OBRIGHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinde will Spielplatz modernisieren

An der sandigen Stelle in der Bildmitte stand das Piratenschiff. Dort soll nun ein Floß aufgebaut werden. Auch die anderen Gerät
An der sandigen Stelle in der Bildmitte stand das Piratenschiff. Dort soll nun ein Floß aufgebaut werden. Auch die anderen Geräte auf dem Albsheimer Spielplatz müssen in den nächsten Jahren ersetzt werden.

Die Gestaltung zweier Spielplätze hat am Donnerstagabend die Mitglieder des Gemeinderates beschäftigt. Während man sich bei der Auftragsvergabe für die Anlage im Neubaugebiet Baumgarten schnell einig wurde, gab es um Geräte für ein anderes Gelände Diskussionen.

Auf dem mehr als 20 Jahre alten Spielplatz in Albsheim ist das Schiff zuletzt ein mit Pilzen bewachsenes Wrack gewesen, wie die Erste Beigeordnete Nicole Eicher (FWG) berichtete. Inzwischen sei es entfernt und entsorgt worden. Für eine Ersatzbeschaffung hatte die Firma Seibel aus Hinterweidenthal ein auf Metallfedern ruhendes Holzfloß angeboten. „Es besteht aus zwei Segmenten, die getrennt voneinander aufgestellt werden können“, informierte Eicher. Sie schlug vor, zunächst den ersten Teil für 5189 Euro auf Kosten der Ortsgemeinde zu erwerben und in Eigenleistung zu installieren. Der zweite Teil ließe sich über Spenden finanzieren.

„Der Fallschutz um das Balanciergerät sollte so großzügig bemessen sein, dass noch ein Sandspielbereich entsteht“, sagte Eicher. Eltern hätten bei einem Vor-Ort-Termin den Wunsch nach einem Sandkasten geäußert, der jedoch verhältnismäßig teuer sei. Joachim Stefan Müsel (FWG) begrüßte nach Betrachtung eines Fotos Eichers Idee: „Das ist eine gute Investition. Das Floß hat dicke Balken und ist vom Boden etwas entfernt, sodass es nicht so schnell morsch wird.“ Ob denn die Federn aus höherwertigem Stahl seien, der nicht korrodiere, wollte Christdemokrat Andreas Artz wissen. Eicher erläuterte: „Das ist ein zertifiziertes Gerät von guter Qualität.“

Die SPD möchte lieber ein Gesamtkonzept

erstellenGegenwind kam von der SPD-Fraktion. Loella Muth meinte, es sei schade, wenn erst ein halbes Floß aufgebaut und versucht werde, den zweiten Teil über Spenden zu finanzieren, was eventuell nicht funktioniere. „Wir fänden es sinnvoller, ein komplettes Gerät zu kaufen.“ Da das Winterhalbjahr vor der Tür stehe, könne man in Ruhe ein Gesamtkonzept für den Spielplatz erarbeiten. Im Frühling sollte dann das noch fehlende Geld in den Haushalt eingestellt werden. Eicher sagte, bei der Besprechung des Etats sie klargemacht worden, dass in absehbarer Zeit weitere Neuanschaffungen auf dem Spielplatz nötig werden. „Der Mast, die Rutsche und die Hängebrücke weisen laut einem Sachverständigen bereits Korrosionsfraß auf“, so die Beigeordnete. Loella Muth sah das als Bestätigung für den Antrag der SPD, die Modernisierung des ganzen Platzes ins Auge zu fassen und entsprechend Zuwendungen zu beantragen.

Eicher argumentierte, dass man für ein Konzept einen Planer bräuchte und die Fristen zur Abgabe von Zuschussanträgen in diesem Jahr abgelaufen seien. Man sollte einen Förderkreis gründen, der dann Spenden generieren könnte. Der Freie Wähler Christian Schwarz bekräftigte: „Wir haben beste Erfahrungen mit dem Förderverein der Kita gemacht.“ Axel Jurkat (FWG) findet den von Eicher vorgeschlagenen Weg auch gut: „Wir sollten den Platz Stück für Stück erneuern. Damit zeigen wir auch, dass wir nicht untätig sind und können den Spielbetrieb aufrecht erhalten.“ Müsel meinte, wenn man alles auf einmal machen wolle, würde viel Zeit verstreichen, bis man loslegen könne, meinte Müsel. Außerdem käme man dann sicherlich auf eine Investitionssumme von 40.000 bis 50.000 Euro.

Außerplanmäßige Ausgabe

Artz befand, dass sich beide Herangehensweisen nicht gegenseitig ausschlössen: „Wir könnten doch erst das Floß aufstellen und dann ein Gesamtkonzept für den Rest erarbeiten.“ Claus Weiler (SPD) konterte: „Es widerspricht dem Prinzip der sparsamen Haushaltsführung, wenn ein Teil ohne Zuschüsse angeschafft wird.“ Bürgermeister Stefan Muth (SPD) stellte klar, dass der Kauf des Floßes zu einer außerplanmäßigen Ausgabe führe, die sich die Ortsgemeinde genehmigen lassen müsse. Dennoch bekundete die Mehrheit des Rates den Willen, das Floß zu erwerben und lehnte den Antrag der Sozialdemokraten mit elf zu sieben Stimmen ab.

Einig war man sich jedoch darin, die Landschaftsbauarbeiten für den neu anzulegenden Spielplatz im Baugebiet Baumgarten zu vergeben. Dafür waren vier Offerten zwischen 104.308 und 147.966 Euro brutto eingegangen. Den Zuschlag erhielt der günstigste Anbieter, die Seither GaLaBau AG aus Lustadt. Mit ihrem Preis liegt die Firma rund neun Prozent unter der Kostenberechnung von 113.836 Euro. Das Projekt wird mit etwa 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bezuschusst.

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