Eisenberg / Leiningerland / Winnweiler
Glasfaser: So weit ist Mawacon in Eisenberg
In den Donnersbergkreis vorgearbeitet hatte sich die Firma Mawacon, die von Wattenheim aus schon in einigen Ortschaften in der Verbandsgemeinde Leiningerland Breitbandausbau betrieb beziehungsweise betreibt, mit dem ersten Spatenstich am 17. Juli in Eisenberg. Seither sind mindestens 80 Prozent des Tiefbaus erledigt, wie der Geschäftsführer Dzevad Corhamzic berichtet. Mit drei großen Trupps sei die einst ebenfalls von ihm gegründete Mawa-Bau GmbH in der Stadt unterwegs.
Fünf Vertriebsmitarbeiter sind unterdessen mit der Vertragsakquise beschäftigt. Sie kämen jedoch nur nach einer Ankündigung ins Haus, sagt Corhamzic. „Wir klingeln nicht einfach an jeder Tür“, versichert der 43-Jährige im RHEINPFALZ-Gespräch. Schon bevor sie loslegten, waren laut Prokuristin Alexandra Schmidt-Laubscher 330 Verträge in Eisenberg unterschrieben, darunter auch 164 „Nuller-Vereinbarungen“.
Keine passiven Anschlüsse mehr
Diese werden nun nicht mehr angeboten. Wer sich nicht gleich durchringen konnte, sich kostenpflichtig an Mawacon zu binden, hatte bislang die Option eines passiven Anschlusses. Das heißt, die Firma hat das Highspeedkabel, mit dem Übertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde erreicht werden können, bis ins Haus gelegt, aber es wurde nicht angeschlossen.
„Das haben wir circa 1000 Mal gemacht“, berichtet Corhamzic. Ein teures Unterfangen, denn nur der Bau habe mit rund einer halben Million Euro zu Buche geschlagen. „Das müssen wir selber stemmen, denn wir bauen eigenwirtschaftlich aus und erhalten keine Fördermittel“, erklärt Schmidt-Laubscher.
Die bereits abgeschlossenen „Nuller-Vereinbarungen“ gelten jetzt nur noch bis 31. Dezember 2024. Bis zu dem Datum muss man einen Tarif buchen, ansonsten verfällt der „Nuller-Vertrag“. Um den Kunden die Entscheidung zu erleichtern, bietet Mawacon ein Starter-Paket an.
Ab 1. Januar 2025 seien für einen Anschluss 990 Euro zu entrichten, so Corhamzic. Allerdings brauche sich niemand vor doppelten Kosten beim Umstieg vom alten Provider zum neuen zu fürchten, ergänzt Schmidt-Laubscher: „Bis zum Ende der Kündigungsfrist beim bisherigen Anbieter, also bis zu zwölf Monate, stellt Mawacon keine Rechnung aus.“ Die junge Telekommunikationsfirma übernimmt auch die Kündigung.
Weit fortgeschritten sind die Mawa-Bau-Arbeiten auch schon in Kerzenheim und Ramsen, wo vor circa eineinhalb Monaten mit dem Aufreißen von Gehwegen und Fahrbahnen angefangen wurde. Bei einem Benefiz-Fußballspiel für die Kita „Kerzrumer Eidechsenneschd“ am Sonntag hat Mawacon für jeden abgeschlossenen Vertrag den ersten Monatsbeitrag an die Einrichtung gespendet. „Wir haben 72 Verträge generieren können“, erzählt der Geschäftsführer. Beim nächsten Kickerturnier zugunsten der Kita am Samstag, 11. November, wird seine Firma wieder mit einem Info-Bus vor Ort sein und die Aktion vom 22. Oktober wiederholen: „Wir stehen zwischen 10.30 und 17 Uhr auf dem Sportplatz.“
Wo sich die Glasfaser zurückgezogen hat
Die Deutsche Glasfaser hat sich mittlerweile auch offiziell aus den beiden Dörfern zurückgezogen. Im Amtsblatt war eine Mitteilung des Unternehmens aus Borken zu lesen, in der es hieß, „dass wir den Ausbau eines Glasfasernetzes in den Ortsgemeinden Kerzenheim und Ramsen nicht durchführen werden“.
Wann Rosenthal dran kommt
Aktuell agieren in beiden Dörfern sieben Mawa-Kolonnen. Den Kerzenheimer Ortsteil Rosenthal wird die Firma jedoch erst im nächsten Jahr anpacken, wie Corhamzic ankündigt. Ebenso werden sich die Staufer und die Steinborner bis 2024 gedulden müssen. Auch ein paar Dörfer im Leiningerland, wo die Trassenführung bereits durchgeplant ist, werden erst im Frühling ausgebaut. Das betrifft Battenberg, Kleinkarlbach und Neuleiningen. Begründet wird das mit Lieferengpässen und noch nicht erteilten Genehmigungen. „Wenn wir jetzt anfingen, würden wir in die Winterzeit hineinrutschen“, nennt Corhamzic einen weiteren Grund. Er möchte sich jetzt lieber darauf konzentrieren, begonnene Arbeiten abzuschließen.
Bis Ende nächsten Jahres hat sich der gebürtige Serbe viel vorgenommen. Denn es sind zwei Riesenprojekte neu hinzugekommen. Zum einen hat sein erst vor zwei Jahren ins Leben gerufenes Telekommunikationsunternehmen kürzlich den Zuschlag für das Verlegen eines Glasfasernetzes im Großdorf Haßloch erhalten, das mehr als 20.200 Einwohner hat. Zum anderen hat er Anfang September einen Kooperationsvertrag mit der Verbandsgemeinde Winnweiler unterzeichnet. Dort leben rund 13.200 Menschen in 13 Ortschaften. „Insgesamt sind bei uns 6500 Haushalte anzuschließen“, sagt der VG-Bürgermeister Rudolf Jacob (CDU).
Mawacon sei auf ihn zugekommen und habe Interesse am Breitbandausbau in seiner Gebietskörperschaft signalisiert, erzählt er. Das habe er sehr begrüßt. Denn in der VG wollten die Telekom und die Deutsche Glasfaser nur in ausgewählten Gebieten aktiv werden. Letztere hatte schon den ersten Vermarktungsschritt mit Vorverträgen im Februar abgeschlossen. Als Mawacon anklopfte, „haben wir das mit allen Ortsgemeinden abgestimmt und schließlich den Vertrag gemacht“, so Jacob.
Am Herzen hat dem Christdemokraten gelegen, dass die ersten Nägel mit Köpfen am Ärztehaus gegenüber der VG-Verwaltung gemacht werden. Er erläutert: „Es soll schon Anfang Dezember in Betrieb gehen und die Telekom hatte die Versorgung mit einem normalen Telefonanschluss abgelehnt.“ Laut Corhamzic wird „in den nächsten Tagen in der Jakobstraße mit den Arbeiten begonnen.