Grünstadt Gespart wird für ein Trampolin
In den vergangenen vier Wochen haben die 73 Jungen und Mädchen der evangelischen Kindertagesstätte Beim Bergtor in Grünstadt Farbe mit genoppten Rollen, mit Spachteln, Murmeln, Spülbürsten sowie Moosgummi-Stempeln auf Papier gebracht und dabei sehr beeindruckende Kunstwerke erzeugt. Am Samstag präsentierten sie ihre Arbeiten in der Einrichtung. Parallel zur Ausstellung wurde eine Lernwerkstatt eröffnet.
Der Werkraum ist in einem kleinen Gartenhaus untergebracht, das extra für diesen Zweck aus Spendengeldern angeschafft wurde, wie Kita-Leiterin Gisela Poignée der RHEINPFALZ berichtete. Weil drinnen nur für zwei Kinder Platz ist, steht die große Werkbank neben dem Häuschen. Für den Inhalt des Workshop-Centers ist die BASF verantwortlich. Der Ludwigshafener Chemie-Riese habe dem Kindergarten das gesamte Material für kleine Handwerker geschenkt, angefangen von Batterien über Handbohrer, Hammer und Nägeln bis zu Sägen und Schmirgelpapier. Im Vorfeld absolvierten die Erzieherinnen – aktuell sind 13 in der Kita beschäftigt – die Fortbildung „Wissensfabrik: Kitec – Kinder entdecken Technik“. Die Lernwerkstatt – die bundesweit erste wurde 1981 durch Karin Ernst an der TU Berlin zur Erwachsenenbildung eingerichtet – soll die Jungen und Mädchen zum Fragen und Forschen anregen. Experimentiert haben die Drei- bis Sechsjährigen vier Wochen lang mit unterschiedlichen Maltechniken. Dabei haben sie Farben entdeckt wie „Schneeflockenweiß“ und „Schlangenhautgrün“. Die Ergebnisse sind effektvolle Bilder, teilweise als Gemeinschaftswerke. Die vielen Füße einer bunten Raupe bestehen aus Abdrücken von jeweils vier Fingern. Die verschwommenen Pastelltöne auf einer Leinwand sind durch das Streuen von Salz auf die noch nasse Farbe und das Abdecken mit Klarsichtfolie entstanden. Dekoratives lässt sich auch durch das Föhnen von Wachsmalstiften schaffen. Sehr schön ist die aus 25 quadratischen Leinwänden zusammengesetzte Katze, die im Flur hing. Sie wurde meistbietend versteigert, denn die Kita spart für ein bodentiefes Trampolin, das im Außengelände installiert werden soll. „Das letzte Mal haben wir ein so großangelegtes Kunstprojekt vor fünf Jahren gemacht“, sagte Poignée. Seither seien Rahmen gesammelt worden. So konnten die Gemälde, die mitunter durch das Aufkleben von Knöpfen, Muscheln, Holzstückchen und anderen Kleinigkeiten dreidimensional geworden sind, noch besonders aufgewertet werden. „Die Vorschüler haben das Atelier von Hui-Ling Yang besucht, dort Hundertwasser und Miró kennengelernt“, so die Einrichtungsleiterin. Die Bilder, die zwischen drei und 25 Euro kosteten, fanden reißenden Absatz, vor allem bei den jeweiligen Eltern der kleinen Maler. Inklusive dem Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken sind am Samstag rund 1500 Euro in die Kita-Kasse geflossen, wie Ulrike Herbst aus dem Leitungsteam gestern auf Anfrage mitteilte. Die 25-teilige Katze wechselte für 75,50 Euro den Besitzer. Für das Wunsch-Trampolin werden 3000 Euro benötigt. „Und dann kommt noch der Einbau hinzu“, so Poignée.