Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Grünstadt: Arztpraxis wegen bestätigter Corona-Infektion geschlossen

Mit großen Zetteln an einer Stellwand und an der Eingangstür weist die Grünstadter Arztpraxis auf eine einwöchige Schließung auf
Mit großen Zetteln an einer Stellwand und an der Eingangstür weist die Grünstadter Arztpraxis auf eine einwöchige Schließung aufgrund eines positiv auf Corona getesteten Patienten hin. Foto: Benndorf

Seit Montagmorgen ist eine Gemeinschaftspraxis in Grünstadt geschlossen, weil in ihr vergangene Woche ein Patient positiv auf den Coronavirus getestet wurde. Laut Kreisverwaltung handelt es sich um einen Fall, der bereits seit Samstag bekannt ist, und es besteht auch keine Ansteckungsgefahr für Patienten der Grünstadter Ärzte.

„Wichtige Info an unsere Patienten!“ steht auf einem Zettel, der seit gestern an der Eingangstür der Hausärztlich-Internistischen Praxis Reidick, Scheuren und Behr in Grünstadt hängt. Und weiter: „Aufgrund eines positiv getesteten Patienten mit Coronavirus bleibt unsere Praxis diese Woche geschlossen, um unsere Patienten nicht zu gefährden.“ Die für besagte Patienten vermutlich wichtigste und interessanteste Information folgt in Satz drei: Für sie bestand „laut Gesundheitsamt keine Ansteckungsgefahr“.

Den Grund hat Alexander Reidick auf Anfrage erklärt: Der mit dem Coronavirus infizierte Mann sei am vergangenen Donnerstag außerhalb der regulären Sprechzeiten auf den Virus getestet worden. Er habe sich bei der Praxis gemeldet und von Symptomen berichtet, daher sei er zu einem unbedenklichen Termin einbestellt worden. Das Kreisgesundheitsamt mit Sitz in Neustadt habe dieses Vorgehen gelobt und eine Risikobewertung vorgenommen, derzufolge keine Gefährdung für Mitpatienten bestehe, betont der Allgemeinmediziner.

Wachenheimer Lehrer war in Grünstadt beim Arzt

Mittlerweile habe sich herausgestellt, dass der Test positiv ausgefallen ist. Am Montagvormittag seien daher Abstriche bei sämtlichen Mitgliedern des Praxisteams gemacht worden. Sollten diese Tests negativ ausfallen, könne die Praxis nach Absprache mit dem Gesundheitsamt wieder geöffnet werden. Womöglich sei das schon diese Woche der Fall. Bis dahin werden auch die Praxisräume desinfiziert, sodass die letzte denkbare Gefahrenquelle für Patienten beseitigt sei.

Dem Praxisteam gehe es gut, so Reidick weiter. Der Patient, der im Raum Grünstadt wohne, stehe unter häuslicher Quarantäne und befinde sich auf dem Weg der Besserung. Um einen neuen Fall handele es sich nicht, teilte ein Sprecher der Kreisverwaltung Bad Dürkheim gestern mit. Vielmehr ist der Patienten ein Lehrer, der an der IGS in Wachenheim arbeitet und dessen Erkrankung bereits am Samstag bekannt wurde. Die Schule ist seither geschlossen, 22 Personen aus dem Kollegium dürfen diese Woche nicht unterrichten und 220 Schüler der Klassenstufen fünf und sechs wurden vom Unterricht freigestellt.

Eltern müssen sich keine Sorgen machen

Sie alle sollten sich möglichst im häuslichen Umfeld aufhalten, um den Kontakt mit anderen Menschen zu minimieren und die Infektionskette zu unterbrechen, erklärte Silke Basenach, die Leiterin des Gesundheitsamts. Aus dem gleichen Grund werden auch Menschen kontaktiert, die privat mit dem erkrankten Mann zu tun hatten, hieß es gestern aus der Kreisverwaltung. Weitere Tests würden aber nur dann gemacht, wenn sich bei den Kontaktpersonen typische Symptome einer Corona-Erkrankung zeigten.

Eltern von Schülern oder Kindergartenkindern in Grünstadt und Umgebung müssten sich keine Sorgen machen, da der Mann keinen Nachwuchs an einer Einrichtung im Leiningerland habe, heißt es aus der Kreisverwaltung. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass sich der Betroffene vor dem 1. März mit dem Virus infiziert habe, es konnte bisher aber nicht geklärt werden wo. „Urlaub in einer Risikoregion hat er nicht gemacht“, teilte der Sprecher der Verwaltung mit. Alles Weitere sei reine Spekulation.

Bei Erkältungen mit Fieber erst anrufen

Für Menschen, die momentan mit einem fieberhaften Infekt kämpfen, steht noch ein wichtiger Hinweis auf dem Zettel an der Grünstadter Praxis: Weil ein solcher sich nicht auf den ersten Blick von einer Coronavirus-Erkrankung unterscheiden lässt, sollten sie nicht direkt zum Arzt gehen, sondern erst einmal telefonisch Kontakt aufnehmen. Das empfiehlt auch das Kreisgesundheitsamt.

Wer einen begründeten Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion hat, sollte sich hingegen direkt bei der Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Telefonnummer 116117 melden.

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