschichten die Begeisterung für Bücher. Dann sagen auch Kinder: „Bücher sind ja cool! Lesen macht Spaß!“ Digitale Medien sind eine prima Ergänzung, aber ein Buch in der Hand ist unschlagbar.
Anmeldung
Anmeldung zur „Großen Buch-Show“ am Freitag, 15. November, in der Stadtbücherei Grünstadt, Neugasse 2, unter Telefon 06359/960144 oder per E-Mail an stadtbuecherei-gruenstadt@t-online.de.