Grünstadt
Grünstadt: Erste Vorstellungen in den neuen Deluxe-Sälen der Filmwelt
Am Mittwoch werden die beiden neuen Kinosäle der Filmwelt Grünstadt eingeweiht. Ihre Bezeichnung als Deluxe Kino 5 und Deluxe Kino 6 zeigen schon, dass es sich um besondere Räume handelt. Die ersten Vorstellungen laufen ab 17 Uhr.
Oliver Lebert und Alexander Cyron, die die Grünstadter Filmwelt betreiben, sind stolz auf das neue Angebot. Den Anbau haben sie zusammen mit Architekt Matthias Hansske aus Kassel geplant. Durch die ehemalige hintere Außentür des Lichtspielhauses geht es in das neue, 120 Quadratmeter große Foyer. Dass nur 24 Stunden später die ersten Kinobesucher hier durch geschleust werden sollen, ist kaum vorstellbar, denn am Dienstag ist es noch eine große Baustelle: Überall wuseln fleißige Handwerker, verlegen Boden, verdrahten Kabel, streichen die Wände.
Trotzdem sind die beiden Hausherren ganz entspannt. Cyron zeigt Fotos vom Tag vor der Eröffnung der Filmwelt im Juli 2015. „Da waren wir noch lange nicht so weit wie heute“, sagt er und strahlt. Dann präsentieren Lebert und er den neuen Saal 5 – und der macht einen wirklich guten Eindruck. Die größtenteils handgefertigte Bestuhlung mit 71 Plätzen bietet vier verschiedene Varianten. Hier kann man sitzen, kuscheln, liegen, fläzen – je nach Lust und Geldbeutel.
Betten, Liegen, Sofas, Sessel
Ganz vorn stehen ein türkises und ein sandfarbenes Doppel-Daybed, jeweils mit Kissen. Gemütlich liegend kann man von dort aus dem Geschehen auf der 62 Quadratmeter großen Leinwand folgen. „Hier bist du mittendrin im Film statt nur dabei“, schwärmt Cyron. Ursprünglich waren drei Daybeds vorgesehen, „aber mit Blick auf den Komfort haben wir auf eines verzichtet“, sagt Lebert. In der zweiten Sitzreihe, die von der Entfernung her der vierten in einem Standardsaal entspricht, stehen elf bequeme, schwarze Chaiselongues mit schrägen, feststehenden Beinstützen. Wer die Ablage der Beine variieren will, wählt einen der zehn Recliner. Diese verstellbaren Relaxsessel exakt in der Mitte des Raums bilden in Beige einen auffälligen Kontrast zur deutlich dunkleren Umgebung.
Wer sich auf einem Recliner niederlassen möchte, muss für ein Erwachsenen-Ticket 13,50 Euro entrichten – vier Euro mehr als für den günstigsten Sitz. Insgesamt gibt es vier Preiskategorien. Da es verführerisch ist, mit einer Karte für 9,50 Euro beispielsweise auf dem Sofa zu lümmeln, ist im Saal eine Kamera angebracht. „So können wir von der Kasse aus sehen, ob sich die Leute dorthin setzen, wofür sie bezahlt haben“, erklärt Lebert.
Ein Saal modern, einer retro
Dabei ist in diesem Saal auch ein preiswerter Standardstuhl nicht zu verachten. Von Standard kann aber eigentlich nicht gesprochen werden, sind die in drei Reihen angebrachten Sessel doch aus Leder und breiter als üblich. Ganz hinten im Saal gibt es noch einmal türkis- und sandfarbene Tupfer im Wechsel: Sechs Kuschelsofas für jeweils zwei Personen sind dort installiert. Der Raum ist in gedämpftes, größtenteils indirektes Licht getaucht, das hinter Verkleidungen an den Wänden versteckt wurde. Auf der schwarz-weißen Stoffbespannung heben sich Bäume wie Scherenschnitte vom hellen Hintergrund ab. In die schwarze Decke sind runde Strahler eingelassen.
Der moderne Deluxe-Saal 5 hat ein Pendant im Retro-Look. Dort dominieren warme Farbtöne. Wände und Decke sind schlicht schwarz, aufgelockert mit einem breiten, gesteppten Band in Orange und zwei runde Kupferlampen in einem besonderen Design. Die Bestuhlung ist die gleiche wie in dem anderen Raum. Mit den zwei zusätzlichen Sälen kann das Grünstadter Kino seinen Besuchern eine deutlich größere Auswahl an Filmen und Events bieten als zuvor.
Das Projekt wurde gefördert
Apropos Events: Für die gibt es außerhalb der Säle – am Ende des Foyers nämlich – noch Platz für einige Bistrotische und einen Bereich mit einer mobilen Theke. Wenn die gerade mal nicht gebraucht werden sollte, verbirgt sie sich hinter einer Schiebewand. Für den 430 Quadratmeter großen Anbau war seit 24. Juni rund ein Dutzend Firmen – die meisten aus Grünstadt und dem Leiningerland – im Einsatz. Lebert und Cyron sind mit denen sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit war hervorragend – fachlich wie menschlich“, lobt Cyron.
1,1 Millionen Euro haben die Kinobetreiber in die Erweiterung investiert. Dabei erhielten sie 200.000 Euro von der Filmförderanstalt. „Das ist der Höchstsatz, weil wir mit unserem Konzept überzeugt haben“, sagt Lebert. Das in Berlin ansässige Bundes-Institut sehe den Kulturauftrag, den die Filmwelt erfülle, und habe die Attraktivitätssteigerung durch die Erweiterung erkannt. Zusätzlich gab es noch 25.000 Euro aus Landesmitteln.