Grünstadt GLOSSE: Leise rieselt der Schmäh

„Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See, weihnachtlich glänzet der Wald, freue dich, ’s Christkind kommt bald.“ Wer kennt sie nicht, diese liebliche Vorweihnachtsweise. Zugegeben, was den Wald betrifft, so zeigt sich dieser erst in bunten herbstlichen Farben. Auch der Schnee lässt hoffentlich, wenn’s einem ab und an auch schon fröstelt, noch auf sich warten. Und dennoch: Es weihnachtet. Flattern doch mit der Post von einem Reiseunternehmen unaufgefordert schon seit einiger Zeit Reise-Angebote für eine Tagesfahrt zu Weihnachtsmärkten, rund 20 an der Zahl, ins Haus. Von Straßburg zum „Fest des Herzens“ über die Schlossweihnacht nach Erbach bis zur winterlichen Parklandschaft in den Europark ist alles dabei. Na ja, denke ich. Eine frühe Anmeldung kann manchem Zeitgenossen nicht schaden. Am wenigsten dem Veranstalter selbst. Auch sonstige Konsumenten können sich langsam an den vorweihnachtlichen Zauber gewöhnen. Seit September gibt es schon weihnachtliche Waren. Generell in großen Märkten füllt „herbstliches Gebäck“, wie es ein bisschen verschämt genannt wird, nämlich Lebkuchen, Spekulatius und Stollen, die Regale. Was sagt denn die Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung in Nürnberg (GfK) dazu? Statistische Erhebungen gibt es, auch bei ähnlichen Instituten, nicht. Der Aussage einer GfK-Mitarbeiterin kann jedoch nicht widersprochen werden. „Würden diese Sachen nicht gekauft, stünden sie auch nicht so früh in den Regalen.“ Vielleicht überleg ich’s mir ja noch, mit Weihnachtsmärkten. Freue dich, das Christkind kommt bald (gsp)