Grünstadt
Gerätehaus soll am Standort erweitert werden
„Man kann es nicht oft genug hervorheben: Feuerwehrleute sind ganzjährig in Bereitschaft“, betonte Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) am Samstag beim Kameradschaftsabend der Grünstadter Wehr und bedankte sich sehr für die erbrachten unentgeltlichen Leistungen. 5037 Stunden waren die 65 aktiven Frauen und Männer in den vergangenen 365 Tagen im Einsatz, jeweils in etwa zur Hälfte bei Übungen und nach Alarmierungen. Wegen Bränden mussten sie 67 Mal ausrücken, wegen technischer Hilfeleistung 90 Mal.
Für rund 50.000 Euro Hang abgesichert
Da die Anforderungen permanent zunähmen sei fraglich, wie lange das alles noch ehrenamtlich bewältigt werden könne. Adäquat zur Stadtgröße müsse die Wehr weiterentwickelt werden, so Wagner. Gerade sei ein entsprechendes Zukunftskonzept erstellt worden. Demnach werde das vergangene Woche in Eigenleistung renovierte Gerätehaus an seinem angestammten Platz im Nordring bleiben und nicht ins Gewerbegebiet verlegt. Rund 50.000 Euro hat die Stadt dafür aufgewendet, den rutschenden Hang an der Westseite zu sichern, damit keine Feuchtigkeit mehr in das Gebäude eindringen kann.
Über die kommenden zehn Jahre müsse das Haus teilweise saniert und erweitert werden, sprach der Rathauschef von Investitionen in Höhe von rund zwei Millionen Euro, die jedoch noch vom Stadtrat abgesegnet werden müssten. Zu überlegen sei, wie es mit der rund 22 Jahre alten Drehleiter weitergehe. „Bis September 2023 muss sie für rund 135.000 Euro gewartet werden, sonst darf sie nicht mehr benutzt werden“, kündigte der Bürgermeister an. Da stelle sich die Frage, ob eine Ersatzbeschaffung nicht sinnvoller wäre. Allerdings: Einen Zuschuss des Landkreises gebe es erst, wenn das bisherige Auto mindestens 25 Jahre alt ist.
Art der Einsätze ändert sich
Im laufenden Jahr sei wieder eine Menge Geld in die Ausstattung der Wehr geflossen, unter anderem für Meldeempfänger und Atemluftflaschen. Auch neue Sirenen wurden installiert, sogar ganz moderne, mit denen Sprachnachrichten verbreitet werden können, wie Wagner berichtete. Er sagte, dass man sich mit Blick auf die Energieknappheit auch intensiv auf den Worst Case ohne Gas und Strom vorbereite.
Wehrleiter Jens Michel bedankte sich dafür, dass die Feuerwehr mobile Heizungen sowie Notstromaggregate erhalten habe. Die Raumtemperatur sei bereits auf 19 Grad abgesenkt worden. Der Ukraine-Krieg werde auch Auswirkungen auf die Art der Einsätze haben, prophezeite er unter anderem Brände, weil zu viele Verbraucher an eine Mehrfachsteckdose gehängt wurden, Kohlenmonoxid-Vergiftungen wegen falsch betriebener Kamine oder die Rettung von Menschen aus Fahrstühlen, die wegen Stromausfalls steckengeblieben sind. Während 2021 vom Ahr-Hochwasser geprägt war, seien in diesem Jahr Flächen- und Waldbrände dominant gewesen, so Michel. Eine erfreuliche Erkenntnis nach dem Brand der Böschung unterhalb von Neuleiningen am 18. Juli, wo einer dem anderen ganz selbstverständlich unter die Arme griff: „Wenn es eng wird, halten die Menschen zusammen.“
AUSZEICHNUNGEN
35 Jahre aktiver Dienst: Peter Ammon und Hans-Josef Hinkel; 25 Jahre aktiver Dienst: Matthias Armbrust, Christian Eibel und Markus Kluge.Beförderungen: zum/r Feuerwehrmann/-frau: Paul Klabunde, Moritz Michel, Lea Ruster, Hendrik Toews und Laurin Zöller; zum Oberfeuerwehrmann: Eric Bläse, Leon Heiling, Lucas Marbach, Lukas Vetter und Lucas Werner; zum Hauptfeuerwehrmann: Christian Eibel und Matthias Heß; zum Brandmeister: Tobias Dauth.Verpflichtungen: Kai Pricken, Michael Übel und Max Studenski.Entpflichtungen: Hauptfeuerwehrmann Alexander Maltry und Oberbrandmeister Christian Hahn.